Ryzen 2700x Voltage

Danke für die ausführliche Erklärung. Das klärt so ziemlich alle meine Fragen auf einmal. Wenn ich das auf die Schnelle richtig recherchiert habe, dann erlischt die Garantie, sobald man PBO aktiviert? Vermutlich wird das bei mir nicht deaktiviert sein, da ich nicht bewusst dieses Feature aktiviert habe, trotzdem würde ich gerne prüfen, ob es aktiviert ist.
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Interpretiere ich das richtig, dass "Core Performance Boost" dann Precision Boost 2 aktiviert, während "Turbo Performance Boost" PBO akiviert?

Edit: "Turbo Performance Boost" steht bei mir im Bios gar nicht zur Verfügung. Habe nur "Core Performance Boost". Dann wird sich PBO wohl nicht aktivieren lassen
 
Zuletzt bearbeitet:
Chaseman schrieb:
erlischt die Garantie, sobald man PBO aktiviert?
Korrekt.

Chaseman schrieb:
Interpretiere ich das richtig, dass "Core Performance Boost" dann Precision Boost 2 aktiviert
Korrekt.

Chaseman schrieb:
"Turbo Performance Boost" PBO akiviert
Keine Ahnung, depperte abweichende Namen in Board-UEFIs.

Chaseman schrieb:
steht bei mir im Bios gar nicht zur Verfügung
Eigentlich sollte PBO verfügbar sein, es ist ja ein X470-Board. Eventuell versteckt es sich tief in den AMD-CBS-Menüs. Und man kann es auch per Software in Ryzen Master aktivieren. Allerdings sag ich ja: Wenn überhaupt, dann bringt das maximal 2,5% Performance bei unwirtschaftlichem Mehrverbrauch. Ich würde da gar nicht weiter rumprobieren, außer wenn man unbedingt mal den eigenen Cinebench-Rekord verbessern will. Außerhalb solcher Schwanzvergleiche ist die Funktion sinnlos.
 
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Nixdorf schrieb:
  • Rahmendaten: Als maximaler Takt bei Precision Boost 2 ist 4,3 GHz vorgesehen. Dazu kommen noch 50 MHz XFR2-Bonus, wenn alle thermischen Messpunkte unter 60°C sind. Das ergibt dann 4,35 GHz als Maximum.
  • Werkszustand: Bei Single-Core-Lasten sieht diesen Wert so ziemlich jeder Nutzer, bei Last auf allen Kernen ist der erreichbare Maximalwert von der Qualität der Kühlung und der VRMs abhängig. Man sieht abhängig davon dann Werte zwischen 3,9 und 4,05 GHz als Maximum im Auslieferungszustand.
  • PBO-Overclocking: Aktiviert man PBO (Precision Boost Overdrive), so werden die elektrischen Begrenzungen angehoben oder sie fallen ganz weg. Dann kann man theoretisch bis zu 4,3 GHz auf allen Kernen erreichen. Da würde CPU aber dann theoretisch über 250W verbrauchen, das führt dann dazu, dass die thermischen Werte bei den internen Sensoren doch irgendwo begrenzen. Mit viel Glück und einem Golden Sample kann man vielleicht so mal 4,2 GHz auf allen Kernen sehen.
  • BCLK-Overclocking: Noch mehr geht mit aktivem Boost-System nur, indem man den Basistakt über 100 MHz hinaus anhebt. Das sollte man nur bei Boards tun, die einen separaten Taktgenerator nur für die CPU haben, denn andere Systemkomponenten nehmen solche Abweichungen übel. Zum Beispiel versagen M.2-SSDs teilweise schon bei gut 101 MHz den Dienst. Mit dieser Technik kann man die 4,35 GHz um einen entsprechenden Faktor anheben. ASUS hat in einem eigenen Test 103,4 MHz erzielt, und das ergibt dann 4,35*1,034=4,498 GHz.
Ergibt all das in der Praxis einen Sinn? Nein, nicht wirklich. Schon PBO ist nicht wirklich sinnvoll, weil man für etwaige 4,1 GHz statt 4,0 GHz auf allen Kernen 40W mehr Verbrauch für die maximal 2,5% mehr All-Core-Performance in Kauf nimmt. Der 2700X ist genau so, wie er aus der Packung kommt, schon optimal auf hohe Performance hin optimiert.


