Shutter Island
Ich bin mit hohen Erwartungen in diesen Film gegangen. Eine recht hohe Bewertung bei der IMDb, ein Mystery-Thriller, was vom Genre her meinem Geschmack entgegen kommt, und Martin Scorsese ist ja auch ein Urgestein des Genre. Leonardo Di Caprio, Mark Ruffalo, Ben Kingsley und Max von Sydow sind wiederum eine top Besetzung und dennoch war ich von diesem Film sehr enttäuscht. Was ist also schief gelaufen?
Zunächst einmal ist der Plot komplett vorhersehbar. Einzig die krude Geschichte um die Befreiung Dachaus ist "far fetched", wie der Franzose sagen würde und kommt damit recht überraschend. Darüber hinaus hat man stets das Gefühl, alles irgenwann oder irgendwo schon einmal gesehen zu haben. Selbst der Twist in der Geschichte ist so ausgelutscht wie offensichtlich das gesamte Genre. Und auch die Musik, die für sich alleine stehend sehr schöne Stücke enthält, wurde einfach inflationär verwendet. Man kann mit Musik Spannung erzeugen, aber manche Szenen benötigen zum Spannungsaufbau auch einfach mal ein wenig Ruhe. Und die wünscht man sich immer wieder, wenn zum wiederholten Male versucht wird, mit viel Musik viel Dramatik zu erzeugen. Zusammen mit dem nicht gerade zufrieden stellenden Ende bleibt nach der Auflösung eine Story übrig, die in eine Vorabendserie gepasst hätte.
Nein, das kann Scorsese deutlich besser. Und wer "The Departed" noch nicht gesehen hat, sollte sich Shutter Island lieber sparen und diesen ganz hervorragenden Film des "großen Meisters" ansehen.
4/10