Segmentauslastung nachvollziehbar?

Lauch86

Lt. Junior Grade
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Mai 2013
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Hi,

ich überlege von DSL auf Kabel (UM) zu wechseln. Leider ist bei uns nur VDSL50 verfügbar. Nun ist ja bekannt, dass in Ballungsräumen das Kabelnetz schon mal gut ausgelastet sein kann und die Bandbreite meistens zum Abend hin deutlich abfällt.

Gibt es eine Möglichkeit die Segmentauslastung von verschiedenen Tagen auszulesen? Ich würde gerne im Vorfeld wissen, wie stark die Auslastung zu Stoßzeiten ist. Möchte ungern meine Nachbarn nerven. Laut UM ist das jedenfalls nicht möglich, allerdings kann ich mir das nicht vorstellen. Mich würde es stören wenn von den gewünschten 150 Mbit am Abend nur 25 Mbit überbleiben.

Ich wohne in Willich, also eher ländlich gelegen. Unser Haus hat 6 Parteien. Kein Wohnbunker in der Nähe.
 
UM wird ganz genau wissen, wie stark die Auslastung in einem bestimmten Segment ist aber diese Infos sicher nicht zur Verfügung stellen. Da hilft es nur bei den Nachbarn nachzufragen, denn Anzahl der UM-Nutzer in einem Segment sagt erst mal absolut nix über die Auslastung aus. Ich wohne in einem knapp 60 Parteien Haus und bei mir kommen meine 200 mbits immer an.
 
Ich hatte einen Kollegen als Azubi, der in meiner Firma nicht übernommen wurde und bis kurz nach der Übernahme durch UM bei Kabel BW gearbeitet hat. Er war last level. Er konnte mir die Segmentauslastung ziemlich detailliert darlegen vor Bandbreitenänderungen.
Also "technisch" ist es möglich. Aber abseits vom Besitzer der Nodes kann dir natürlich keiner die Auslastung mitteilen.
 
Habt ihr denn generell Erfahrung mit UM oder Kabel allgemein? Würde ja schon irgendwie gerne VDSL100 haben aber wenns nicht angeboten wird bleibt mir nicht viel übrig. Sind technisch irgendwelche Unterschiede zu DSL/VDSL feststellbar? Wie z.B. Latenz bei Spielen, Streaming (Down, nicht Up) oder allgemeine Schwankungen der Bandbreite.
 
Latenz, sofern nicht ausgelastetes Segment, ist +- gleich, kommt halt auf das Ziel an. Ich hatte zu CB und zu meinem TS Server einen besseren Ping bei KBW als momentan bei der Telekom. Aber die 2 ms...
Streaming war etwa gleich, YouTube war anfangs eher bei der Telekom nicht so toll. Momentan habe ich da aber keine Probleme mehr mit der Telekom.
Allgemeine Schwankung der Bandbreite: NUR von der Segmentauslastung abhängig. Der Vorteil des COAX-Kabels ist, dass es höherwertig ist. Da sind Dämpfungen und SNR kein so kritisches Thema, dass Ausseneinflüsse (abseits der Segmentauslastung) derart starke Auswirkungen haben. Oder lass sagen: seltener.
Bei mir lagen in meiner Vertragszeit die 200 MBit immer an. Als dem nicht mehr so war erfolgte (löblicherweise innerhalb von 2 Monaten) eine Teilung des Segments. Bei uns war das aber baulich auch einfach realisierbar. Das ist von Ort zu Ort unterschiedlich.

Da aber die Segmentauslastung so ein gravierendes Thema ist beim geteilten Medium bis zum Node, hat das auf alle von dir angeschnittenen Dinge natürlich direkte Auswirkungen. WENN das Segment voll ist:
- kommt es zu Jitter (Latenzschwankungen), was viel schlimmer ist als nur eine hohe Latenz.
- kommt es zu hoher Latenz.
- kann Streaming (je nach übriger Bandbreite im Segment und den Anforderungen deines Streams) fehlschlagen.

