Piktogramm schrieb:
Wenn eine Spedition mit Geld abnimmt für einen Transport und dann am Endpunkt nochmals Geld zur Erfüllen des selben Transportauftrags will, könnte man der Spedition privatrechtlich den Arsch aufreißen. Wäre das in eine Spedition in einer marktdominierenden Stellung und würde das systematisch betreiben, wäre staatlicher Verbraucherschutz handlungsfähig.
Ganz abgesehen davon, dass die Gesetzgebung zur Netzneutralität da auch eindeutig ist. Es ist ja nicht so, als hätten div. Provider damit nicht bereits Erfahrung gemacht.
Unpassendes Beispiel - die eine Seite wird bezahlt um den Zugang bereit zu stellen, die andere Seite wird für Transit bzw. Traffik gebeten zu bezahlen. Und das scheint zumindest nach Aussage der Telekom gängige Praxis zu sein, dass man dort für ungleiches Volumen, also mehr Up wie Down bzw. umgekehrt eben die Hand auf hält. Was durchaus Sinn ergibt, weil wo kommen wir hin wenn Dritte in dein Netz einfach Bandbreitenlastig Traffik einleiten und an einem anderen Ort wieder ausleiten und du als Anbieter dafür zu zahlen hast?
Piktogramm schrieb:
https://www.telekom.de/produktinformationsblatt/magentazuhause-l-2-vdsl-100
Die Tkom schreibt selber, dass es sich um einen Internet-Zugang handelt und nicht um ein T-Netzzugang. Keine Ahnung, was du dir hier herbei fantasierst. Die Langversion vom Vertrag ändert da auch wenig dran.
Einfach auch mal die Kirche im Dorf lassen. Wie bitte soll dir ein Internet Anbieter zu jeder erdenklichen IP im Netz die Bandbreite garantieren, die du in deinem Vertrag stehen hast!?
Das ist technisch schlicht unmöglich... Das ganze Argument ist also quatsch, wenn man meint dass nur weil man da ne Bandbreite stehen hast, dem ISP das für alle erdenklichen Endpunkte aufdrücken kann.
Und ja, die Telekom ist da als quasi Monopolist und Erbe der alten Post Infrastruktur sogar noch in einer gewissermaßen höheren Verantwortung ggü. kleineren ISPs. Aber auch die können das technisch nicht gewährleisten, weil es technisch nicht möglich ist.
Piktogramm schrieb:
De-CIX hat mehrere Standorte und nirgends in Deutschland lebt man so weit ab vom Schuss, dass nicht in <200km der nächste Exchange steht. Einzig in Berlin/Brandenburg sollte man ein paar Anschlüsse im BCIX buchen.
Das ist doch aber völlig egal für die Aussage!? Je nach Endpunkt ist es total egal, ob irgendwo anders noch andere DE-CIX Knoten existieren, weil bspw.
www.computerbase.de eine Single IP in Frankfurt bei 23M betreibt. Was bringt deine Aussage in dem Zusammenhang? Von hier aus sind es 400km bis Frankfurt. Und das macht ungefähr 10ms aus. Von Nürnberg sind es deutlich weniger Strecke, das resultiert in ca. 3-4ms.
Die Aussage da oben war, das die Masse letztlich in Frankfurt peert. -> das behebt das Problem exakt gar nicht. Frankfurt Peering und dann trotzdem über Cloudflare US Systeme geschickt machen auch 100ms aus. Einfach wegen der Strecke.
Piktogramm schrieb:
Ja, gegen im Vergleich zu public Exchanges deutlich gesteigerten Kosten, das ist die Kritik am Konzern. -.-
Dann kritisiert man das halt - letztlich ist das doch deren Entscheidung!? Oder willst du hier einen Zwang auferlegen und ihnen das Recht dazu absprechen?
Piktogramm schrieb:
Ja sollte man als Kunde, oder wenigstens den ISP wechseln. Ich zahle doch nicht den teuerstem Anbieter im Lande für Internet, damit der Konzern mich als Kunde als Argument hernimmt um den Services die ich erreichen will nochmals Geld abzunehmen (oder sie halt auszubremsen)
Dann tue das - wechselt alle, am Ende sorgt das ggf. für den notwendigen Drang dass sich die Telekom da etwas bewegt. Aber immer nur meckern und die Schuld irgendwo suchen um dann am Ende doch nicht zu wechseln? (ist jetzt keine Unterstellung dir ggü. - ich kenne deine Situation nicht)
Es ist nur irgendwie auffällig, dass alle über die Telekom schimpfen, vor allem in den Foren, aber tortzdem am Ende die Masse eben Telekom Anschlüsse bucht. Das ist irgendwie unverständlich...
