AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?
Lars_SHG schrieb:
Exakt! Es mag sich für die Konsumenten unfair anhören, aber sind wir doch mal ehrlich, die Menge der Menschen die unter Cannabis Auto / Flugzeug / Fahrrad etc. fahren, ist recht klein, weil es eben verboten ist!
Würde man es grundsätzlich erlauben und wie Alk im Straßenverkehr verbieten, würde dennoch die Menge der Menschen steigen, die sich damit im Verkehr bewegen - ist bei Alkohol genau das gleiche und eine zwangsläufige Konsequenz da der Mensch eben denkt "ach komm ein Bier / Joint / Keks geht immer! Da Cannabis aber derzeit verboten ist, ist die Verfügbarkeit geringer genauso wie die Bereitschaft es zu nehmen!
Wer sagt das innerhalb der Prohibition weniger Menschen unter Einfluss von Cannabis ein Auto lenken? Hast du da mal eine aussagekräftige Studie oder nimmst du es nur an? Und wer sagt nicht umgekehrt wenn Alkohol verboten wäre es genauso viele Trunkenheitsfahrten geben würde? Ob die Verfügbarkeit schon jetzt für diejenigen geringer ist die es konsumieren möchten wage ich zu bezweifeln, denn ich weiß nicht wo du wohnst und in einem Kuhdorf mag das auch zustimmen, aber im Ruhrgebiet und den meisten Großstädten in Deutschland ist der Erwerb von Cannabis eine Sache von Minuten oder zumindest in kürzester Zeit möglich. Eine Altersprüfung findet da nicht statt und wenn du genug "Knete" auf den Tisch legst kannst du jede Menge erwerben die du dir wünscht.
Aber leider auch hier argumentierst du an der Realität vorbei, denn ich habe hier ganz andere Zahlen was legales Cannabis und Straßenverkehr angeht. In den Staaten wo es Cannabis und medizinisches Cannabis gibt scheint die Verkehrssicherheit gestiegen zu sein.
http://www.huffingtonpost.de/2014/09/10/cannabis-legalisierung-autounfaelle_n_5795876.html
Weiter heißt es:
Anfängliche Befürchtungen, die Regulierung ginge mit einer steigenden Zahl an Verkehrsunfällen einher, haben sich nicht bestätigt. Auch hier scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein, denn seit der Gesetzesänderung verzeichnet Colorado nicht mehr DUI (Driving under influence) Fahrten oder Unfälle als zuvor. Die Schnelltests, die auch in Colorado eingesetzt werden, sollen hingegen keine positive Auswirkung auf die Verkehrssicherheit haben. Eine andere Studie beweist sogar, dass die Zahl schwerer Verkehrsunfälle in Staaten mit „Medical Cannabis“ von 1999-2009 im Vergleich zur vorherigen Dekade um neun Prozent gesunken ist.
http://hanfverband.de/nachrichten/n...-und-fakten-nach-zwei-jahren-re-legalisierung
Das deckt sich irgendwie gar nicht so recht mit deinen Mutmaßungen, aber natürlich sind das nur Ergebnisse aus den USA und deiner Meinung nach bestimmt wieder nicht auf Deutschland anwendbar^^
Lars_SHG schrieb:
Es ist völlig egal was wie in den USA läuft, da es um die Diskussion zur Freigabe hier in D geht und das ist nun mal etwas völlig anderes!
Es geht darum, dass bei einer Legalisierung ein risikoarmer Gebrauch "erzogen" werden könnte unabhängig wie das nun in den USA konsumiert wird. Ein Beispiel: In der Zeit der Prohibition gab es Alkohol der so gepanscht war das Menschen daran starben oder erblindeten. Nach deiner Logik hätte man sagen müssen:" Alkohol muss verboten bleiben weil man davon Blind wird!"
Doch nach der Freigabe gingen diese Fälle drastisch zurück, und warum? Keiner brauchte mehr gepanschten Alkohol von zwielichtigen Gestalten ohne zu wissen was drinnen ist kaufen. So wurde aus einem riskanten ein Risikoarmer Konsum möglich.
Doch nach deiner Logik müssten ja die Bürger auf den risikoarmen Konsum verzichten und hätten trotz Legalisierung lieber gepanschten Alkohol getrunken.
Also es geht nicht primär um die USA sondern darum das ein Joint mit Tabak nicht die einzige Art des Konsums sein muss.
Lars_SHG schrieb:
wenn Du etwas verbrennst und Rauch einatmest ist es IMMER gefährlich! Allein schon wegen der Hitze des Rauchs aber vor allem auch wegen den Stoffen, die gar nichts mit Cannabis an sich zu tun haben, aber dennoch immer enthalten sind, je nach Anbaugebiet - Schwermetalle, Giftstoffe, Verunreinigungen etc.
