CSI: Tödliche Absichten (PC) im Test : Seichte Action gut gemacht

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CSI: Tödliche Absichten (PC) im Test: Seichte Action gut gemacht

Egal ob als Politiker, Manager, Bauarbeiter, Angestellter oder Spieleredakteur: Ab und an sollte man bei der Arbeit den Mainstream verlassen und sich auf neue, unbekannte Pfade begeben, um die grauen Zellen bei Laune und die Motivation bei der Erfüllung des täglichen Solls auf einem guten Niveau zu halten. Genau dies soll im Rahmen dieses Tests geschehen, denn eigentlich widmen sich die Spieletests von ComputerBase in der Regel eher den großen Blockbustern der Branche, was bedeutet, dass Adventures und Knobelspiele außen vor bleiben.

„CSI – Tödliche Absichten“ stellt eine gute Möglichkeit dar, mit diesem Status quo zu brechen, schließlich handelt es sich hierbei um die Videospiel-Adaption zu einer äußerst erfolgreichen da beliebten US-Crime-Serie, die von coolen Charakteren, noch lässigerer Technik und stets vollbusige Frauen involvierenden Fällen lebt. Ob diese Kombination auch abseits des TV-Schirms in Form einer Knobel-Adventure-Mischung überzeugen kann, soll im Folgenden geklärt werden.

CSI auf einen Blick

Beinharte CSI-Fans werden, soviel kann gleich eingangs erwähnt werden, mit „Tödliche Absichten“ zumindest lizenztechnisch vorzüglich bedient. Dank Original-Namen, -Schauplätzen, -Musik und visuellen Elementen wie Logos sowie aufgrund von einigen Original-Stimmen (die drei CSI-Schauspieler Laurence Fishburne, George Eads und Lauren Lee Smith übernehmen die Vertonung ihrer Charaktere höchst selbst) wird durchaus ein Teil des Flairs der TV-Serie auf den PC-Monitor gezaubert. Dazu gehören auch die typischen CSI-Trenner, die mit Hubschrauberbildern von Las Vegas die spärlichen Ladezeiten sinnvoll überbrücken. Außerdem dürften sich Kenner der Serie darüber freuen, dass sich der Titel charaktertechnisch auf Höhe der 9. Staffel bewegt.

Las Vegas bei Nacht – Typische Luftbild-Trenner
Las Vegas bei Nacht – Typische Luftbild-Trenner

Die Fälle, derer es im Rahmen von „Tödliche Absichten“ fünf zu lösen gilt, wurden von Autoren der Serie geschrieben und bieten dementsprechend – ohne inhaltlich etwas vorwegnehmen zu wollen – das gängige Muster: also Sex, Drugs und Rock'n'Roll. In Zusammenarbeit mit von Fall zu Fall wechselnden CSI-Stars gilt es beispielsweise den Tod eines gewalttätigen Feuerspuckers, einer vermeintlichen Braut und einer drogenabhängigen Showgröße aufzuklären. Der Ablauf der Ermittlungen gestaltet sich ebenfalls ähnlich wie in der Serie: Zunächst wird im gänzlich auf Point&Click basierenden Spiel der Tatort untersucht. Dabei kann man natürlich auf allerlei Hilfsmittel zurückgreifen, sodass jede noch so kleine Blutspur dank entsprechender Flüssigkeit sichtbar, der stark verwischte halbe Fingerabdruck dennoch genommen und jede Substanz ins Labor verfrachtet werden kann. Die jeweiligen Ermittlungspartner beteiligen sich bei der Beweissuche am Tatort freilich nicht sondern geben bestenfalls einige Tipps.

Die Beweisliste stellt ein zentrales Element dar
Die Beweisliste stellt ein zentrales Element dar

Ist der Tatort abgegrast und sind die Zeugen befragt, steht die ebenfalls aus der Serie bekannte Laborarbeit an. Hier kommt es darauf an, dass gefundene Material mit allerlei Hilfsmitteln auszuwerten, um so zu neuen Schlüssen zu gelangen. So lassen sich Gegenstände unter einem Mikroskop oder auf einem Basteltisch beäugen, vergleichen und gegebenfalls zusammensetzen; selbiges gilt auch für Fingerabdrücke und für DNA sowie Chemikalien, wobei die Zusammensetzung der letzteren beiden am Computer anhand einer großen Datenbank oder durch den Vergleich mit bereits identifizierten Objekten ermittelt werden kann. Eine medizinische Datenbank erlaubt dagegen, die Wirkungsweise von Medikamenten und – einen entsprechenden richterlichen Beschluss vorausgesetzt – die Krankenakten von Verdächtigen oder Zeugen einzusehen, während man sich an einem größeren Bildschirm Video- und Audio-Material zu Gemüte führen kann.

