6/10 Sea Sonic Platinum Fanless 520 Watt im Test : Effizient und passiv gekühlt

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Messungen

Effizienz

Den Wirkungsgrad bestimmen wir in vier üblichen Szenarien mit 10, 20, 50 und 100 Prozent Belastung. Zunächst simulieren wir dabei einen Betrieb im nordamerikanischen 115-Volt-Stromnetz. Diese Werte sind für unsere Leser zwar wenig praxisrelevant, aber perfekt geeignet, um zu prüfen, ob ein Netzteil zu Recht das 80Plus-Zertifikat trägt. Die anschließenden Messungen mit den in Europa üblichen 230 Volt Eingangsspannung dienen der eigentlichen Bewertung des Wirkungsgrads des Probanden.

Der Wirkungsgrad des Sea Sonic Platinum 520 ist beeindruckend hoch. Egal welche Eingangsspannung und Belastung wir betrachten – das Platinum setzt konsequent neue Bestmarken. Dass 80Plus-Platinum im 115-Volt-Netz klar übertroffen wird, ist da nur das i-Tüpfelchen. Im europäischen 230-Volt-Netz steigt die Effizienz weiter an und erreicht bis zu 93,4 Prozent. In Extremfällen kann es sich beispielsweise vom ebenfalls Platin-zertifizierten Enermax Platimax um über drei Prozentpunkte absetzen. Bezüglich des Wirkungsgrades scheint dieser Proband geradezu in einer eigenen Liga zu spielen.

Leistungsfaktorkorrektur (PFC)

Ein PC-Netzteil verhält sich im Stromnetz anders als gewöhnliche (ohmsche) Lasten wie zum Beispiel eine Glühlampe. Die Phasenverschiebung der Stromaufnahme zur Spannung bedeutet, dass neben der Wirkleistung sogenannter Blindstrom entsteht. Dies führt zum einen zu einer höheren gemessenen Scheinleistung, zum anderen zu einer Belastung für das Stromnetz. Ein Messwert von "1" an dieser Stelle würde bedeuten, dass das Netzteil sich perfekt verhält und kein Blindstrom entsteht. In der Realität werden immer geringere Ergebnisse gemessen. Verbraucher bezahlen in Deutschland übrigens in der Regel lediglich die Wirkleistung. Diese und alle folgenden Messungen werden mit 230 Volt Eingangsspannung durchgeführt.

Die Leistungsfaktorkorrektur des Platinum Fanless arbeitet weit unterdurchschnittlich. Die magischen 99 Prozent Leistungsfaktor werden klar verfehlt. Da Verbraucher in Deutschland jedoch lediglich für die aufgenommene Wirkleistung bezahlen, ist dies für die meisten Entscheider sekundär. Aus Umweltschutzgründen sollte Sea Sonic der Leistungsfaktorkorrektur zukünftig trotzdem Aufmerksamkeit widmen.

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