Nachhaltigkeit im Alltag - Erfahrungen der Community (1. Beitrag beachten!)

andi_sco schrieb:
Der erste Autofahrer bei uns war schon vor dem ersten großen Krieg unterwegs - da gab es bestimmt auch schon an jeder Ecke Tankstellen 🙄

Die ersten Autos waren Luxusspielzeug fĂŒr Superreiche, und kein Quasistandard, der selbst von Mindestlöhnern vom Arbeitsmarkt verlangt wird. Niemand hat Normalverdiener mit Straßenbahnverbot bedroht, und ein Kutschenverbot fĂŒr nostalgische Superreiche gab es auch nicht.

Und noch vor 40 Jahren gab es in jedem 300-Einwohner-Kuhdorf einen Tante-Emma-Laden, eine Post, eine BĂ€ckerei, eine Kneipe, ein Restaurant mit Festhalle etc. - das ist jetzt alles futsch. Obwohl besagtes Kuhdorf inzwischen >1000 Einwohner hat.

Immer diese unsĂ€glichen Äpfel-Birnen-Vergleiche. Merkst Du gar nicht, wie falsch und unpassend das ist ?
 
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Ford_Prefekt schrieb:
Elektroautos sind ein ganz anderer Markt. Da geht es nur um billige industrieproduktion und Technik die mit den Kernkompetenzen der dt. Autobauer wenig zu tun hat.
Die Karten werden neu gemischt, heute kann ein Smartphone Hersteller plötzlich Autos bauen. Die Kernkompetenzen, die deutsche Autobauer gross gemacht haben sind heute weit weniger wichtig. Im Gegensatz zu Asien, wo man mit staatlichen Unsummen auf dem Nichts eine neue Industrie aufgebaut hat fand und findet der Umschwung im Westen wie gewohnt langsamer statt. Die Margen sind im Gegensatz zu China hier von wesentlicher Bedeutung und die sind und waren bei den Verbrennern halt höher. Das wird aber nicht so bleiben.
VW und Co. werden die Kurve kriegen, vielleicht Anteile einbĂŒĂŸen aber ich mache mir da keine grossen Sorgen. Erst war es die Angst vor den Japanern, dann war es die Angst vor den Koreanern und jetzt sind es die Chinesen. Nach wie vor ist der Anteil der chinesischen BEV marginal.
Ford_Prefekt schrieb:
Ohne Protektionismus keine Chance im Massenmarkt.
Wie kommst du darauf? Am Ende werden nur Effizienz und Kosten zÀhlen und da sieht der Verbrenner ziemlich alt aus. Die Akzeptanz ist lÀngst da.
 
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DerOlf schrieb:
Sicher nichts fĂŒr Menschen, die auch fĂŒr Einkaufen lange Wege auf sich nehmen mĂŒssen ... aber in meiner aktuellen Wohnsituation mMn klar die bessere Alternative.
Genau das ist der Punkt.

Wenn ich zum Arzt laufen kann und die Straßenbahn 50m neben meiner Wohnung hĂ€lt, wie bei meiner Tochtter in der Landeshauptstadt, ist das gar kein Problem.

Wenn man aber zum einzigen Lebensmittelladen 2 km laufen muß und der Zahnarzt in einem anderen Landkreis wohnt, der Bus alle 2 Stunden fĂ€hrt und die Autowerkstatt 5 km minimum entfernt ist, dann ist nix mit Fahrrad.

Bei meiner Tochter rosten die bremsen am Auto fest, wenn sie nicht gerade mal auf "Wanderschaft" nach Leipzig zur Buchmesse oder sonst wohin ist.

DerOlf schrieb:
Zum Thema Auto=Freiheit:
Das habe ich als Kind schon nie verstanden ... zu Fuß bin ich nichtmal an Straßen gebunden, und einfach ĂŒbers Feld ist im Zweifel schneller, als auf Straßen aussenrum.
Das geht hier nicht. Wir sind in einem kleinen Ort am Rande des Rennsteigs auf ca. 600m Höhe.
Schnell geht da zu Fuß gar nichts und man ist auch ziemlich kaputt vom Hoch und runter.

Zur postÀhnlichen Annahmestelle kann ich laufen, das sind so 400m ohne Berg dazwischen.

DerOlf schrieb:
Es ist die Freiheit, im Stau zu stehen
Das habe ich auch immer gedacht am Freitag, wenn ich die A3 von Weinheim nach Hause gefahren bin und an der Erweiterung von 2 auf 3 Spuren auf der Autobahn jedes mal an der gleichen Stelle ein Unfall war.