Weiterer Nachteile bei Kabelinternet, sofern kein Businessanschluss, ist die fehlende public IPv4 ("Dual Stack lite"/"DSLite"). Das ist für Portfreigaben relevant. Diese können nämlich für IPv4-Erreichbarkeit aus dem Internet nicht realisiert werden.
Wenn deine Dienste nie von außen zugreifen müssen, oder du das mit IPv6 realisiert bekommst, ist das kein Problem. Ansonsten ist es ein sehr großes und würde mich von der Providerwahl abhalten.
 
Ui, das habe ich ja noch gar nicht gewusst. Sind dir Dienste bekannt die damit Probleme haben?
Und natet UM selbst?

Hab grad schon gegoogelt. Playstation Network scheint u. a. damit Probleme zu haben...
 
Zuletzt bearbeitet:
Und natet UM selbst?
Das verstehe ich inhaltlich nicht?
Du hast eine IPv4, aber eine Private. Natürlich wird diese dann für x-Clients zusammen geNATet auf eine public IPv4. Irgendwo müssen ja im Internet route-bare Adressen beginnen, sonst käme man nicht raus.
Ja, mir sind viele Dienste bekannt. Alles, was ich bei mir im Netz habe und von außen erreichen will. Das sind u.a.: VPN-Server, Video-Transcodingserver, Teamspeak-Server (früher mal), falls man nicht Teamviewer nutzen will VNC oder ähnliches...
Alles, was eben in deinem Netz gehostet wird und von außen erreichbar sein soll.
 
Es gibt eine Möglichkeit, die Segmentauslastung mit einer DVB-C-Karte im PC auszulesen:

https://falkhusemann.de/blog/2013/0...lastung-mit-munin-und-dvb-c-usb-stick-messen/
https://www.kdgforum.de/viewtopic.php?t=15097

(Gab auch mal einen Thread im inoffiziellen Unitymedia Forum, kann den aber auf die Schnelle nicht finden)

Meine persönliche Erfahrung:
Ich habe vor einigen Jahren in einer Kleinstadt (~25k Einwohner, Wohngegend mit vielen Einfamilienhäusern) Kabelinternet von Unitymedia genutzt, 150mbit/s waren es und die kamen glücklicherweise immer an.

Mittlerweile wohne ich in Darmstadt (~150k Einwohner) und habe den 200/20er-Tarif gebucht, die ebenfalls immer anliegen. Würde mich auch als Power User bezeichnen.

Einzig DS Lite ist nervig, v.a. weil mittlerweile die meisten großen Webseiten Cloudflare als DDoS-Schutz einsetzen und man dann Pech hat, wenn die Seite nur über IPv4 erreichbar ist und diese eben bei Cloudflare geflagged ist, weil jemand damit Schabernack getrieben hat.
 
CryNickSystems schrieb:
Es gibt eine Möglichkeit, die Segmentauslastung mit einer DVB-C-Karte im PC auszulesen:

https://falkhusemann.de/blog/2013/0...lastung-mit-munin-und-dvb-c-usb-stick-messen/
https://www.kdgforum.de/viewtopic.php?t=15097

(Gab auch mal einen Thread im inoffiziellen Unitymedia Forum, kann den aber auf die Schnelle nicht finden)

Meine persönliche Erfahrung:
Ich habe vor einigen Jahren in einer Kleinstadt (~25k Einwohner, Wohngegend mit vielen Einfamilienhäusern) Kabelinternet von Unitymedia genutzt, 150mbit/s waren es und die kamen glücklicherweise immer an.

Mittlerweile wohne ich in Darmstadt (~150k Einwohner) und habe den 200/20er-Tarif gebucht, die ebenfalls immer anliegen. Würde mich auch als Power User bezeichnen.

Einzig DS Lite ist nervig, v.a. weil mittlerweile die meisten großen Webseiten Cloudflare als DDoS-Schutz einsetzen und man dann Pech hat, wenn die Seite nur über IPv4 erreichbar ist und diese eben bei Cloudflare geflagged ist, weil jemand damit Schabernack getrieben hat.

