Robin Hood (2010)
Mit Russell Crowe, Cate Blanchett, William Hurt und Max von Sydow ist der Film von Ridley Scott nicht nur in den Hauptrollen sehr prominent besetzt. Auch in den Nebenrollen sieht man immer wieder bekannte Gesichter wie die von Kevin Durand oder Scott Grimes. Der Film hat damals beim Publikum gemischte Gefühle hinterlassen. Das liegt einerseits sicher daran, dass die großen Namen zu hohe Erwartungen geschürt haben. Andererseits erzählt Scott hier auch eine ganz andere Geschichte um Robin Hood, die wir so noch nie gesehen haben. Für manche (wie mich) ist das spannend, andere wollen vielleicht eher den Helden in Strumpfhosen sehen, der für König Löwenherz kämpft, mit dem am Ende wieder Recht und Ordnung in England einkehrt. Und genau das bekommt man hier nicht. Zum Glück, denn dafür hätte es keines neuen Films für geschätzte 200 Millionen Dollar Produktionskosten bedarft.
Scotts Robin Hood erzählt die Geschichte vor Robin Hood, der im Wald mit Bruder Tack, Will und Konsorten König John das Leben schwer macht. Und selbst diese Vorgeschichte erzählt der Film anders als man sie kennt. Um nicht zu viel zu verraten, das Leben der Menschen in diesem Film ist nicht glamourös, sondern einfach, dreckig und ganz und gar nicht einfach. Wenn es Romantik gibt, dann nicht in schönen Gewändern innerhalb majetätischer Burgmauern, sondern zwischen Menschen.
Und genau das macht den Film interessant, wenngleich er bei der Charakterisierung der Personen auf halber Strecke stecken bleibt. Weniger Schlachtengemetzel und mehr Zeit für die Charaktäre, das wäre vielleicht ein Geheimnis für einen erfolgreichen Robin Hood 2010 gewesen. So bleibt nur ein ambitionierter und frischer, neuer Ansatz, der leider genau das bleibt: ein Ansatz.
Dennoch fühlte ich mich gut unterhalten und gebe dem Film daher:
7,8/10