A Hole in My Heart
8/10
Schweden/Dänemark 2004 (94 Min.), Drama, FSK 18
Regie: Lukas Moodysson; Darsteller: Thorsten Flinck, Björn Almroth, Sanna Bråding, Goran Marjanovic
In einer Stockholmer Sozialwohnung leben der Witwer Richard und sein Sohn Eric, der ihn hasst. Beide sind Vollblut-Verlierertypen wie aus dem Lehrbuch, ebenso wie Geko, der regelmäßig bei Richard abhängt. Mit der 21-jährigen Tess drehen die beiden Amateur-Pornovideos, während sich Eric in seinem stets abgedunkelten Zimmer mit Noise-Musik betäubt und seinen Gedanken nachhängt. Als Richard und Geko ein Gewaltvideo drehen wollen, bekommt Tess Angst und verlässt die Wohnung. Doch weil die Welt „da draußen“ ebenso unerträglich erscheint, kauft sie nur ein und kehrt dann zu den Männern zurück.
Der Film schockiert weniger durch seine teils drastischen Bilder als durch die Lethargie, Emotionslosigkeit und Abgestumpftheit seiner Charaktere, deren Leben man als trostloses Vegetieren bezeichnen muss. Es überrascht nicht, dass dieser Außenseiterfilm, der keine leichte Kost ist, in die Reihe „Kino Kontrovers“ aufgenommen wurde. Ich betrachte ihn als gesellschaftskritische Sozialstudie und finde ihn unter diesem Aspekt durchaus gelungen.