DerOlf schrieb:
und sich drĂŒber aufzuregen, dass unsere StĂ€dte nicht mit unseren Autos mitgewachsen sind, dass ursprĂŒnglich zweispurig befahrbare Straßen durch das Parken auf beiden Seiten mittlerweile nur noch einspurig sind ... was das Stauaufkommen noch vergrĂ¶ĂŸert.
Ja, da hĂ€tte man schon etwas wegreißen können von den schönen alten GrĂŒnderzeithĂ€usern in Erfurt, damit man noch mehr Krach machen kann Freitag Nacht.

DerOlf schrieb:
Das Auto bedeutet nur in einer Welt Freiheit, die so sehr aufs Auto ausgerichtet ist, dass ein Auto zwar nicht frei macht ... kein Auto nutzen zu können aber große Unfreiheiten bedeutet.
Also als ich den ersten Golf hatte fĂŒhlte ich mich schon irgendwie besser, als im Zweitakter.
Den konnte man riechen und der Trabbi roch anders, als der Wartburg.
Warum weiß keiner, es war fĂŒr alle das gleiche Benzin von Minol.

Der Trabant war glaube ich mit Drehschieber gesteuert am Einlaß und der Wartburg hatte einen normalen Vergasereinlaß.

DerOlf schrieb:
Das macht einen nicht freier, als den Sklaven, der nicht weiß, dass es freie Menschen gibt.
Allerdings und da hat man an die Wartung und Pflege noch gar nicht gedacht.

DerOlf schrieb:
Ist aber auch egal ... man bezahlt fĂŒr diese Freiheit ja auch nicht wenig. Mit Auto wĂŒrde mein Job fĂŒr mein Leben jedenfalls nicht genug abwerfen.

Ich konnte nun wieder als Servicetechniker nicht so ganz ohne Auto auskommen.
Man mußte auch manchmal Service vor Ort machen und da das ganze Zubehör per Fahrrad hinschaffen geht meist nicht.

DerOlf schrieb:
Ich bin so frei, und spare es mir, 5-10 Stunden die Woche nur fĂŒr mein Auto zu arbeiten. Bei mir sinds 5-10 Stunden im Monat fĂŒr das ÖPNV-Abo.
Wenn es da gÀbe bei uns, hÀtte ich das auch.
 
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Buttkiss schrieb:
Wie kommst du darauf? Am Ende werden nur Effizienz und Kosten zÀhlen und da sieht der Verbrenner ziemlich alt aus. Die Akzeptanz ist lÀngst da.
Ich glaube da hast du mich missverstanden. FĂŒr dich als KĂ€ufer stimmt das, wobei der Preis fĂŒr den Sprit ja politisch gesteuert ist, was mit ein Grund ist warum die Amis unsere Verbrenner wollen.
Massenmarkt ist die DNA von Toyota und bei reinen E-Autos sind sie jetzt nicht gerade vorne dabei. e-Autos + Massenmarkt sind gleich zwei Herausforderungen die den Deutschen eher nicht liegen.

Darauf bezog sich die Aussage. Schon jetzt liegen doch die Zölle auf e chinesen bei 35% oder so - ganz im Sinne von der "neuen" US Ideologie (Nationaler Marktliberalismus) btw.
International hat ein E-Golf keine Chance.

Ach so und die Angst vor den Koreanern und den Japanern ist bzw war ja begrĂŒndet, die Koreaner sind mal eben in den Markt eingestiegen und haben megamĂ€ĂŸig eingeschlagen, die Japaner haben haben schon vor Jahren international das Feld im unteren Segment komplett ĂŒbernommen. Nur weil hier viele Leute Ups, Polos, Ibizas und Clios fahren heißt das sehr wenig.
 
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Ford_Prefekt schrieb:
International hat ein E-Golf keine Chance.
Der ID3, aber auch der ID4 ist vor allem in China ein Verkaufsschlager. Dort wird er aber auch fĂŒr die HĂ€lfte verkauft wie hier. Und das obwohl er in Deutschland gebaut wird... :cool_alt:

Der amerikanische Automarkt ist ein Minenfeld, da weiss aktuell keiner wo die Reise hingeht. FĂŒr die amerikanische Autoindustrie sehe ich allerdings eher schwarz.

