News : AMDs 2. Quartal trotz Verlust über den Erwartungen

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AMD hat die Analysten am Abend nach Börsenschluss mit relativ guten Zahlen überrascht. Diese gingen vorab von 13 Cent Verlust pro Aktie bei einem Umsatz von 1,11 Milliarden US-Dollar aus, AMD lag letztlich beim Umsatz darüber und machte weniger Verlust.

Mit 1,161 Milliarden US-Dollar fällt gerade der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr immer noch dramatisch niedriger aus – seinerzeit waren es 1,413 Milliarden US-Dollar. Aus dem damaligen leichten Gewinn von 37 Millionen US-Dollar wurde heute ein Verlust von 74 Mio. US-Dollar, was insbesondere im Vergleich zu den dazwischen liegenden Quartalen eine deutliche Verbesserung ist.

Der Grund für den Umsatzrückgang ist auch in diesem Quartal in der Prozessorsparte von AMD zu suchen, deren Umsatz allein um 20 Prozent von 1,046 Mrd. auf 841 Mio. US-Dollar zurückging. Immerhin machte die Sparte operativ gesehen keine Verluste, zwei Millionen US-Dollar Gewinn stehen am Ende in den Büchern. Sorgen macht langsam aber auch die Grafiksparte, deren Umsatz erneut um 13 Prozent auf nun noch 320 Mio. US-Dollar zurückging. Dabei warf der Bereich keinerlei Gewinn ab, sondern schließt am Ende des Quartals mit einer (schwarzen) Null.

Für das dritte Quartal erwartet AMD eine kleine Umsatzexplosion. Satte 22 Prozent mehr als im zweiten Quartal will der Konzern erwirtschaften, was an den bevorstehenden Auslieferungen der PlayStation 4 und Xbox One liegen dürfte, die auf Basis der AMD-Jaguar-Architektur im November im Handel stehen sollen. Passend dazu gibt AMD an, dass der Inventarbestand im dritten Quartal auf 800 Millionen US-Dollar steigen soll, vornehmlich aufgrund der semi-custom product builds – dies sind die Chips für die PlayStation 4 und die Xbox One.

Update 20.07.2013 09:17 Uhr  Forum »

An der Börse hat AMD den Tag nach den Quartalszahlen alles andere als gut überstanden. Die Aktie fiel um 13,15 Prozent, weil sich die Investoren und Analysten weiterhin Sorgen um die Zukunft machen. Zwar stehe durch die Chips für die PlayStation 4 und Xbox One ein erhöhter Umsatz an, gleichzeitig soll die Marge jedoch weiter fallen (von 39 auf 36 Prozent). Hier fragen sich die Börsianer, zu welchen Kosten diese Deals wirklich ablaufen.

Sorgen macht auch die Grafiksparte, wie wir bereits in der ursprünglichen Meldung ansprachen, die mit einem guten Umsatz lediglich eine schwarze Null schreiben konnte. Hier wird unter anderem das Spiele-Programm „Never Settle“ ins Feld geführt, welches Kosten verursacht, aber in der Breite des Marktes noch nicht den gewünschten Erfolg verzeichnen kann. Großbanken wie Morgan Stanley und Credit Suisse sehen die Entwicklung bei AMD unter diesen Gesichtspunkten weiterhin alles andere als rosig und werteten die Aktie ab, welches den massiven Kursrutsch zur Folge hatte.