AW: Cannabis Legalisierung
Konti schrieb:
Ok, an dieser Stelle möchte ich mich zunächst mal für meine recht ausfallende Art im letzten Post entschuldigen. Das war unangebracht und überflüssig.
Kein Thema, Konti. Kann in der Hitze des Gefechts schonmal passieren. Ich will mit dem, was ich so schreibe ja auch niemandem auf den Schlips treten. Die Legalisierung einer Droge ist aber nunal keine Einbahnstraße. So wie es Argumente dafür gibt, gibt es Argumente dagegen, die sauber abgewägt werden müssen.
Aber es nervt mich ungemein, daß du wiederholt Haltungen unterstellst, die so gar nicht bestehen, und die ganze Zeit am Punkt vorbei redest.
Meine Ausführungen betreffen nicht im Speziellen Dich, sondern, wie so oft geschrieben eine Grundhaltung in diesem Thread, der schon auf einen unkritischen Umgang mit Cannabis schliessen lässt.
Das widerspricht nunmal genau dem, was hier einige wenige verantwortungsvolle Konsumenten in diesem Thread mitunter versuchen zu vermitteln, nämlich, dass Cannabiskonsumenten im allgemeinen aufgeklärter wären.
Cannabis könnte noch so schädlich sein .. es spielt keine Rolle!
Worauf es bei der Diskussion um ein Verbot bzw. eine Legalisierung erst mal ankommt, ist wie der Konsum dadurch beeinflusst wird.
OK- Einverstanden. Es geht ja hier in der Diskussion tatsächlich um den Aspekt des Verbots und ob dieses Sinnvoll sei.
Dann gerade verstehe ich aber nicht, warum hier oftmals der Umgang, die Auswirkungen und Schädlichkeit von Alkohol herausgestellt wird.
Wie Seppuku vorher schrieb, sieht man ja gerade schön am Alkohol, dass viele Argumente der Legalisierungsbefürworter bei Umsetzung nicht greifen.
Die Konsumenten werden immer Jünger, die Menge des Konsums immer höher, der Umgang damit immer unreflektierter. Erziehungsmaßnahen, Aufklärungsarbeit etc. finden so gut wie nicht statt.
Die Frage, die man sich stellen muss ist, ob durch das Verbot eine Abschreckung oder Hinderungsstufe aufgebaut wird, Cannabis zu konsumieren.
Und ich sage, dass wenn nur einer von zehn durch ein Verbot gehindert wird, das Zeug zu konsumieren, dann hat sich das Verbot schon rentiert.
Auch wird das Bewustsein dafür geschärft, dass es eben nicht normal ist, Cannabis zu konsumieren, wenn man jedesmal beim Kaufprocedere in Erinnerung gerufen bekommt, dass das keine "normale" Supermarkt- Kaufaktion ist.
Wenn man der Argumentationsweie einiger Befürworter hier folgt, kann man generell alle Verbote in Frage stellen.
Denn alle Verbote werden in diesem Land nunmal auch mehr oder weniger oft gebrochen.
Es ist immer so, dass derjenige, der es darauf anlegt, jedes Verbot aushebeln kann. Das geht von Mord, was seltener vorkommt, bis zum Falschparken und Geschwindigkeitsübertretungen.
Aber Verbote aufzuheben, nur weil sie von einer Vielzahl an Bürgern ignoriert werden, halte ich nicht für sinnvoll, eben weil Verbote im Allgemeinen einen Ursprung und einen Sinn haben.
Auch wenn der Ursprung des Verbots von Cannabis auf anderen Grundlagen fußt (politisch), als es jetzt in Erscheinung tritt (Abschreckung, Prävention, Eindämmung des tatsächlichen Konsums), so ist es dennoch kein Grund dem ganzen jeglichen Sinn und Wirkung abzusprechen. Gerade auch unter dem Blickwinkel des veränderten Konsumverhaltens und Wirkstoffgehaltes in der heutigen Zeit.
Da man in der Theorie wohl offensichtlich nicht sagen kann, wie sich eine legalisierung von Cannabis auf das Konsumverhalten auswirkt, kann man gerne Feldstudien betreieben und das Zeug in z.B. einem Bundesland freigeben. Dann bekommt man zuverlässige Werte, ob sich der Konsum erhöht, oder eben nicht, ob das Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, Schulnoten etc. hat, oder nicht.
Dann sieht man auch sehr schnell, ob das Verbot sinnvoll ist, oder nicht.
Aber das ist natürlich auch eine Frage des Blickwinkels. Die einen sehen den Rausch als ihr Grundrecht, Genuss ihre Freiheit und Spaß an und ich sehe im Rausch eine Flucht, eine Betäubung und gesundheitliche Negativauswirkungen.
Ich bin nunmal generell gegen die Einnahme von Bewustseinsverändernden Substanzen
Gegen eine Einnahme von Cannabis, Koks, Alk hätte ich nichts, bis zu der Grenze in der sich der Genuss, wie es so oft hier beschrieben wird, mit der Rauschwirkung mischt. Den Rausch selbst kann ich nicht befürworten. Und gerade darauf sind die Konsumenten dieser Substanzen scharf.
@china
Das größte Problem, ist doch schon die negativ Propaganda gegen THC.
Die ist wesentlich stärker und es werden viel mehr Horrorszenarien aufgezeigt, als es bei Alk der Fall ist.
Sehe ich anders. Jeder der sich mit dem Thema beschäftigt, bekommt mit, dass Alkoholmisbrauch derbere Folgen und Auswirkungen als Cannabis Konsum hat.
Das wird auch nirgendwo schöngeredet.
Die Frage ist, ob man zusätzlich zu dem ganzen Mist, der legal ist, jetzt auch noch die Zwischenschritte erlauben muss.
Die Argumentation XY ist brutal schlimm und es passiert so vie Mist mit XY - Da sollte man XZ erlauben, weil es weniger schlimm ist, geht tatsächlich über meinen Horizont hinaus.