Raid1 unter Windows 10

iceview

Lieutenant
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Hallo zusammen,

ich bastel gerade ein wenig herum, um die verschiedenen Besonderheiten und Pitfalls bei einem Raid kennenzulernen.
Hierzu nun meine Fragen:

1. Die auf meinem Board genutzten Raid Controller können ein Raid 1 (Gigabyte Aorus M). Wenn ich ein Raid 1 im Legacy Modus anlege klappt das soweit. Nun simuliere ich den Ausfall einer HDD -> Unter Windows kann ich weiterarbeiten. Allerdings kann ich die HDD dann unter z.B. Ubuntu nicht auslesen. Ebenfalls wird mir die intakte HDD über USB als unformtiert angezeigt.
Ist das so als zu erwartendes Ergebnis korrekt?

2. Raid1 unter Windows -> Einrichtung okay -> HDD Aufall -> Die Platten lassen sich unter Ubuntu lesen und auch via USB ist ein Zugriff auf das Filesystem möglich. Man kann die HDD's trennen oder die Spiegelung im neu syncen lassen. Soweit so gut.
Was mir nicht logisch erscheint:
Ich stecke eine HDD ab -> Boote Windows -> Datenträgerverwaltung -> HDD 0 ok -> HDD 1 -> fehlt. Allerdings ist die HDD 0 nicht gemappt oder im Zugriff. Ich müsste auch hier zuerst die Spiegelung aufheben oder eine zweite HDD einbauen und neu syncen.
Ist das so als zu erwartendes Ergebnis korrekt?


Danke für Eure Tipps!
 
Wenn du die Raid Funktion deines Mainboards benutzt dann musst du bei einem Ausfall einer Festplatte das Raid wieder "aufbauen" Das tust du indem du eine neue Platte dran steckst und dann wird die noch verbliebene Platte da entweder automatisch drauf gespiegelt, oder du musst das manuell tun (Dafür sollte es beim Start ein Menü geben).

Raid 1 unter Windows ist ein Software Raid und da wird einfach nur alles von der einen Platte auf die andere gespiegelt.

Ich benutze auf meinen Rechnern beide Optionen (also Hardware Raid1 und Software Raid 1 unter Windows XP-7) (aber natürlich nicht gleichzeitig).

MfG

P.S. Generell sind Spielereien mit Raid Systemen nicht ohne. Es kann schnell mal passieren, dass man irgendwas Wichtiges ins Nirvana schickt. Daher - alles einstellen und nicht wieder anrühren, es sei denn es gibt echte Probleme.
 
Zuletzt bearbeitet:
iceview schrieb:
Diese B450 Aorus M?
iceview schrieb:
Ist das so als zu erwartendes Ergebnis korrekt?
Ja, denn ein RAID 1 ist nicht einfach nur eine Spiegelung, es gibt auch noch Metadaten des RAIDs und wenn diese am Anfang der Platte stehen, kann man die Platten einzeln gar nicht einfach so auslesen. Eine andere Sache ist, dass RAID Controller wenn sie ihre Sache ernst nehmen, ein RAID als Volumen begreifen dessen Daten konsistent sein müssen. Wurde dann ohne eine der HDDs schon auf das RAID geschrieben, beim Booten passiert das bei jedem OS schon wegen der logs, dann hat man ein Problem. Ich weiß nicht mehr ob hier oder in einem anderen Forum, aber irgendwo war mal ein Thread, da hatte einer einen hochwertigen RAID Controller und zwei Platten im RAID 1 und hat sich beschwert, dass es nicht funktionieren würde. Er hat folgenden Test gemacht:
1. RAID 1 eingerichtet und (meine ich) Windows installiert
2. HDD 1 abgezogen und getestet, Windows hat normal gebootet, wurde wieder runtergefahren.
3. HDD 1 wieder eingesteckt und dafür HDD 2 entfernt.
4. Rechner hat nicht gebootet und darin hat er einen Fehler gesehen.

Das war aber kein Fehler, das war ein Profi-RAID Controller und kein Billig-Spielzeug RAID Controller, der einfach nur spiegelt. Der Profi-RAID Controller hat gemerkt, dass das RAID nach den Abziehe von HDD 1 degradiert war und da sein Inhalt überschrieben worden ist, weil Windows wie jedes OS ja auch Logs führt und damit immer auch auf sein Systemlaufwerk schreibt. Damit entsprechen nur noch die Daten auf HDD2 den aktuellen Zustand des RAIDs. Durch den direkten Tausch der beiden HDDs gab es nun diesen aktuellen Zustand nicht mehr, da die HDD2 auf der er gespeichert war, ja nicht eingebaut war und HDD1 die letzten Änderungen nicht kannte, der Controller hat das RAID also als defekt gesperrt und das war richtig.

Warum war es richtig? Nun hier hätte bei einem einfach RAID Controller der sowas nicht beachtet und wie der Type sie wohl auch nur kannte, der Rechner auch im Schritt 4 gebootet, eben ohne die Änderungen vom letzten Booten, den z.B. den Eintrag Windows hat um 11:30 gebootet der nur auf HDD2 stand. Dann wäre auf HDD 1 nun z.B. 11:45 als letzter Zeitpunkts des Bootens vermerkt. Was kommt raus, wenn man nun beide HDD bei so einem RAID wieder einbaut? Hängt davon ab, ob die Datei von der einen oder von der anderen Platte gelesen wird. Die Daten stimmen auch beiden Platten nicht überein und das fällt bei solche Billiglösung auch nicht gleichen auf, den RAID lesen immer nur von einer Platten und erst wenn es dort einen Lesefehler gibt, von der anderen. Beide Daten sind aber korrekt lesbar, weichen aber voneinander ab und das darf eben bei Enterprise RAIDs nie passieren, da können wichtig Daten drauf liegen und bei einem Abgleich kann dann auch nicht mehr sagen, welche korrekt sind.

Daher wäre der korrekte Test in dem Fall gewesen, den Schritt 3. so zu gestalten, dass man erst die HDD 1 wieder einfügt, dem RAID Controller Zeit gibt das Resync der Daten von HDD 2 auf HDD 1 abzuschließen und dann erst HDD 2 zieht. Dann hätte HDD 1 den korrekten Datenstand des RAIDs enthalten und es hätte funktioniert. Hoffentlich wurde nun verständlich was ich damit sagen will, wenn ich sage, dass ein RAID eben ein logisches Volumen und mehr als nur die Summe der Platte ist und wieso es gut ist, wenn ein Controller das auch so handhabt.

Ob ein AM4 Chipsatz RAID das macht, weiß ich nicht aber ich vermute es.
 
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