Piktogramm schrieb:
Die Tkom ist sowieso der teuerste Anbieter, es ist schon reichlich vermessen denen Einnahmenmangel zu unterstellen, wenn günstigere Anbieter das mit dem Peering besser hinbekommen.
Du hast die Aussage nicht verstanden. Niemand unterstellt "Einnahmemangel" - es ging argumentativ um den Umstand, dass die Möglichkeit dem ISP Kosten aufzudrücken dazu führt, dass Dritte diesen Umstand ausnutzen können. Es kann nicht das ISP Problem sein, wenn ein Kontent Anbieter aufgrund von einseitiger Endkunden Nachfrage für Kosten sorgt, die dann argumentativ dem ISP dazwischen aufgedrückt werden.
Cloudflare als Instanz zwischen zu schalten ist letztlich das Bier Kontent Anbieter. Und wer außer dieser sollte damit die Kosten tragen, wenn damit ISP Seitig Mehraufwände erzeugt werden?
Piktogramm schrieb:
Wenn man ein Rechenzentrum und/oder Vergleichbares betreibt muss man sich schon selber Fasern legen lassen, oder wenigstens den Anschluss bestehender, dunkler Fasern bezahlen. Insofern zahlt jeder Dienst seine Kosten für Infrastruktur selbst, da springt keine Tkom heldenhaft ein, die halten allenfalls die Hand auf, wenn die Fasern ihnen gehören.
Na es wäre ja schön wenn es so wäre
Wieso wird noch gleich so oft die Verbindung von Telekom zu Cloudflare kritisiert!? Weil Cloudflare als Mittelsmann so viel dafür tut, dass ihre Systeme auch überall und immer so toll angebunden sind?
Oder wo ist deren Arangement in der Richtung als RZ Betreiber selbst für die Fasern zu sorgen und jeder Dienst muss für die Kosten selbst aufkommen? Äh Moment, das versuchst du doch gerade dem ISP aufzudrücken? Mhhhh
Piktogramm schrieb:
Das ähnelt irgendwie sehr dem Prinzip, dass Endkunden für Bereitstellung von Infrastruktur monatlich Geld berappen..
Nur die Telekom will dann halt nochmals Geld dafür, dass man zu ihnen peert. Zu Beträgen die deutlich(!) höher sind als die Kurse, die das De-CIX in Frankfurt haben will (als Hetzner die Option hatte für Tkom Peering als Serverbetreiber selber zu löhnen war es Faktor 4..5).
Mir scheint als würdest du Ursache und Maßnahme vertauschen.
Will die Telekom das Geld weil sie doppelt abkassieren will oder will sie vielleicht eher das Geld, weil andere Einseitig dort Dinge fabrizieren, die sie selbst nicht anders könnten?
Piktogramm schrieb:
Dein Gerechtigkeitsempfinden scheint sehr in Richtung: Der arme Konzern MUSS UNBEDINGT viel mehr Geld an Dienstleistungen verdienen, die es wo anders günstiger gibt. Das ist lächerlich.
Da ist dein Textverständnis aber leider ziemlich kaputt. Weil das ist bei weitem nicht mein Empfinden. Mir persönlich ist es doch Jacke wie Hose, was die Telekom da macht.
Ich hinterfrage aber manche Aussagen hier, weil Pausch immer feste drauf auf die Großkonzerne heuer ziemlich in Mode ist. Was ich in dem Zusammenhang aber nicht verstehe - warum man auf den hiesig hierzulande ansässigen Konzern drauf kloppt und nicht mal in die andere Richtung blickt. Wo wir uns bestimmt einig sind, dass das nicht Endkunden-Thema sein sollte.
Aber pauschal dem ISP die ganzen Dinge aufdrücken? -> mMn gehört hier der Kontentanbieter ins Boot und vor allem in die Kostenthematik mit einbezogen. Schau einfach mal auf Cloudflare was da so die Top10 an Traffik ist. Das bisschen Webseiten Traffik irgendwelcher Server ist das bei weitem nicht. Da stehen die Tech-Riesen ganz oben.
Piktogramm schrieb:
Der Anbieter zahlt für seine Leitung bis nach Frankfurt, und für den/die Ports im öffentlichen Xchange. Nur halt dort ein Vielfaches weniger als bei der Tkom. Die verweigert sich an der kosteneffizienten Variante teilzunehmen um Mehreinnahmen zu generieren.
Das Problem ist doch an ganz anderer Stelle gelagert. Was bringt mir die Strippe nach Frankfurt, wenn in Deutschland der Maßgebliche Teil der Endkunden nicht über Frankfurt mit dem Angebot angebunden werden kann bzw. angeboten wird!?
Natürlich kann ich als Endkunde schimpfen - aber das behebt doch das Problem nicht?