3/5 The Evil Within im Test : Neues Werk des Resident-Evil-Erfinders

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Technisch gewöhnungsbedürftig

Aus technischer Sicht fiel The Evil Within schon vor seiner Veröffentlichung durch vergleichsweise hohe Hardware-Anforderungen auf. Zusätzlich sorgte die auf 30 fps limitierte Bildwiederholrate für Diskussionen unter Spielern, die Bethesda dazu veranlassten, Konsolenbefehle zu veröffentlichen, mit deren Hilfe die Limitierung aufgehoben werden kann, bis weitere Optimierungen nachgereicht werden.

Selbst auf einem etwas betagten System lässt sich das Spiel dafür mit maximalen Details größtenteils flüssig spielen. In wenigen Abschnitten des Spiels, bei denen besonders viele Partikeleffekte und Filter zum Einsatz kommen, bricht die Framerate kurzzeitig ein und gerät sichtbar ins Stocken. Auf unserem Testsystem mit entsperrter Bildwiederholrate schwankt die Darstellung zwischen 30 und 40 Bildern pro Sekunde.

Anders sieht es jedoch aus, wenn die Framerate entsperrt ist und zugleich versucht wird, sich des für The Evil Within gewählten Letterbox-Bildformats zu entledigen. The Evil Within wird standardmäßig in einem Seitenverhältnis von 2,5:1 dargestellt, das üblicherweise im Kino Verwendung findet. Die Entwickler begründen dieses Format als bewusst getroffene Designentscheidung. Die Intention hinter der Entscheidung ist durchaus verständlich und im Spiel auch nachvollziehbar: So erzeugt das durch die schwarzen Balken eingeschränkte Sichtfeld zusätzlich ein Gefühl der Enge und des Ungewissen, insbesondere wenn beim Öffnen einer Tür die Kamera noch näher an die Schulter unseres Protagonisten heranzoomt und dadurch beim Betreten des Raumes noch weniger zu erkennen ist.

The Evil Within im 16:9 Format
The Evil Within im 16:9 Format
The Evil Within in 16:10
The Evil Within in 16:10
16:10 ohne schwarze Balken
16:10 ohne schwarze Balken

Doch diese künstlerische Entscheidung bleibt nicht ohne Konsequenzen: Sind die schwarzen Balken auf einem Display im 16:9-Format noch erträglich, machen sich diese auf einem 16:10-Monitor deutlich störender bemerkbar. Spieler können sich der schwarzen Balken allerdings entledigen (im Anhang zum Test findet sich ein Link mit Erklärung zum dafür nötigen „Flawless-Widescreen“-Fix). Einhergehend mit dieser Community-Lösung können jedoch Probleme auftreten, die sich in unserem Fall in Form von gelegentlichen Spielabstürzen und einer verringerten Bildwiederholrate geäußert haben.

The Evil Within setzt auf die „id-Tech-5“-Spiel-Engine, die von Tango Gameworks stark modifiziert wurde. Das Problem der „Texture Pop-ins“, also vereinzelter, zu spät ladender Texturen, ließ sich in einigen Zwischensequenzen beobachten. Im aktiven Spielverlauf treten diese „id-Tech-5“-typischen Darstellungsfehler jedoch nicht wahrnehmbar auf.

Schnitzer erlaubt sich The Evil Within bei der Kameraführung: Beim Versuch, in geduckter Haltung in engen Gängen um die Ecke zu gucken, oder beim Schleichen durch hohes Gras neigt die Kamera gelegentlich dazu, frustrierend nutzlos zu sein. Ohne die schwarzen Balken tritt das Problem nicht auf, weil entsprechende Kamerawinkel kaum nötig sind, um die Umgebung in den Blick zu bekommen. Im Letterbox-Format endet der Versuch, sich umzusehen, nicht selten in einem ungewollten und taktisch nutzlosen Zoom-in auf den Hintern unseres Protagonisten.

Schwer zu verkraften ist der Eindruck, dass es sich bei The Evil Within schlichtweg um eine unoptimierte Portierung handelt. Die Hauptarbeit verrichtet die Grafikkarte, denn ein Blick auf die Auslastung der vier CPU-Kerne beim Spielen verrät, dass selbst in aufwendigeren Situationen nur einer von vier Kernen aktiv ist. Kombiniert mit den schwarzen Balken und der standardmäßigen Limitierung auf 30 Bilder pro Sekunde hinterlässt die PC-Version einen unambitionierten Nachgeschmack.

Ungeschnitten

An Pixelblut
An Pixelblut
wird in The Evil Within
wird in The Evil Within
definitiv nicht gespart
definitiv nicht gespart

An der deutschen Lokalisation gibt es wenig zu bemängeln. Sebastian Castellanos hat in seiner deutschen Vertonung eine dem Charakter ebenbürtige Stimme erhalten, und die restliche Besetzung steht dem in nichts nach. Ebenfalls lobenswert ist die Tatsache, dass es in der PC-Version jederzeit möglich ist, die Sprachausgabe sowie den Untertitel zu wechseln. Bei Bedarf kann zudem die nicht gerade zimperliche Gewaltdarstellung eingeschränkt werden.

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