News : Welche Internet-Security-Suite ist die Beste?

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Nachdem der erste Test im Frühjahr dieses Jahres hohe Wellen geschlagen hat, präsentiert ProtectStar zum Jahresende eine Neuauflage der Untersuchungen. Dabei wurden 14 aktuelle Internet-Security-Suiten auf Herz und Nieren überprüft. Fazit: fast alle Programme haben sich verbessert.

Getestet wurde sowohl unter Labor- als auch unter realen Bedingungen. Im Bereich der Sicherheit lag der Fokus auf dem äußeren und inneren Schutz der integrierten Personal Firewall. Das Hauptaugenmerk waren die werksseitigen Einstellungen, also der Auslieferungszustand der jeweiligen Security Suite. „Äußerer Schutz“ bedeutet hierbei, dass die Sicherheitsüberprüfung mit einem direkt an das Internet angeschlossenen Rechner erfolgte. „Innerer Schutz“ bedeutet hingegen, die Durchführung von Sicherheitstests der Personal Firewall, wenn der entsprechende Rechner im LAN eingebunden ist, da dieses oft als vertrauenswürdige Zone gehandhabt und daher von vielen Personal Firewalls nur mit niedrigeren Sicherheitseinstellungen überwacht wird.

Neben den Sicherheitsaspekten, die natürlich den Hauptteil des Tests ausmachen, geht man auch auf die Benutzerfreundlichkeit ein. Darin enthalten sind die Punkte Installation, Deinstallation, Verständlichkeit der Meldungen und die individuellen Einstellungs- und Konfigurationsmöglichkeiten; sowohl während der Installation als auch danach. Weiteres Augenmerk lag auf dem Handbuch und dessen Verständlichkeit, der Onlinehilfe und den FAQs. Auch auf die Beeinflussung der System-Performance wurde näher eingegangen. Dafür wurden die Suiten auf einer Reihe unterschiedlichster Rechner installiert – angefangen bei einem Einkern-Prozessor mit nur 566 MHz unter Windows XP bis hin zu einem mit 2,4 GHz getakteten Quad-Core-Prozessor unter Windows Vista. Der ausschlaggebende Punkt dabei war, ob die Produkte nach den Herstellerangaben bezüglich der Mindestvoraussetzungen der Produkte auch benutzergerecht verwendet werden können.

Im abschließenden Punkt wurden der Preis und die Ausstattung zusammengefasst. Darin geht es neben dem Lieferumfang um zusätzliche Angebote, welche Software-Module wie beispielsweise Backup, Tuning, etc. dem Anwender ausgeliefert werden und um die Anzahl der enthaltenen Lizenzen. Außerdem wurde der Preisunterschied zwischen einer Box- und Downloadversion beim Hersteller gegenüber dem „Straßenpreis“ am Beispiel des Onlineversandhauses Amazon verglichen. Dabei gab es mitunter sehr drastische Unterschiede, weshalb der geneigte Käufer – wie üblich – vor dem Kauf auch den Preisvergleich zu Rate ziehen sollte.

Insgesamt konnte ein Maximum von 200 Punkten erreicht werden, wovon 120 Punkte allein auf den Bereich der Sicherheit zurückgehen. Die Bedienung und Performance greift mit jeweils maximal 30 Punkten ins Geschehen ein, das Preis-Leistungs-Verhältnis steht am Ende mit maximal 20 Punkten in der Gesamtwertung. Die wichtigsten Punkte in dem Test sind die äußere Firewall, mit allein bereits 40 Punkten, sowie die Malware-Erkennung mit 50 Punkten. Bei der On-Demand Malwareerkennung werden pro fehlendem Prozentpunkt in der Erkennungsrate 2,0 Punkte und bei der retrospektiven Malwareerkennung 0,1 Punkte pro fehlendem Prozentpunkt abgezogen. Je einen Zusatzpunkt konnte sich ein Programm verdienen, wenn die Anzahl der Fehlalarme beim Malware-Testset der On-Demand-Erkennung aus insgesamt 2,3 Millionen und beim Test der retrospektiven Erkennung aus knapp 46.000 Schädlingen jeweils unter 15 lag.