Ford_Prefekt schrieb:
die Japaner haben haben schon vor Jahren international das Feld im unteren Segment komplett ĂŒbernommen. Nur weil hier viele Leute Ups, Polos, Ibizas und Clios fahren heißt das sehr wenig.
Unter den zehn beliebtesten Kleinwagen sind vielleicht zwei Asiaten. Die Leute sind da oft recht konservativ in ihrem Kaufverhalten. Sonst ließe sich auch nicht erklĂ€ren das die meisten zugelassenen BEV hier VW sind.
 
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Buttkiss schrieb:
Dort wird er aber auch fĂŒr die HĂ€lfte verkauft wie hier. Und das obwohl er in Deutschland gebaut wird... :cool_alt:
Nein, die werden nicht hier gebaut fĂŒr China. Die Modelle sind teilweise anders und 100% lokal produziert - ganz im Sinne der Nachhaltigkeit 😉

Hat sich jetzt ĂŒberschnitten. Wenn du da ne Quelle hast dann bitte per pn.
 
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Mein Drucker wollte letztens nicht mehr drucken. Habe festgestellt, es muss die Platine vom bedienpannel sein. Habe diese gereinigt weil dort ein verdÀchtiger Film drauf war und die Knöpfe kontrolliert. Ohne Erfolg...
Habe dann fĂŒr lediglich 5 Euro plus Versand einen Baugleichen Drucker mit einem anderen Schaden gekauft und dort die Platine ausgebaut.
Drucker lÀuft wieder und so landet lediglich nur ein Drucker beim Wertstoffhof.

Das ist fĂŒr mich nachhaltig. So kann viel mehr getan werden anstatt das ich unsinnigerweise meinen funktionierden Verbrenner oder Ölheizung eintausche o_O
 
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testwurst200 schrieb:
Das ist fĂŒr mich nachhaltig.
Richtig. Deswegen muss das Recht auf Reparieren extrem gepusht und ausgeweitet werden. Aber das wird von oft identischer Klientel wegen "Regulierungswut der EU" verteufelt.

testwurst200 schrieb:
So kann viel mehr getan werden anstatt das ich unsinnigerweise meinen funktionierden Verbrenner oder Ölheizung eintausche
Strohmann anyone? Es verlangt niemand, deine funktionierenden Dinge zu entsorgen. Auch hat dein reparierter Drucker nichts mit dem WÀrme-/GebÀude- oder Verkehrssektor zu tun. Alles muss parallel angegangen werden.

Und auch, wenn das Auto noch fĂ€hrt und die Öl-Heizung noch heizt, so tragen sie trotz bzw. gerade wegen ihres Funktionierens ganz erheblich zum menschengemachten Klimawandel bei und das lĂ€sst sich nun einmal nicht bestreiten. Daher kann es (unabhĂ€ngig der eigenen finanziellen Belastung) im Sinne des Klimaschutzes auch besser sein, diese zu ersetzen, als sie weiter zu betreiben.
 
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testwurst200 schrieb:
habe noch immer das alte Ding
Dein TV stĂ¶ĂŸt CO2 aus? Oder warum der Vergleich mit Öl-Heizung und Verbrennermotor?
 
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Reglohln schrieb:
Es verlangt niemand, deine funktionierenden Dinge zu entsorgen.
Indirekt schon. Das Prinzip des CO2 Preises fußt ja darauf die Daumenschraube immer enger zu ziehen. Formal darfst du dann deinen verbrenner oder deine Öl-/Gasheizung noch nutzen. Durch den CO2 Preis wird der Betrieb aber immer teurer und unwirtschaftlicher. UnabhĂ€ngig davon ob die Heizung oder das Fahrzeug defekt ist.
 
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Ja, dass dient dazu lock-in effekte aufzubrechen und jahrzehnte an direkter und indirekter Subvention bei Gas und Öl auszugleichen bzw. sind das Kosten von Öl und Gas, die bisher ignoriert und nicht korrekterweise eingerechnet wurden.
Das hat mit Daumenschraube schlicht nicht zu tun.
 
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Rote Rose schrieb:
Formal darfst du dann deinen verbrenner oder deine Öl-/Gasheizung noch nutzen. Durch den CO2 Preis wird der Betrieb aber immer teurer und unwirtschaftlicher. UnabhĂ€ngig davon ob die Heizung oder das Fahrzeug de
Und sogar 30% zusĂ€tzliche Förderung fĂŒr eine WĂ€rmepumpe erhĂ€ltst, wenn du deine noch lauffĂ€hige Heizung ausbaust.
 
testwurst200 schrieb:
Ich habe mir mal versucht einen neuen TV schönzurechnen -
Er rechnet sich nicht.
Ein 20 Jahre alter Trinitron KV 27 irgendwas mit knallscharfem Bild mit Bombenhelligkeit hat um die 80W verbraucht im Durchschnitt, meiner jedenfalls.