Die Handhabung der Hilfsmittel erfolgt (wann immer es möglich ist) auf Mini-Spiel-Basis. Zum Abgleich von DNA müssen beispielsweise verschieden farbige Punkte vom Muster mit denen des Vergleichsobjekts übereinstimmen und zusammen gepuzzelt werden. Ähnlich gestaltet sich die Bestimmung von chemischen Substanzen, bei der ein mit Strichen belegtes Farbspektrum mit der Vorlage abgeglichen werden muss. Beim Vergleich von Fingerabdrücken ist ebenfalls Puzzle-Arbeit gefragt, denn die beiden Muster müssen testweise übereinander gelegt werden. Auf diesem Weg können die gefundenen Beweise unter Anwendung unterschiedlicher Werkzeuge untersucht werden – eine Arbeit, die komplexer klingt als sie ist (siehe unten). Weitere Erkenntnisse ergibt die obligatorische Obduktion, deren Ergebnisse man im Interview mit dem etwas spröden Serienarzt erfahren kann.

Die Auswertung der Beweise nimmt großen Raum in Anspruch

Und so setzt sich schon bei den ersten Schritten ein erstes Bild zusammen, das Implikationen für die weitere Vorgehensweise im Fall liefert. Allerdings ist diese keinesfalls frei wählbar. Zwar kann man auf der Mikroebene grundsätzlich freie Entscheidungen treffen (der Hobby-Kriminologe kann also bestimmen, ob er erst einmal ins Labor oder ins Leichenschauhaus fährt), allerdings stößt der angedeutet freie Charakter des Spiels sehr schnell an seine Grenzen. Letztendlich handelt es sich bei den Fällen von „Tödliche Absichten“ um zu 100 Prozent lineare, durchgescriptete Missionen, die dem Schema „wenn A erfüllt, starte B“ folgen, was für ein Adventure allerdings nicht unbedingt ungewöhnlich ist.

Durchaus ungewöhnlich ist aber, dass die Macher so gar nicht auf die Kompetenz des Spielers vertrauen. Stattdessen wird alles versucht, um die Fälle möglichst einfach zu halten, was sich darin niederschlägt, dass nach spätestens acht Stunden der Abspann über den Schirm flimmert. Dies hat zweierlei Ursachen: Zum einen beschränken sich die in den Mord involvierten Personen stets auf weniger als fünf Individuen, sodass man den oder die Hauptverdächtige anhand des dank der Technik immer einwandfrei zuweisbaren Beweismaterials schnell dingfest gemacht hat und nur wenige Befragungen vornehmen kann. Wenn man sich zum anderen an die häufigen Wendungen à la „ok, ok, ich habe sie angelogen, aber ich habe einen wirklich guten Grund dafür“ gewohnt ist, gestalten sich die Fälle umso vorhersehbarer, was natürlich den Spielspaß mindert und dazu führt, dass einzig die Beweiskette samt Verknüpfung abgehakt wird. Hinzu kommt, dass die Handhabung der Instrumente in Form von Mini-Spielen ebenfalls recht einfach gehalten ist, sodass diese zwar bis zum Ende für Stimmung, nicht aber für Herausforderungen sorgen.

Das zweite große Problem findet sich in der viel zu großen Hilfsbereitschaft der Kollegen. Denn wenn man endlich mal in einer Sackgasse steckt und augenscheinlich etwas übersehen hat, kann man sich sicher sein, dass die Leiterin der Nachtschicht einem mit einer freundlichen E-Mail auf die Sprünge helfen wird – ein an sich gutes Feature, das allerdings viel zu schnell auslöst und so jedes Grübeln unnötig macht. Wenn die elektronische Post noch immer nicht weiterhilft, kann auch der/die jeweilige Ermittlungspartner/in und manchmal auch der Vorgesetzte nach dem idealen weiteren Vorgehen befragt werden. Zudem erhält man eine Nachricht, wenn eine Szenerie, beispielsweise der Tatort, komplett untersucht ist. Eine wirklich vertrackte, festgefahrene Ermittlung mit einfach nur ratlosen Detectives kommt also, wie übrigens auch in der Serie, nicht auf.

Inhaltlich gestaltet sich „CSI – Tödliche Absichten“ also nicht sonderlich anspruchsvoll, die Umsetzung weiß dagegen mit der Verbindung von Beweissuche, -auswertung und dem Erwirken einer Vorladung oder eines Haftbefehls zu überzeugen. Ein ähnliche Feststellung soll kurz vor dem Fazit auch für die in diesem Fall nur mäßig wichtige grafische Umsetzung getroffen werden. Diese bewegt sich kaum auf Höhe der Zeit; zudem bieten sich kaum Einstellungsmöglichkeiten. Für den Zweck der bloßen Visualisierung der Geschehnisse reicht die Präsentation aber aus.

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