Grafikkarten-Treiber : ATi Catalyst 10.1 im Test

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Grafikkarten-Treiber: ATi Catalyst 10.1 im Test

Seitdem auf dem 3D-Grafikkarten-Markt ein harter Wettbewerb zwischen ATi und Nvidia herrscht, ist es mit der Entwicklung der Grafikkarte sowie der einmaligen Programmierung des Treibers nicht mehr getan. Mittlerweile müssen die Hersteller über einen längeren Zeitraum in regelmäßigen Abständen neue Treiber für einen Grafikchip entwickeln und pflegen. Mitunter ist es gar notwendig, einen Treiber für ein einziges Spiel anzupassen, damit das Spiel im günstigsten Fall etwas schneller, manchmal aber auch überhaupt erst läuft. Für uns Grund genug, die neuen Treiber auf einer Radeon HD 5870 einem regelmäßigen Test zu unterziehen.

Der neueste Treiber aus dem Hause ATi ist der Catalyst 10.1. In unserem Test sind zu Vergleichszwecken außerdem die Catalyst-Treiber 9.10, 9.11 sowie 9.12 vertreten.

ATi Catalyst 10.1

Lange Zeit wollte der Catalyst 10.1 und somit der erste, offizielle Grafikkarten-Treiber für ATi-GPUs im Jahre 2010 nicht so recht die Bühne betreten, denn erst am 27. Januar wurde dieser zum Download bereitgestellt. Und das, obwohl zahlreiche Gerüchte die Software schon Anfang Januar haben kommen sehen. Aber wie auch immer, nun ist der Catalyst 10.1 für jedermann zu haben und bringt einige Überraschungen mit sich.

Der Catalyst 10.1 wurde bereits am 11. Dezember letzten Jahres fertiggestellt und kommt mit einer Unterstützung für Windows XP, Windows Vista und Windows 7 daher, unabhängig davon, ob es sich um eine 32-Bit- oder eine 64-Bit-Version handelt. Die Variante für Windows Vista und Windows 7 mit einer Kompatibilität für 64 Bit bringt rund 70 MB auf die Download-Waage. Bereits nach der Installation wird es aber kurios. Denn das Catalyst Control Center meldet den Treiber nicht als Catalyst 10.1, sondern als ein anderes Derivat.

ATi Catalyst 10.1
ATi Catalyst 10.1

Ob als Catalyst 9.0, Catalyst 9.9, Catalyst 9.10, Catalyst 9.11, Catalyst 9.12 oder nur als eine interne Bezeichnung, laut ersten Nutzerberichten ist wohl alles möglich. Wir bekommen nach einer Installation zum Beispiel die Bezeichnung 8.69-091211a zu Gesicht. Laut Terry Makedon, Mitarbeiter von ATi, wurde vergessen, die Versionsnummer im CCC zu ändern. Angeblich müsste dies allerdings immer den Catalyst 9.12 ausgeben, was definitiv nicht der Fall ist.

Viel schwerwiegender als dieser nur etwas unschöne Fauxpas scheint jedoch das Fehlen des WHQL-Siegels zu sein – ja, wirklich! Bis jetzt war ATi immer dafür bekannt, dass alle öffentlichen Treiber ein WHQL-Siegel von Microsoft tragen. Der Catalyst 10.1 scheint aus unerklärlichen Gründen eine Ausnahme zu machen, denn dieser ist definitiv nicht WHQL-zertifiziert (siehe Update). Der zweite, unnötige Fehler. Darüber hinaus berichten einige Leser, dass sich der Catalyst 10.1 gar nicht erst installieren lässt. Dies konnten wir zwar nicht nachvollziehen, es häufen sich aber die entsprechenden Meldungen, nicht nur in unserem Forum.

ATi Catalyst 10.1
ATi Catalyst 10.1

Kein Bug, aber mindestens genauso ärgerlich, ist das Fehlen der Radeon HD 5670 im Catalyst 10.1. Wer die neue Mid-Range-Grafikkarte besitzt, muss gezwungenermaßen auf eine andere Software ausweichen. Denn die neuste Variante kann nur mit der Radeon HD 5970, der Radeon-HD-5800- und der Radeon-HD-5700-Serie etwas anfangen.

Laut den offiziellen Release Notes soll der Catalyst 10.1 auf einer Radeon-HD-5700- sowie einer Radeon-HD-5800-Karte in „Left 4 Dead 2“ eine um drei Prozent bessere Performance bieten, genau dasselbe gilt für „Crysis“ auf der Mid-Range-Serie. Eine Radeon-HD-5800-Karte soll dort um vier Prozent schneller rendern können. Davon abgesehen soll sich im Treiber nichts Nennenswertes mehr getan haben. Einzig einige Bugs sollen noch entfernt worden sein.

ATi Catalyst 10.1
ATi Catalyst 10.1

Wer genauere Informationen über den Catalyst 10.1 erfahren möchte, dem empfehlen wir einen Blick in die Release Notes. Der Treiber kann wie gewohnt aus unserem Download-Archiv herunter geladen werden.

Update: Wie ATi uns soeben informierte, soll der Catalyst 10.1 ohne Zweifel ein WHQL-Zertifikat tragen. Warum das Diagnosetool von Windows ausgibt, dass der Treiber über kein WHQL verfügt, ist uns unbekannt. Wir versuchen das aber so schnell wie möglich zu klären.

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