Gesamtergebnis
Angaben in Punkten
  • von maximal 200 Punkten:
    • Symantec Norton Internet Security 2009
      186,4
    • Avira Premium Security Suite 2009
      185,1
    • Kaspersky Internet Security 2009
      185,1
    • G DATA Internet Security 2009
      182,6
    • ESET Smart Security 3.0
      176,4
    • BitDefender Internet Security 2009
      175,1
    • F-Secure Internet Security 2009
      169,1
    • ZoneLabs ZoneAlarm Internet Security 2009
      168,8
    • BullGuard 8.5
      167,1
    • McAfee Internet Security 2009
      164,7
    • Norman Security Suite
      164,5
    • Microsoft Live OneCare 2.5
      163,7
    • Steganos Internet Security 2009
      163,3
    • AVG Internet Security 8.0
      160,3

Symantec ist erneut der Sieger in dem Vergleichstest, wenn man alle Punkte betrachtet. Dies ist vor allem auf die Vielzahl an Verbesserungen im Gegensatz zur Vorgängerversion und vor allem auf die deutlich gestiegene Performance zurückzuführen. Avira und Kaspersky müssen sich gerade wegen der vielen Fehlalarme auf die Plätze verweisen lassen – die zwei fehlenden Punkte in dieser Disziplin hätte beiden Programmen den Sieg bringen können. Trotzdem erhalten beide Produkte die Empfehlung von ProtectStar, Kaspersky bekommt sogar noch einen zusätzlichen Award für die beste Firewall. Die in der Security Suite integrierte Firewall erfüllt als Einzige alle Kriterien einer Firewall aufgrund der hervorragenden Schutzfunktionen im Bereich des äußeren und inneren Schutzes, detaillierten Logdateien und Warn-Pop-Ups. Avira verliert vor allem im Bereich der sonstigen Sicherheitsfunktionen, die etwa die Qualität der Warnmeldungen, Log-Dateien, Intrusion Prevention Systeme, Hostprotection, das Vorhandensein mehrerer Anti-Virenscanner, Behaviorblocker, usw. umfassen. In allen anderen Teilbereichen liegt es vor der Norton Internet Security 2009. Die perfekte Suite gibt es aktuell also noch nicht!

Auch Eset Smart Security 3.0 kann am Ende noch eine Empfehlung einheimsen. Die Stärken des Produkts liegen – wie beim bekannten Virenscanner Nod32 – im Bereich der Performance, Benutzerfreundlichkeit, guter retrospektiven Malwareerkennung und sehr wenigen Fehlalarmen. Im Bereich Sonstiges – wie Avira – aber auch wegen des Preises und der Ausstattung verliert die Suite in der Kategorie mit nur 13 von 20 Punkten allerdings recht deutlich. Bereits für Anfang 2009 hat Eset jedoch eine neue Version namens Eset Smart Security 4.0 angekündigt. Die Version 4.0 soll einige der im Test aufgeführten Kritikpunkte bereinigen. So sollen beispielsweise auch der IMAP-, SSL- und POP3S-Datenverkehr auf Malware hin untersucht werden können sowie ein Rettungsmedium (SysRescue Module) bereitstehen.

ProtectStar wünscht sich auch nach der Neuauflage des Tests, bei der es bereits nach Vorschlägen von Lesern zu Änderungen im Bereich der Gewichtung, Tabellen, PRO/CONTRA bei Benutzerfreundlichkeit, Vergleich mit anderen Produkten wie Norman und ZoneAlarm, Feedback und wird es auch einfließen lassen. Ein erstes, auch von ComputerBase geäußertes kleines Manko, ist die Punktevergabe bei Fehlalarmen. Bei zu vielen Fehlalarmen werden bereits ab dem kommenden Test Punkte abgezogen, statt Programmen mit wenig Fehlalarmen Zusatzpunkte zu geben. Grund für diese Änderung ist aber auch die jüngste Vergangenheit, in der einige Virenscanner harmlose Dateien als Malware erkannt haben und schlichtweg gleich löschten. Härtestes Beispiel ist dabei wohl das Entfernen der Datei „winlogon.exe“, was zu Folge hat, dass das Betriebssystem nicht mehr startet.

Alle Ergebnisse zu dem äußerst umfangreichen Test sowie alle technischen Details und Grundlagen, stellt die Internetseite von ProtectStar zur Verfügung. Dort gibt es unter anderem Dokumente zum Download sowie weitere Empfehlungen. Bevor man sich ein wirkliches und nicht vorschnelles Urteil erlaubt, sollte dieser Report auf jeden Fall zu Rate gezogen werden.

212 Kommentare
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Ergänzungen aus der Community

  • NoD.sunrise 11.12.2008 11:34
    Norton hat bei mir auch einen zu schlechten Ruf als dass ich es momentan kaufen würde aber wenn man zb auch den ct' Test heranzieht dann wird doch deutlich dass sich Norton extrem verbessert hat gegenüber älteren Versionen.

    Auch Avira hat sich stark verbessert aber eben nur in der kostenpflichtigen Version, die kostenlose ist mittlerweile derart beschnitten dass man sie kaum mehr empfehlen kann.
  • Shenhulibu 11.12.2008 11:49
    Schön zu sehen das Norton sich endlich mal deutlich verbessert hat. Jetzt muss man nur noch den schlechten Ruf los werden ;)
    Nutze selber Kaspersky 2009 und kann auch nur bestätigen was die Tests sagen. Absolut unkompliziert aber dennoch sehr viele Einstellungsmöglichkeiten wenn man sich etwas besser auskennt.