WildKätzchen schrieb:
Ja, ich glaube viele Geschäftsmodelle funktionieren nur auf der Grundlage von zunehmender Leichtsinnigkeit. So wie ich es verstanden habe, ist die wirtschaftliche Lage schlecht und wird auch noch wahrscheinlich deutlich schlechter werden, ohne dass ein Ende klar in Sicht wäre.
So schlecht ist die wirtschaftliche Lage überhaupt nicht. Probleme gibt es hauptsächlich in der fertigenden Industrie, und Du auch längst nicht in allen Branchen. Im Bereich Handel und Dienstleistungen sieht es nicht so schlecht aus.
Und selbst wenn, wenn die wirtschaftliche Lage schlecht ist, geht es nicht automatisch allen Leuten schlecht, sondern nur denen, die direkt betroffen sind (weil sie z.B. ihren Job verlieren).
Durch die höhere Inflation der letzten 2-3 Jahre sind natürlich viele Dinge teurer geworden, aber mittlerweile hat es auch in vielen Branchen relativ hohe Lohnabschlüsse gegeben, sodass das zum Teil ausgeglichen wurde.
Durch die Inflation ist also heute einfach mehr Geld im Umlauf als vor 3 Jahren, aber es ist weniger wert. Das sieht man eben auch an McDonalds.
Eine Eigenschaft von Inflation ist, dass nicht alle Preise in gleichen Maße steigen, und auch nicht für jeden gleich. Wer z.b. ein Haus hat und dafür einen Kredit mit fester Zinsbindung abbezahlt, zahlt immer noch das Gleiche wie vor 3 Jahren, im Verhältnis ist für ihn also wohnen billiger geworden. Wer hingegen in den letzten 3 Jahren zur Miete wohnte und im Extremfall umziehen musste, wird wahrscheinlich deutlich mehr zahlen.
Aber gut, McDonalds ist eher überproportional teurer geworden, vor allem die Menüs, die kosteten vor nicht allzu langer Zeit irgendwas um 8 EUR, jetzt sind sie bei 11-12 EUR.
Die meisten Leute gehen ja nicht jeden Tag zu McDonalds, sondern gelegentlich (bei mir ist es meistens bei weiteren Autofahrten, bei Franchise Ketten wie McDonalds ist der Vorteil, das man reproduzierbare Qualität hat, z.B. auch im Ausland...). Wenn ich nun einmal im Monat für 12 anstatt für 8 EUR esse, ist der Einfluss auf meine gesamten Lebenshaltungskosten minimal.
Noch was zum von dir postulierten "Leichtsinn":
In Zeiten von Inflation ist es eher sinnlos sein Geld zusammenzuhalten, die Inflation frisst es ja auf. Viele Familien schaffen es heute sowieso nicht mehr größere Rücklagen zu bilden. Sobald also ein wirtschaftlicher Rückschlag eintritt (z.B. Arbeitslosigkeit) sind sie nach kurzer Zeit von staatlichen Transferleistungen abhängig. Dann kann man auch gleich jeden Monat sein ganzen Einkommen ausgeben.