2/3 Windows 8.1 im Überblick : Alles Wissenswerte zum neuen Windows

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SkyDrive und Suche

Die Cloud war bereits ein Bestandteil des Windows-8-Konzeptes. In Windows 8.1 wird insbesondere Microsofts Wolken-Dienst SkyDrive nochmals deutlich tiefer integriert. So besteht auf SkyDrive nun direkt aus dem Explorer heraus Zugriff. Eine Offline- sowie Vorschau-Funktion erleichtert die Arbeit beim Ausfall der Internetverbindung im Konzert mit der neuen Ordnersynchronisation. Nutzer können einzelne Ordner dauerhaft auf dem Rechner verfügbar halten, Dateien in anderen Ordnern werden nach einer gewissen Zeit ohne Aufruf automatisch vom lokalen Speicher gelöscht.

SkyDrive
SkyDrive
SkyDrive mit neuem Dateibrowser
SkyDrive mit neuem Dateibrowser
MeinPC statt Computer, SkyDrive-Integration
MeinPC statt Computer, SkyDrive-Integration

Wo die Daten für europäische SkyDrive-Kunden gespeichert werden, wollte oder konnte Microsoft auf Nachfrage nicht beantworten. Lediglich für SkyDrive-Pro-Kunden (Office 365) gibt der Konzern an, die Daten nur in Irland und Amsterdam redundant zu speichern.

Über die Cloud kann Windows 8.1 ab sofort auch Einstellungen wie die Größe und Positionierung von Kacheln unter Modern UI zwischen Rechnern mit demselben Microsoft-Account abgleichen. Windows 8 hatte diese Option vermissen lassen und Nutzern so nicht das Gefühl gegeben, an jedem Rechner „dasselbe Armaturenbrett vor sich zu haben“, so Microsoft.

Telemetriedaten haben uns gezeigt: Die Suche hat unter Windows 8 niemand genutzt“, fasst Microsoft den Misserfolg der mit Funktionen überfrachteten Suche unter Windows 8 zusammen. Der Bereich erfährt mit Windows 8.1 weitreichende Veränderungen und nennt sich ab sofort „Smart Search“. Die neue Suche macht nicht nur Suchvorschläge und zeigt direkt eine kleine Vorschau der besten lokalen Treffer an, auch sind die Ergebnisse neu nach Kategorien aufbereitet worden, womit das bisher nötige Umschalten entfällt. Über Bing wird dabei jede Suchanfrage auf das Internet ausgeweitet; selbst Webseiten ruft die neue Suche aufgrund der nunmehr ortsunabhängigen Vorgehensweise anstandslos auf.

Zu besonders wichtigen Themen fährt die Smart Search speziell aufbereitete Informationsecken auf; die Suche nach der Bundeskanzlerin führt deshalb direkt zu Bildmaterial und biographischen Angaben, bei Städten werden hingegen Sehenswürdigkeiten und Kartenmaterial prominent platziert.

Hochauflösende Displays

Mit Windows 8.1 verbessert sich auch die Darstellung auf hochauflösenden Displays. Dabei kann das Betriebssystem bei unterschiedlichen Pixeldichten (dpi) die Größe der dargestellten Inhalte automatisch vereinheitlichen. In diesem Sinne wurde die maximale Skalierung für Bildschirminhalte auf 200 Prozent angehoben. Eine Funktion, die den sinnvollen Einsatz von Ultrabooks wie dem Zenbook Infinity von Asus mit hochauflösendem 13-Zoll-Bildschirm oder in Zukunft von 4K-Monitoren erst möglich macht. In unseren Tests kam es je nach Programm aber zu dem ein oder anderen Anzeigefehler, der durch das Umstellen der Skalierung hervorgerufen wurde. Manche Programme zeigen bei dieser Skalierung verwaschene Schriften (beispielsweise Steam und Thunderbird) oder fehlerhafte Darstellungen, die sich mitunter jedoch durch einen Neustart des Systems beheben ließen. Mit Windows 8.1 können externen Monitoren zudem abweichende Skalierungen zugeordnet werden. Nach Microsoft sind nun jedoch insbesondere die Entwickler von Dritt-Software gefragt, die wie bei Apples OS X ihre Anwendungen an hochauflösende Monitore anpassen müssen, damit Grafiken und Menüs die neuen Möglichkeiten nutzen.