Mit anderen Worten, es wäre auch gefährlich Tee zu rauchen!
Stimme ich voll zu, bei Verbrennungen jeglicher Stoffe entstehen immer gefährliche Abbauprodukte. Doch auch hier kann man dann die Konsumenten anhalten lieber eine andere risikoarme Konsumform zu wählen, z.b. Vaporizer der v.a. in der Medizin eingesetzt wird und ohne gefährliche Verbrennungen auskommt. Es gibt mittlerweile THC versetzte Getränke, Schokolade, Bonbons, Puddings, und vieles mehr. Cannabis kann geraucht werden, doch dies muss nicht zwangsläufig gemacht werden, auch wenn es in der Illegalität gemacht wird weil Rauchen die Effektivste Zufuhr darstellt.
Somit müsstest du doch erst recht für die Freigabe sein, denn dann könnte man risikolosen Konsum ermöglichen oder zumindest drüber sprechen. Die einseitige auf Abstinenz basierte Drogenpolitik liefert darauf nur unzureichende Antworten.
Lars_SHG schrieb:
So konsequent will ich gar nicht rüber kommen, könnte man beispielsweise es irgendwie handeln, dass Genuss dieser leichten Drogen wie Alk oder Cannabis in kontrollierter Umgebung eingenommen wird - also z. B. Nutzer hat Urlaub, muss am nächsten Tag nicht arbeiten, sich nicht im Straßenverkehr bewegen - wäre das für mich auch ok! Ich trinke ja auch ein paar Bier im Garten wenn es schönes Wetter ist und ein paar Freunde dabei sind um sich zu unterhalten.
Da hab ich auch nichts gegen, und auch nichts dagegen wenn sich eine lockere Runde im Biergarten zu einem Joint trifft. Warum auch? Die einen wie die anderen stören mich nicht und jeder muss selber entscheiden dürfen ob er mit trinken oder kiffen möchte.
Lars_SHG schrieb:
Die Wahrheit ist aber, wird etwas freigegeben, sind die ersten die es nutzen die Kids und die auch ohne Maß!
Würde Cannabis frei gegeben, würde es keine Woche dauern und wir hätten die ersten Kinder die bekifft Alkohol trinken, vermutlich gemischt mit Red Bull und Aufputschtabletten von den Eltern!
Ist das deine Wahrheit oder woher hast du die? Cannabis soll ab 18 oder meinetwegen 21 Jahren freigegeben werden. Das Argument die könnten dann einen älteren schicken um das Zeug zu besorgen lasse ich nicht gelten. Denn heute müssen die jugendlichen unter 18 Jahren noch nicht mal einen älteren schicken sondern können es sich innerhalb kürzester Zeit selbst besorgen. Ein Dealer fragt nämlich nicht nach dem Alter sondern interessiert sich nur dafür ob du das Geld hast die Drogen zu bezahlen.
Lars_SHG schrieb:
Daher, Alkohol ist beschränkt freigegeben, mit all seinen Nachteilen, eine weitere Droge ist immer eine Droge zu viel!
Jede Droge ist zu viel egal ob legal oder illegal, doch warum Menschen für den Genuss und Besitz bestrafen? Warum einen Schwarzmarkt generieren der nur dem illegalen Verbrechen dient? Im Falle von Cannabis reden wir von zig Tonnen die jedes Jahr in Deutschland konsumiert wird. Die Frage heißt nicht mehr geben wir eine weitere Droge frei sondern regulieren wir eine weitere Droge die de facto jederzeit erhältlich ist. Schau dir die Sicherstellungszahlen der Polizei an und dann bedenke das diese nur max.10 % darstellen. Und was ist mit den anderen 90% ? Die werden unkontrolliert ohne staatliche Kontrolle darüber verbraucht. Da frage ich mich allen Ernstes was soll das?
Lars_SHG schrieb:
Aber ich denke, wir sind hier nicht weit auseinander mit den Ansichten. Ich bin mir durchaus sicher, dass es Leute gibt, die verantwortlich mit Cannabis umgehen können, aber leider gilt das nicht für alle und ich vermute noch nicht mal für die Hälfte der potentiellen Nutzer.
Du vermutest, so so

Leider auch hier nur deine Vermutungen, denn die Zahlen sprechen eine andere Sprache:
Bei einer geschätzten Anzahl von mindestens 2.000.000 Cannabis konsumierende Jugendliche und junge Erwachsene in der BRD wären dies ca. 0,15 % (!), die als problematisch Konsumierende erreicht werden.
http://www.akzept-nrw.de/aktuelles/cannabis-gefahr-für-die-jugend/
Und die nicht erreichten sind sicherlich nicht 50%
Auch Konservative Kreise sprechen nicht von annähernd 50% Problemuser im Cannabisbereich.
