Batman: Arkham Knight : Reaktion auf PC-Probleme verärgert Spieler weiter

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Batman: Arkham Knight: Reaktion auf PC-Probleme verärgert Spieler weiter
Bild: Rocksteady

Es waren die Entwickler von Rocksteady Games, die kurz vor dem Verkaufsstart von Batman: Arkham Knight vor Leistungs-Problemen mit AMD-Grafikkarten gewarnt haben. Wie sich im Laufe des Tages herausgestellt hat, sind Nvidia-GPUs ebenfalls betroffen – die PC-Version des Actionspiels hat derzeit massive Probleme.

Von Rocksteady heißt es derweil, man arbeite zusammen mit IronGalaxy, dem Entwickler der PC-Version, der zuletzt etwa Destiny auf die PlayStation 3 und Borderlands auf die Xbox One und PS4 portiert hat, an einer Lösung für die zahlreichen Probleme. Dass die Portierung für die wichtige Launchplattform an ein externes Studio vergeben wurde, hatte Rocksteady bislang nicht verlauten lassen. Auch die Probleme mit Nvidia-Grafikkarten werden nur indirekt eingeräumt: In einem aktuellen Statement heißt es, an einer Lösung werde sowohl mit AMD als auch Nvidia gearbeitet.

Der desaströse Launch eines derart prominenten Titels hat gehörigen Unmut provoziert, der sich unter anderem in den mittlerweile überwiegend negativen Bewertungen von Arkham Knight auf Steam niederschlägt. Der Anteil der positiven Rezensionen befindet sich dort seit Erscheinen des Spiels im freien Fall und liegt derzeit bei nur 32 Prozent. Die aktuelle Debatte folgt einer Vielzahl von dieses sowie vergangenes Jahr unfertig veröffentlichten Spiele aus dem Triple-A-Segment, wie etwa Assassins Creed: Unity.

We are aware that there are performance issues for some users playing Batman: Arkham Knight on PC. WB Games is working diligently with our development teams, NVIDIA and AMD, to identify and fix the issues as quickly as possible.

WB Games

Diese ohnehin schwierige Situation haben die Entwickler jedoch noch einmal angeheizt: In einer weiteren Stellungnahme wird zunächst von „einigen Spielern“ gesprochen, die von den Problemen betroffen seien, was die Probleme nach aktuellem Stand stark relativiert. Mit der Nennung passender Videoeinstellungen für die im Vorfeld genannten Systemanforderungen facht Rocksteady den Unmut der Käufer weiter an. Die minimalen Anforderungen etwa sollen lediglich für eine Auflösung von 1.280 × 720 Pixeln ausreichend sein – bei niedrigsten Details und deaktivierten Zusatzeffekten. Dabei wird mit einem Intel Core i5-750 beziehungsweise einem AMD Phenom II X4 940 sowie einer Nvidia GeForce GTX 660 respektive Radeon HD 7950 potente Hardware vorausgesetzt, deren theoretische Rechenleistung sich mindestens auf dem Niveau aktueller Spielkonsolen bewegt und in anderen Spielen visuell vergleichbare oder sogar bessere Resultate erzielen kann.

In Arkham Knight soll jedoch erst ein Rechner, der den empfohlenen Anforderungen genügt, eine Spielerfahrung auf dem Niveau von PlayStation 4 und Xbox One abliefern, auf denen der Titel ohne Probleme wiedergegeben wird. Ein solcher PC bewegt sich jedoch preislich weit oberhalb der aktuellen Spielkonsolen. Dies bedeutet, mindestens über einen Intel Core i7-3770 oder AMD FX-8350 sowie eine Nvidia GeForce GTX 760 zu verfügen. Bei nur zwei Gigabyte VRAM auf Nvidia- sowie drei Gigabyte VRAM auf AMD-Grafikkarten empfiehlt Rocksteady zudem, die Texturauflösung auf niedrig zu setzen, um „erhebliche“ Performance-Probleme zu vermeiden.