Bei Maximalhelligkeit gerne auch ĂŒber 100W.

Das schafft ein moderner OLED auch.
NatĂŒrlich kann der viel mehr und schafft die PAL-Auflösung von damals mit einem halben Videoschaltkreis.

testwurst200 schrieb:
habe noch immer das alte Ding weil es einfach nicht kaputt gehen möchte
Manchmal kommt man unabsichtlich an das GerÀt ... .
 
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Rote Rose schrieb:
Das Prinzip des CO2 Preises fußt ja darauf die Daumenschraube immer enger zu ziehen.
Er fußt darauf, dass wir uns endlich vom CO2 lösen. Und ja, das kann man als indirekten Zwang sehen, ist es strenggenommen aber nicht.

Es passt aber zu meinem zweiten Punkt, dass es im Sinne des Klimaschutzes sinnvoller ist, als einfach so weiterlaufen zu lassen, bis alle "Kessel" irreparabel sind.

Davon abgesehen haben wir alle unser ganzes Leben davon profitiert, viel zu geringe Preise gezahlt zu haben.
 
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Rote Rose schrieb:
Durch den CO2 Preis wird der Betrieb aber immer teurer und unwirtschaftlicher.
Das ist genau der Sinn der CO2-Bepreisung.
Dadurch wird die kĂŒnstlich gesteigerte Wirtschaftlichkeit der fossilen EnergietrĂ€ger wieder in Richtung "normal" gesenkt. Das soll nicht zum Umstieg zwingen, sondern nur dazu beitragen, dass "das nĂ€chste Modell" eines ist, dass weniger CO2 ausstĂ¶ĂŸt oder weniger CO2-belasteten Strom verbraucht (solange wir noch Kohle und Gas verstromen, zahlt man auch darauf die CO2-Preise).
Man hÀtte alternativ auch die Subventionen komplett streichen können ... eigentlich sollte man das zusÀtzlich zur CO2-Bepreisung tun, damit die Fossilen kostentechnisch noch schlechter dastehen.

Allerdings reden wir hier halt auch ĂŒber Menschen, die sich ihre MobilitĂ€t und ihren Wohnkomfort vorher schon nur gerade so leisten konnten. FĂŒr die ist es natĂŒrlich schlimm, wenn alles immer teurer wird und man sich die Alternativen halt auch nicht mal eben leisten kann.
Die Kaste, die seit Jahrzehnten am Existenzminimum gehalten wird, ist einfach nicht zu solchen Leistungen fÀhig.
 
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@DerOlf
Etwas teures attraktiv scheinen zu lassen indem man das andere einfach verteuert, ist trotzdem nicht so toll.
Aber darum gehts hier primÀr nicht.

Lohnt es sich wirklich etwas funktionierendes auszutauschen oder ist es lediglich der will haben Faktor?

Der will haben Faktor kann ja auch lediglich nur der Gedanke sein etwas fĂŒr das Klima gemacht zu haben 😉

Am Ende hat man ein gutes Gewissen aber man ist eventuell weit weg von Nachhaltigkeit :d
 
testwurst200 schrieb:
Lohnt es sich wirklich etwas funktionierendes auszutauschen oder ist es lediglich der will haben Faktor?
Also wenn ich alles nutze bis es kaputt geht dann mĂŒsste ich noch mit Kohle heizen, mein Fernseher wĂ€re S/W und meine Telefon hĂ€tte eine WĂ€hlscheibe :daumen:

Wie kann sich das Verbrennen von Öl oder Gas "Lohnen" ? Oder wie kann daran irgendwas Nachhaltig sein selbst wenn die Heizung noch 100 Jahre weiterlaufen wĂŒrde ?

Nicht nachwachsende Rohstoffe zu Verbrennen ist das komplette Gegenteil von Nachhaltigkeit. Wenn es nach mir ginge wĂ€re auch MĂŒllverbrennung verboten.

Es gibt keine wissenschaftlich belegten FĂ€lle von Ölvorkommen, die sich nach ihrer vollstĂ€ndigen Ausbeutung in einem fĂŒr Menschen relevanten Zeitraum (wie ein paar Jahrzehnte) wieder durch natĂŒrliche Prozesse gefĂŒllt haben.
 
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