El Capitan : OS X übernimmt Snap aus Windows und erhält Metal

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El Capitan: OS X übernimmt Snap aus Windows und erhält Metal
Bild: Apple

Zum Auftakt der Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple erste Informationen zum nächsten OS X bekanntgegeben. Der Nachfolger von OS X Yosemite trägt den Namen OS X El Capitan und erscheint als kostenloses Update im Herbst. Die wesentlichen Neuerungen gehen Hand in Hand mit Snap und DirectX 12 in Windows 10.

Während Microsoft mit Windows 10 erstmals auf die von OS X seit Jahren bekannten virtuellen Desktops und eine Übersicht zur Verwaltung von Fenstern setzt, wird Apple das seit Windows 7 bekannte Snapping in OS X El Capitan übernehmen. Zwei Fenster lassen sich auf diesem Weg pro Desktop nebeneinander positionieren. Windows 10 wird hingegen erstmals maximal vier Fenster über den Assistenten Snap auf einem Bildschirm nebeneinander abbilden können.

Die hauseigenen Möglichkeiten zur Verwaltung von Fenstern und Desktops wird Apple ebenfalls weiterentwickeln. So lassen sich Fenster im nächsten OS X über die Übersicht Mission Control direkt in den Vollbild- oder den Splitscreen-Modus versetzen und mehrere Fenster einer App im Vollbild-Modus sinnvoll nutzen.

Weitere Neuerungen mit Bezug zum Umgang mit dem System umfassen neue Gesten, die wie zum Löschen von E-Mails bereits von iOS bekannt sind, und die Erweiterung der integrierten Suche Spotlight um Suchergebnisse aus dem Netz. Auch in OS X können auf diesem Weg in Zukunft Informationen wie die Wettervorhersage und Sportergebnisse direkt über die Suche abgerufen werden. Darüber hinaus ist die Suche in der Lage, die Semantik von Suchanfragen zu verstehen. „Zeige mir unbeantwortete E-Mails von Person XY“ führt unter OS X El Capitan zum Ziel.

Der zweite Fokus der diesjährigen Überarbeitung liegt in der Geschwindigkeit: Apple verspricht bis zu 40 Prozent reduzierte Ladezeiten von Apps, einen bis zu 100 Prozent schnelleren Wechsel zwischen Anwendungen und vier Mal kürzere Ladezeiten beim Betrachten von PDFs in Preview. Diese Verbesserungen sollen potentiell jeder Anwendung zur Verfügung stehen. Darüber hinaus integriert Apple die mit iOS 8 im Jahr 2014 präsentierte Low-Level-API Metal in OS X. Entwickler erhalten damit auch auf iMacs und MacBooks einen direkteren Zugriff auf die im System verbaute GPU, durch einen reduzierten Overhead sollen bis zu zehn Mal mehr Drawcalls als bisher möglich sein – beides sind Ziel von AMD Mantle und DirectX 12. Als einer der ersten Hersteller wird Adobe angepasste Anwendungen zur Verfügung stellen.

In Summe fallen die von Apple zur WWDC präsentierten Neuerungen für OS X deutlich weniger umfangreich aus als vor einem Jahr mit OS X Yosemite. Wie bei OS X 10.6 Snow Leopard im Jahr 2008 liegen die diesjährigen Anpassungen in erster Linie im für den Anwender nicht sichtbaren Bereich.

Registrierte Entwickler können eine Vorschau auf OS X El Capitan ab sofort nutzen, eine öffentliche Vorschau für registrierte Endkunden erscheint im Juli, Apple nimmt ab sofort Anmeldungen entgegen. Wie die Vorgänger veröffentlicht Apple auch die nächste Version von OS X als kostenloses Upgrade „im Herbst“. El Capitan ist ein 1.000 Meter hoher Monolith im Yosemite-Nationalpark.