EU-Kommision ermittelt gegen Google

Update Patrick Bellmer
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Laut Bericht der Nachrichtenseite Tagesschau wird die EU-Kommission ein Missbrauchsverfahren gegen den Suchmaschinenbetreiber Google einleiten. Es bestehe der Verdacht auf Missbrauch der marktbeherrschenden Position.

Auslöser für die Ermittlungen sind laut Angaben der EU-Kommission Beschwerden mehrerer Mitbewerber. Diese vermuten, dass Google ihre Seiten absichtlich weiter hinten als üblich anzeigt. Damit würde der Betreiber der weltweit am häufigsten genutzten Internet-Suchmaschine seine marktbeherrschende Position ausnutzen und Konkurrenten benachteiligen.

Da dieses Verhalten gegen die Wettbewerbsregeln der Europäischen Union verstoßen würde, drohen dem Unternehmen eine hohe Geldstrafe und eventuelle Sanktionen. Zwar haben sich bislang noch keine Verstöße gezeigt, so die Kommission, man würde diesen Fall zur Zeit aber vorrangig behandeln.

Google wäre nur eines von zahlreichen Unternehmen, die von der EU mit hohen Geldstrafen aufgrund von Verstößen gegen die Wettbewerbsregeln belegt worden sind. Unter anderem mussten schon Intel und Microsoft hohe Summen zahlen.

Update

Laut Financial Times Deutschland hat Google angekündigt, mit der EU-Kommission im Rahmen der Ermittlungen zusammenzuarbeiten. Man werde Einblick in die erforderlichen Unterlagen gewähren, der geheime Algorithmus – dem die Suchmaschine zu Grunde liegt – wird aber wohl auch weiterhin geheim bleiben. Laut EU-Kommission werde man keinen Einblick in diesen verlangen.

Den drei Beschwerdeführern – Ciao, Foundem und Ejustice.fr – zufolge ist klar, dass Google seine marktbeherrschende Position ausgenutzt hat. Dem widerspricht das beschuldigte Unternehmen aber. Im Gegensatz zu Mitbewerben habe Google nie Geld für das bessere Platzieren von Ergebnissen angenommen, so zwei Google-Manager. Sie betonten auch, dass Menschen vergessen würden, dass Google seine Dienste für Nutzer und nicht für Webseiten anbieten würde.