Unglaublich gut und detailliert erklärt.
Vielen Dank!
Ergänzung ()

Chaseman schrieb:
Edit: "Turbo Performance Boost" steht bei mir im Bios gar nicht zur Verfügung.

Ich konnte diese Funktion auf meinem Asus B450-F Gaming auch nicht finden.
Geklappt hat es indem ich auf im Bios die Funktion suchen bemüht habe :D !
Einfach "overdr" eingegeben und schon stand da PBO (voll ausgeschrieben) !

Kann mir jemand sagen wann PBO sich automatisch aktiviert wenn man AUTO ausgewählt hat .. ?!
 
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Was man kann im BIOS was man gerade sucht eingeben? Hab so ein Suchfeld noch nie gesehen ^^

Ist das nur bei AMD möglich?
 
1unknown_user schrieb:
Kann mir jemand sagen wann PBO sich automatisch aktiviert wenn man AUTO ausgewählt hat .. ?!
Prüfe es einfach nach. Der Ryzen Master zeigt die Limits an. Bei aktivem PBO steht dort oben bei PPT nicht mehr "Limit 141W", sondern je nach Board und Default sowas wie 255W oder auch 1000W. Außerdem wird dann bei Control Mode auch "Precision Boost Overdrive" farblich hinterlegt.
 
@HEDT

Hier bitte:
784890



@Nixdorf

Ich muss ehrlich gestehen dass ich den Ryzen Master noch nicht installiert habe.
Ist also nicht so eine Software die mehr schlecht als recht ist..
Und irgendwas dazwischenpfuscht?

Bin ja erst seit 2 Wochen von Intel auf AMD gewechselt! :)
 
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Als Werkzeug zum dauerhaften Übertakten mag ich Software wie die meisten eher nicht. Es pfuscht aber nicht dazwischen, wenn man es einfach nur zum "Mal Gucken" installiert. Und dann liefert es offizielle Infos, was keine andere Software bietet.

Kleiner Exkurs in Verbrauch vs TDP
Man sieht da zum Beispiel mit den 141W im Werkszustand auch die elektrische Grenze. Bei Intel liegt ja zum Beispiel offiziell dieser Wert für 95W TDP bei 25% Zuschlag (95*1,25=118,75W => 119W) und 8 Sekunden Zeitlimit. Bei Intel hält sich da dann kein Retail-Board dran, zumindest das Zeitlimit wird in den Defaults immer komplett ignoriert. Bei AMD scheint es 35% Zuschlag zu geben (105*1,35=141,75W => 141W) und kein Zeitlimit.

Wie kann dann die TDP bei 105W liegen? Weil die CPU auch ein thermisches Limit hat, welches ggf. begrenzt, bevor das elektrische Limit erreicht wird. Es sagt aus, dass ein nur für das Abführen von 105W Verlustleistung fähiger Kühler hinreichend ist, um die CPU mindestens auf dem Basistakt zu halten. Schon der mitgelieferte Wraith Prism schafft 120W, After-Market-Kühler in der Regel nochmals mehr. Damit wird dann aus dem 2700X eine CPU mit dauerhaft bis zu 141W Verbrauch bei Volllast. Das ist dann für etwa 4,05 GHz gut.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich halte es für ein Gerücht wenn man PBO aktiviert, dass die Garantie erlischt bei mir ist das standardmäßig nach Bios Aktualisierung eingestellt gewesen.
Standard settings können nicht Garantieverlust erwirken....
 
Die offizielle Aussage dazu ist aus Robert Hallocks Erklärung zum Feature. Da war das Feature zunächst nur für Threadripper offiziell aktiviert worden, aber die Aussage gilt auch für die normalen Ryzen:
Because Precision Boost Overdrive enables operation of the processor outside of specifications and in excess of factory settings, use of the feature invalidates the AMD product warranty and may also void warranties offered by the system manufacturer or retailer.

