Krik schrieb:
Rechtlich gesehen, darfst du das für die Firma nicht machen, sofern es nicht Allgemeingut bzw. gemeinfrei ist. Wie gesagt: Frei und öffentlich einsehbar heißt nicht, dass man es auch für beliebige Zwecke einsetzen darf.
Was du privat machst, ist wiederum eine andere Sache. Da gelten ein paar andere Regeln.
Ein Tipp oder Wissen im Netz ist kein geschütztes Werk. Wenn ich lese, wie man eine Schraube richtig dreht oder einen Prozess optimiert, dann kann ich das natürlich in meiner Firma nutzen. Ideen an sich sind nicht urheberrechtlich geschützt, nur die konkrete Form (also der Text oder das Bild). Da so zu tun, als wäre das illegal, ist genau diese Art von unnötiger Panikmache, die ich meine.Soweit ich weiß, laufen deswegen noch so einige Klagen. Ich bin gespannt, wie man urteilen wird.
Krik schrieb:
KI lernt nicht in dem Sinn,...
Deine Erklärung, wie KI funktioniert, ist technisch einfach falsch. Das Ding ist kein Kopierer, der Buchseiten neu sortiert und 'wiederkäut'. Die KI lernt Konzepte und Muster. Wenn ich die was Neues schreiben lasse, dann gabs das vorher so nirgends. Das ist Fortschritt durch Abstraktion, kein Diebstahl.
Krik schrieb:
Damit forderst du, das Urheberrecht abzuschaffen. Wovon sollen die Schaffenden dann leben? Wer soll teils sogar Milliarden in die Entwicklung von etwas stecken, von dem er weiß, dass es nach der Fertigstellung von allen kopiert wird und somit die Kosten nicht wieder eingespielt werden?
Niemand fordert, das Urheberrecht abzuschaffen, aber man muss es eben zeitgemäß interpretieren. Zwischen blindem Kopieren und dem Nutzen von Wissen zur Weiterentwicklung liegt ein riesiger Unterschied.
Wenn wir sagen würden, dass man Wissen nicht mehr frei nutzen darf, weil jemand Geld in die Erarbeitung gesteckt hat, dann dürfte kein Koch mehr ein Rezept aus dem Internet nachkochen und kein Handwerker eine neue Technik anwenden, die er online gesehen hat. Fortschritt hat schon immer darauf basiert, dass Informationen geteilt und angewendet werden. Die 'Schaffenden' leben ja gerade davon, dass sie ihr Know-how einsetzen, um Probleme zu lösen – und nicht davon, Wissen wegzusperren.
Es geht nicht darum, Kosten nicht einzuspielen, sondern darum, dass wir uns als Gesellschaft blockieren, wenn wir jede Form von Information als unantastbares Eigentum behandeln. Am Ende profitieren doch alle davon, wenn Lösungen effizienter werden, anstatt dass jeder das Rad mühsam neu erfinden muss.