Das ist schonmal sehr hilfreich, danke!
Ich habe mich aber aufgrund der DS Lite Problematik bereits gegen Kabel entschieden. Was man da teilweise im Netz liest ist schon gruselig. Ich verstehe schon warum es gemacht wird, aber solange IPv4 noch Leader ist bleib ich erstmal bei DSL/VDSL.
 
du kannst ja auch mehr zahlen und einen Business vertrag wählen, das ist halt der Nachteil wenn man als privatkunde wenig zahlen möchte und sich dann wundert wenn man keine businesskonditionen ala IPv4 bekommt.

Was meinst du warum Vodafone& UM all ihren Kunden einen Wechsel auf Höhere Bandbreiten anbietet, aber gleichzeitig den wechsel auf IPv6 verschweigt?

Sie wissen schon wie sie immer mehr die "power user" ausgrenzen können.

Bei Vodafone kannst du zb. bestimmte Streamingseiten für Serien GAR NICHT mehr aufrufen und wie CryNickSystems schon kompetent geschildert hat , du überhaupt probleme hast ohne IP4 durch die DDOs protection zu kommen.

Einzige alternative: VPN, Kostet halt
 
Zuletzt bearbeitet:
Keks2me schrieb:
Was meinst du warum Vodafone& UM all ihren Kunden einen Wechsel auf Höhere Bandbreiten anbietet, aber gleichzeitig den wechsel auf IPv6 verschweigt?

Bei Unitymedia ist es lt. meinem Kenntnissstand so, dass Bestandskunden weiterhin bei IPv4 bleiben können (allerdings muss man drauf bestehen, oftmals stellt Unitymedia "einfach so" auf DS Lite um). Teilweise können nicht mal alle Endgeräte (man denke an die berühmt berüchtigte Horizon Box) DS Lite.

Keks2me schrieb:
Sie wissen schon wie sie immer mehr die "power user" ausgrenzen können.
Das glaube ich nicht. Ich glaube nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen DS Lite und typischen Power-Usern gibt, da schließlich mit immer höheren Bandbreiten und neuen Tarifen geworben wird.

Ich bin selber bei Unitymedia und habe mich mit DS Lite abgefunden. Wenn man Pech hat, erwischt man eben eine "schlechte" IPv4. Für mein NAS, auf dem diverse über das Internet erreichbare Dienste laufen ist das kein Problem, da ich den gesamten ankommenden IPv4 Traffic über meinen V-Server tunnele.
 
Ich glaube nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen DS Lite und typischen Power-Usern gibt, da schließlich mit immer höheren Bandbreiten und neuen Tarifen geworben wird.
PowerUser wird von Keks2me wohl dadurch definiert, dass "Internet-Power-User" eher Zugriff von außen in ihr Netzwerk haben möchten, um bspw. auf ihr NAS zuzugreifen oder einen eigenen Mails-/Webserver zu betreiben ohne auf einen dedizierten Hoster angewiesen zu sein. Was bei echten IPv4-Anschlüssen (dynamisch/statisch grad egal) deutlich einfacher zu realisieren ist als bei DS-lite.
Da geht es weniger um die Bandbreite des Anschlusses sondern die Funktionalität.
 
Da hilft es nur bei den Nachbarn nachzufragen, denn Anzahl der UM-Nutzer in einem Segment sagt erst mal absolut nix über die Auslastung aus

Doch, deswegen spricht man auch hier von Überbuchung eines Segments und nicht von Überlastung. Die Überbuchung ist auch dann gegeben wenn die Modems nur verbunden sind ohne Traffic zu erzeugen. Irgendwann sind nämlich nicht mehr genug Frequenzbereiche frei. Da jeder Frequenzbereich für einen Teil deines Downstreams steht hast du bei halb so vielen Frequenzbereichen auch nur halb so viel Downstream.
Dazu kommt, dass jedes defekte Modem in deinem Segment deinen Anschluss lahm legen kann. Das führt dann im Schnitt zu mehr Ausfällen und mehr Ausfallzeiten als bei VDSL.
 
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