  • Auflösung: 1.920 × 1.080
  • V-Sync: On
  • Anti-Aliasing: On
  • Texture Resolution: Normal (AMD: low)
  • Shadow Quality: Normal (AMD: low)
  • Level of Detail: Normal (AMD: low)
  • Interactive Smoke/Fog: Off
  • Interactive Paper Debris: Off
  • Enhanced Rain: Off
  • Enhanced Light Shafts: Off

Zudem wird nahegelegt, Batman auf einer SSD zu installieren, um Probleme mit dem Streaming von Magnetdatenträgern zu umgehen. Von Änderungen in der .ini-Datei des Spiels, um unter anderem die Begrenzung der Bildwiederholrate von 30 FPS zu entfernen, raten die Entwickler überdies ab. Die Limitierung hat offenbar einen technischen Hintergrund, was sich mit zahlreichen Berichten von Abstürzen nach Freigabe der Bildwiederholrate deckt. Empfohlene Einstellungen für die „Ultra“-Anforderungen sollen folgen, sobald „weitere Tests“ durchgeführt wurden, was andeutet, dass dies im Vorfeld nicht geschehen ist und die PC-Portierung nur nachlässig behandelt wurde. Fraglich ist allerdings, um welche Ultra-Einstellungen es sich dabei handeln soll. Arkham Knight für den PC bietet neben den exklusiven Nvidia-Einstellungen keine weiteren Optionen als „normal“, „niedrig“ und „hoch“ im Menü für die Grafikqualität.

Auch auf Steam sparen Nutzer nicht mit Kritik
Auch auf Steam sparen Nutzer nicht mit Kritik

Das Spiel läuft auf Radeon-Grafikkarten aktuell grundsätzlich noch einmal schlechter und hat des Weiteren neben dem im Vergleich zu Nvidia-GPUs bestehenden Leistungsdefizit mit zusätzlichen Problemen zu kämpfen: Besitzer einer Radeon HD 7950 warnt Rocksteady vor aufpoppenden Texturen, der Unterbrechung des Spielgeschehens zum Laden weiterer Texturen in schnellen Szenarien sowie Stuttering. Auch mit einer AMD-Grafikkarte, die den empfohlenen Anforderungen genügt – wobei kein Modell genannt wird – sollen Spieler mit Ausnahme der Auflösung die Detailstufen auf der niedrigsten Einstellung belassen.

Die empfohlenen Systemanforderungen zielen, so Rocksteady, lediglich darauf ab, „eine Erfahrung auf Augenhöhe mit der gegenwärtigen Generation Spieleplattformen abzuliefern“ – eine höchst unübliche Absicht, die im Vorfeld nicht kommuniziert wurde. Die Reaktion von Spielern auf diese Enthüllungen im Gefolge des desaströsen Launchs und Problemen mit der Freischaltung von Vorbesteller-DLCs fallen entsprechend hart aus, zumal von einer Erfahrung auf Augenhöhe noch keine Rede sein kann – auf dem PC machen sich sowohl die Regentexturen auf Batmans Rüstung als auch Ambient Occlusion durch Abwesenheit bemerkbar. Ihrem Unmut machen Nutzer in Anbetracht der wenig hilfreichen Reaktion des Studios deutlich Luft; Spieler fühlen sich ob der rudimentären Tipps, die Details zu reduzieren, nicht ernst genommen – unter anderem im NeoGAF-Forum sowie in der Spielesektion von Reddit findet sich eine Unzahl sarkastischer Kommentare, die insbesondere auf die als wenig hilfreich empfundene Reaktion des Studios ohne konkrete Ankündigungen eines helfenden Patches zielen.

Durch das erst vor Kurzem eingeführte Rückgaberecht für Käufe auf Steam haben Nutzer nun allerdings die Möglichkeit, Arkham Knight unproblematisch zurückzugeben und müssen nicht mit einer unfertigen oder stark fehlerbehafteten Portierung leben – was in Foren als passende Reaktion immer wieder empfohlen wird. Dies ist unter Verweis auf die starken Probleme potentiell auch dann möglich, wenn der Kauf länger als 14 Tage zurückliegt oder Batman länger als zwei Stunden gespielt wurde.

Rocksteady hat auf die massive Kritik an der PC-Version reagiert und den Verkauf vorerst ausgesetzt, bis die Probleme durch ein Update behoben worden sind.