wunschiwunsch schrieb:
WEil Ballbesitz nichts zählt im Fußball.
Wenn man es richtig anstellt, ist er vor allem bei den klimatischen Bedingungen aber durchaus förderlich. Wer den Ball nicht hat, muss um richtig verteidigen zu können, zwangsläufig mehr rennen (da widerspricht mir wohl niemand, deshalb setze ich das als gegeben vorraus). Geht man davon aus, dass beide Teams die gleiche Belastbarkeit haben und diese so begrenzt ist, dass sie nicht ausreicht, um 90 Minuten konzentriert zu spielen (bei der Hitze und Luftfeuchte durchaus wahrscheinlich, sofern die ballführende Mannschaft mit immer wieder auftretenden Raumgewinnen den Ballbesitz eben gut umsetzt; also annehmbar, wobei das auch je nach Spielort stärker oder schwächer ausfällt), dann wird das Team mit weniger Ballbesitz früher ans Ende ihrer Kräfte stoßen und dadurch fehleranfällig, sodass das Team mit mehr Ballbesitz wahrscheinlicher die Tore macht. Effekte des Ballbesitzes auf das eigene Verteidigen sollte man natürlich auch noch berücksichtigen, die lasse ich jetzt aber mal außen vor.
Was passiert nun, wenn man die Belastbarkeit zweier Teams nicht mehr als gleich vorraussetzt? Dann wird das Team mit weniger Ballbesitz mit weniger Kraft noch früher fehleranfällig, mit mehr Ballbesitz schafft es aber die Vorraussetzungen, um ein Belastbarkeitsdefizit auszugleichen oder sogar komplett zu überwinden.
Ich denke, diese Argumentation ist durchaus logisch und nachvollziehbar.
Man kann natürlich auch mit anderen Strategien zum Erfolg kommen, wie die Niederlande eindrucksvoll gezeigt hat, aber das bedeutet ja nicht, dass Ballbesitz grundsätzlich falsch ist.
Kleeh schrieb:
Man stelle sich innenpolitisch vor was geschieht wenn Brasilien kein Weltmeister wird. Da gibts Stadionrückbau durch die eigene Bevölkerung...
Sehr gut, will sehen
wunschiwunsch schrieb:
Sorry, aber von iener Deutschen Mannschaft die von den Spielerischen Veranlagung ein einiges an mehr Klassen hat als die US-Mannschaft erwarte ich auch mal, dass man spierlisch überzeugt. Diese WM hat man es bisher nicht. Man lebt gerade von Standartsituationen. Mehr nicht. Auch der Ausgleich gegen Ghana ist so gefallen, sprich man hat alle Spiele über Stnadarts entschieden nichts spielrisches. Das ist schon ein armutszeugnis für die Qualität die man zur Verfügung hat, aber man spielt ja auch ohne Schwung. 5 min ball hin und her Passen und hoffen das irgendwo eine Lücke entsteht... Die Leute meckern über die Spielweise Spaniens und freuen sich, dass die Ausgeschrieben sind, aber Deutschland spielt die 3 spiele noch viel schlimemres Ballgeschiebe ...
Woher kommt eigentlich immer diese Einschätzung, wir müssten mit dem deutschen Spielermaterial Zauberfußball erwarten können? Wir haben nahezu keine Kreativität im Kader. Das weiß man, wenn man diese Saison Özil und Götze mehrfach spielen gesehen hat und alle anderen kommen dafür sowieso nicht infrage. Solche Pirlos, Oscars, etc. haben wir nicht. Wir haben auch keine Turbodribbler a la Messi, Ribery oder Robben. Da bleibt zwangsläufig nur noch der "Jedermann-Fußball" hinten konsequent zu seien und vorne die 0815-Passstaffetten und -Flanken aus dem Lehrbuch nachzuempfinden, in der Hoffnung, damit irgendwann ein Tor zu erzielen. Was das angeht, ist der Unterschied zu 2002 vielleicht auch nur der, dass unserer Spieler heute durch die bessere Ausbildung sehr viel ballsicherer sind. Aber auch das kann zum Erfolg reichen, wenn man es eben richtig macht.
Somit: Nur weil wir Spieler auf einem technisch hohen Niveau haben, impliziert das nicht, dass sie gleich wirklich spektakulär spielen können. Das wird mit dem deutschen Spielermaterial vorerst immernoch die Ausnahme bleiben.