Android M : microSD-Karten lassen sich wie interner Speicher nutzen

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Android M: microSD-Karten lassen sich wie interner Speicher nutzen

Die Developer Preview von Android M hält eine kleine Überraschung bereit, die in der Keynote unerwähnt blieb: Externe Speichermedien wie zum Beispiel microSD-Karten oder auch USB-Sticks können wie der interne Speicher genutzt werden, indem sie vom System übernommen werden.

Dazu werden externe Datenträger wie der interne Speicher des Gerätes formatiert und verschlüsselt. Anschließend bieten sie die Funktionalität des internen Speichers, Apps und die zugehörigen Nutzerdaten können dann frei zwischen dem Speicher des Gerätes und dem adoptierten externen Speicher verschoben werden. Vorgesehen ist die Funktion eigentlich für Datenträger, die über einen längeren Zeitraum angebunden sind, wie microSD-Karten in Smartphones und Tablets oder USB-Sticks an Fernsehern und Android-TV-Geräten.

Nexus-Geräte, für die es die Developer Preview von Android M gibt
Nexus-Geräte, für die es die Developer Preview von Android M gibt (Bild: Google)

Die erste Developer Preview Android M steht seit gestern als Image für das Nexus 5, das Nexus 6, das Nexus 9 sowie den Nexus Player zum Download bereit. Da Google die Unterstützung von microSD-Karten seit Jahren stiefmütterlich behandelt, verfügt allerdings keines dieser Geräte über einen passenden Steckplatz, sodass zum Testen ein USB-On-the-go-Datenträger herhalten muss. Diese lassen sich mit einer einfachen Befehlseingabe ebenfalls vom System adoptieren.

Darüber hinaus wurde die Unterstützung von USB-OTG-Datenträgern durch Android verbessert. Wird ein Datenträger angeschlossen, erscheint eine Benachrichtigung, die die Möglichkeit zum Durchstöbern des Datenträger sowie einfache Funktionen zum Verwalten und Kopieren von Dateien bietet.

Die Unterstützung von microSD-Karten durch Android hat in den letzten Jahren ein Auf und Ab erlebt. Mit Android 2.2 Froyo führte Google die Möglichkeit ein, Apps auf der SD-Karte zu installieren, die Nutzerdaten der Apps mussten aber weiterhin im internen Speicher abgelegt werden. Für Ärger unter Nutzern und Entwicklern sorgte dann Android 4.4 KitKat, das durch Beschränkungen beim Schreiben auf externe Speichermedien bei vielen Apps für Probleme sorgte. Android 5.0 Lollipop brachte schließlich wieder eine Lockerung der in KitKat sehr restriktiven Zugriffsmöglichkeiten auf microSD-Karten. Android M geht nun noch einen Schritt weiter und erlaubt eine fast gleichrangige Nutzung von internem und externem Speicher, wobei die erzwungene Verschlüsselung des Datenträgers sicher eine Rolle spielt, da die Daten auf der Speicherkarte vor unbefugtem Zugriff geschützt werden.

Die erzwungene Verschlüsselung der adoptierten externen Datenträger bedeutet aber auch, dass die Anforderungen an die Geräte steigen, wenn die Systemleistung nicht leiden soll. Es sollte nicht vergessen werden, dass Google von der geplanten Zwangsverschlüsselung des internen Speichers in Android 5.0 auch deshalb zunächst abgerückt ist, weil die Geschwindigkeit vieler Geräte darunter zu sehr gelitten hätte.