Bei jedem Start von Ryzen Master wird man darauf auch hingewiesen, und in einem korrekt funktionierenden UEFI versteckt sich das Aktivieren der Funktion ebenfalls hinter einer Warnung. Also ja, das Aktivieren von PBO führt zum Garantieverlust.

Es handelt sich auch um keine Standardeinstellung. Falls sich das tatsächlich bei der Aktualiserung von allein eingeschaltet hat, dann verlierst du rechtlich weiterhin die Garantie auf den Prozessor, und kannst den Boardhersteller dafür in die Haftung nehmen. Das Verhalten müsstest du aber nachweisen.

Und da sind wir beim Knackpunkt der ganzen Sache: Wie weist man die Nutzung von PBO nach? So lange es dafür keine Erkennung im Prozessor gibt, die den Betrieb außerhalb der Spezifikation in der CPU abspeichert, und zwar so, dass man das auch nach einem Defekt noch auslesen kann, so lange wird AMD dennoch die Garantie leisten müssen.
 
Nixdorf schrieb:
Die offizielle Aussage dazu ist aus Robert Hallocks Erklärung zum Feature. Da war das Feature zunächst nur für Threadripper offiziell aktiviert worden, aber die Aussage gilt auch für die normalen Ryzen:


Bei jedem Start von Ryzen Master wird man darauf auch hingewiesen, und in einem korrekt funktionierenden UEFI versteckt sich das Aktivieren der Funktion ebenfalls hinter einer Warnung. Also ja, das Aktivieren von PBO führt zum Garantieverlust.

Es handelt sich auch um keine Standardeinstellung. Falls sich das tatsächlich bei der Aktualiserung von allein eingeschaltet hat, dann verlierst du rechtlich weiterhin die Garantie auf den Prozessor, und kannst den Boardhersteller dafür in die Haftung nehmen. Das Verhalten müsstest du aber nachweisen.

Und da sind wir beim Knackpunkt der ganzen Sache: Wie weist man die Nutzung von PBO nach? So lange es dafür keine Erkennung im Prozessor gibt, die den Betrieb außerhalb der Spezifikation in der CPU abspeichert, und zwar so, dass man das auch nach einem Defekt noch auslesen kann, so lange wird AMD dennoch die Garantie leisten müssen.

Zwei Fragen

Kann man das aktuell irgendwie nachweisen?
und
Wieviel Leistung in % macht man ca gut mit PBO aktiv?
 
Qldskool schrieb:
Kann man das aktuell irgendwie nachweisen?
Das weiß keiner.

Qldskool schrieb:
Wieviel Leistung in % macht man ca gut mit PBO aktiv?
Viel zu wenig in Relation zum Mehrverbrauch. Das schrieb ich ja schon:

Nixdorf schrieb:
Allerdings sag ich ja: Wenn überhaupt, dann bringt das maximal 2,5% Performance bei unwirtschaftlichem Mehrverbrauch.

Genau kann man es nicht sagen. Die Takte sind bei Ryzen von vielen Rahmenbedingungen wie Temperatur und VRM-Qualität abhängig. Und selbst PBO ist in den UEFIs nicht standardisiert, manche haben sogar mehrere Stufen von "bisschen mehr Strom" bis "komplett unbegrenzt und macht sofort die CPU kaputt".

Pi mal Daumen liefert ein normal laufendes PBO so um die 100 MHz mehr auf allen Kernen, also z.B. 4,05 GHz statt 3,95 GHz. Das sind dann 2,5% mehr Takt, die sich im Optimalfall auch in 2,5% mehr Performance zeigen. Dafür steigt der Verbrauch um 30-40 Watt.
 
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@Nixdorf ich hatte zu dem Zeitpunkt nicht mal Ryzen Master installiert =)

war dann wohl ein BUG bei mir
 
Ambisonte Nibor schrieb:
nicht mal Ryzen Master installiert
Den Hinweis auf Ryzen Master brachte ich nur, weil das ja der einzige, von AMD selbst bereitgestellte Weg zur Aktivierung von PBO ist. Im UEFI sind die Board-Hersteller dafür verantwortlich, die CPU-Garantie nicht zu gefährden.
 
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