Ein anderes Beispiel: Ich weiß nicht in welchem Bundesland du lebst, aber in NRW läuft es bei jugendlichen so ab, dass jeder auffällige minderjährige Konsument verpflichtet wird eine Drogenberatungsstelle aufzusuchen, denn sonst greift die Regelung der geringen Menge nicht und wird verurteilt.
Dieser Konsument egal ob er ein Problem hat oder nicht kommt dann in die Statistik rein und dann wird wieder behauptet letztes Jahr gab es einen Zuwachs an jugendlichen die eine Drogenberatung wegen Cannabis durchführen mussten.
Ergo nimmt man an es gäbe Probleme beim Konsum, in Wirklichkeit ist vielleicht ein jugendlicher erwischt worden der nur einen Joint für eine Party dabei hatte und dreimal im Jahr kifft oder so.
Hier muss man also stark differenzieren und ich wäre dafür nur jugendliche zu erfassen die aus freien Stücken so eine Beratungsstelle aufsuchen und nicht weil sie gezwungen werden um straflos zu bleiben!
Lars_SHG schrieb:
Natürlich kommt es auch vor, dass Menschen wegen Alk ins Krankenhaus müssen, in nicht gerade kleiner Menge, aber es ist eben frei verkäuflich und ein gutes Beispiel was passieren würde, wenn weitere Drogen freigegeben würden! Und hier gibt es auch einen Ansatz pro Alkohol (allein weil die Nebenwirkungen in der Masse bekannt sind), jeder jetzt lebende Mensch kennt Alkohol und die Wirkung (zumindest in der Theorie oder aus dem Bekanntenkreis). Was nicht bedeutet, dass es jeder richtig nutzen kann, aber würde man Cannabis frei geben, gäbe es doch eine nicht gerade geringe Menge Menschen, die Nebenwirkungen hätten, mit denen sie nicht rechnen - Gedächtnisverlust, Halluzinationen, Herzrasen, Übelkeit etc. - hat nicht jeder, aber bei einer kompletten Freigabe, würden sicherlich die Krankenhäuser, vor allem in den ersten Monaten geflutet!
Über das Rot markierte musste ich wirklich herzlich lachen, soviel Stuss hab ich selten gelesen. Demnach müssten die Krankenhäuser in den Niederlanden überflutet sein mit halluzinierenden, Herzrasenden und mit Übelkeit geplagten Menschen

Das Gegenteil ist der Fall, Cannabis scheint als Droge recht wenige Nebenwirkungen zu haben. Sicher gibt es Menschen die es nicht vertragen und bei unkontrolliertem Genuss auch diese Symptome haben können, aber bei weitem nicht so wie du dir das vorstellst. Aber danke noch ein Grund der für die Legalisierung spricht:
Da es keine Inhaltskontrollen gibt weißt du ja auch nicht was du da rauchst. Wer sagt das zum Beispiel Nutzhanf der genauso aussieht nicht mit anderen Drogen angereichert wurde? Könnte mir gut vorstellen das Cannabis mit LSD, oder flüssigem Ecstasy oder Aphetamin solche Effekte hervorrufen könnte. Oder wie zur Zeit in allen Zeitungen zu lesen ist mit synthetischen Cannabinoiden zugesetzt wie sie auch in dieses künstliche Marihuana zum Einsatz kommt (Spice,etc.)
Reines sauber kontrolliertes Cannabis wird sicherlich nicht diese Effekte wie du sie beschreibst hervorrufen. Das erinnert mich an einen Satz den ein Politiker in Colorado nach der Freigabe sinngemäß sagte: "Ich dachte nach der Freigabe sind unsere Straßen mit Marihaunaleichen gepflastert, doch nichts passierte"
Lars_SHG schrieb:
Natürlich kommt es auch vor, dass Menschen wegen Alk ins Krankenhaus müssen, in nicht gerade kleiner Menge, aber es ist eben frei verkäuflich und ein gutes Beispiel was passieren würde, wenn weitere Drogen freigegeben würden!
Liegt das beim Alkohol nicht eher daran das Alkohol ein gefährliches Zellengift ist, das ab einer gewissen Menge die körpereigenen Funktionen lahm legt und am Ende sogar zum Tode führen kann? Cannabis kann diese Nebenwirkungen nicht auslösen´
Edit
Ganz neue Studie die heute veröffentlich wurde:
Ein Joint täglich schadet der Lunge nicht
http://www.n24.de/n24/Wissen/Gesundheit/d/6039694/ein-joint-taeglich-schadet-der-lunge-nicht.html