Bildvergleich

Ebenfalls optimiert wurde die Integration von mehreren Monitoren in die Windows-8-Umgebung. Die „Snap View“, das Anordnen mehrerer Apps in einer Reihe, fällt deutlich flexibler aus. Das Aufteilen in verschiedene Zonen ist direkt aus dem System oder aus Apps heraus möglich. Der Browser erlaubt so ohne Weiteres, zwei Tabs nebeneinander anzupinnen, während andere Apps Einstellungen oder übergreifende Funktionen in anderen Anwendungen auf ein zweites Bildfeld ziehen und somit häufiges Umschalten zwischen Apps unterbinden. Dabei ist der Anwender auf eine horizontale Anordnung „nebeneinander“ beschränkt, „untereinander“ geht nicht.

Snap View
Snap View
Snap View
Snap View
Internet Explorer 11 – Snap View für Tabs
Internet Explorer 11 – Snap View für Tabs

Windows 8.1 unterstützt darüber hinaus ab sofort auch die Auflösungen von 1.280 × 800 Pixeln. Die minimale Auflösung, die das System unterstützt, beträgt allerdings unverändert 1.024 × 768 Pixel – Netbooks sind weiterhin außen vor.

Office, Sicherheit und 3D-Drucker

Mit zahlreichen Neuerungen wartet Windows 8.1 für den Office-Bereich auf. So wandert zum Beispiel die Unterstützung von Fingerabdruckscannern nativ in das System. Entsprechende Scans können für Logins und Store-Käufe sowie zur Sicherung einzelner Ordner genutzt werden. Was potentiell nach einem massiven Komfort- und zunächst nach einem Sicherheitsgewinn klingt, muss jedoch unter dem Eindruck der immer noch nicht fassbaren Auswirkungen der gegenwärtigen, geheimdienstlichen Überwachungsbestrebungen hinsichtlich datenschutzrechtlicher Bedenken abgewogen werden.

Unter dem Stichwort „Workplace Join“ sollen Arbeitnehmer ihre privaten Windows-8.1-Geräte auch dank der Unterstützung zusätzlicher VPN-Clients sowie einem automatisierten VPN-Zugriff einfach am Arbeitsplatz nutzen können. Dabei hat der Arbeitgeber ab Windows Server 2012 R2 die Option, Netzwerkrechte zu beschränken sowie geteilte Arbeitsordner im Firmennetzwerk nach SkyDrive-Art zuzuweisen – und sensible Daten von betroffenen Geräten aus der Ferne automatisiert zu löschen, wenn der Nutzer aus dem Unternehmen scheidet. Private und berufliche Ebene bleiben jedoch strikt getrennt. Microsoft verspricht, dass sich beide Bereiche eindeutig unterscheiden lassen und persönliches weiterhin ausschließlich der eigenen Einflusssphäre angehört.

Neu ist auch der „Assigned Access Mode“, der den Nutzerzugriff auf eine einzelne App beschränkt, womit das Betriebssystem für den (semi-)öffentlichen Einsatz, etwa in Restaurants als interaktives Menü, einsetzbar wird.

BitLocker, die mit UEFI und TPM nutzbare Datenträgerverschlüsselung, gehört künftig zum Standardrepertoire aller Windows-8.1-Versionen. Microsoft verspricht außerdem eine deutlich höhere Geschwindigkeit beim Verschlüsseln. Der Windows Defender als vorinstallierte Anti-Viren-Lösung wird mit „Network Behavior Monitoring“ aufgewertet, das Programm vermag zudem verdächtige, aber nicht in der Datenbank vorhandene Signaturen mit Microsoft abzugleichen. Der neue, beschleunigte und hinsichtlich der Favoriten sowie Einstellungen über die Cloud synchronisierte Internet Explorer 11 scannt hingegen nun auch binäre Erweiterungen (Active X). Zudem stellt das Betriebssystem mit ReFS (Resilient File System) ein bisher nur im Server-Bereich vorzufindendes Dateisystem bereit, das mit größeren Datenträgern umgehen kann, Dateien automatisch auf Fehler überprüft und diese behebt.

Geräte mit Windows 8.1 unterstützen in Zukunft nativ 3D-Drucker und greifen treiberlos auf Drucker mittels einer direkten Peer-to-Peer-Verbindung über WLAN oder NFC zu. Das Betriebssystem ist außerdem über eine einfache Menüoption in der Lage, als Wi-Fi-Hotspot zu fungieren und wartet mit nativer Unterstützung für den offenen Standard Miracast für kabellose Displays auf.

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