Online-Handel : Amazon arbeitet an eigenem Lieferdienst in Deutschland

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Online-Handel: Amazon arbeitet an eigenem Lieferdienst in Deutschland
Bild: Aurelijus Valeiša (CC BY 2.0)

Medienberichten zufolge plant Amazon auch in Deutschland bald die Zustellung von Paketen durch eigene Mitarbeiter. Dies könnte deutliche Auswirkungen auf die Deutsche Post haben, die mit dem Logistikunternehmen DHL einen großen Teil der Pakete des Online-Händlers ausliefert.

Jedoch ist davon auszugehen, dass sich Amazon zunächst oder gänzlich auf Ballungsgebiete konzentriert: In München hat der Konzern die Firma Amazon City Logistics GmbH registriert, die sich mit der "Erbringung logistischer Dienstleistungen, insbesondere Transport, Umschlag und Lagerung" beschäftigt und sucht über Stellenausschreibungen nach qualifizierten Mitarbeitern für das Tochterunternehmen.

Ambitionen für die Verknüpfung von Handel und Versanddienstleistung hat Amazon bereits mit ersten Pilotprojekten in den USA und Großbritannien an den Tag gelegt – vor allem für die besonders schnelle Auslieferung von Waren innerhalb weniger Stunden, aber auch mit neuen Versandarten wie der Lieferung per U-Bahn durch eigene Mitarbeiter. Darüber hinaus verfügt der Versandriese über eigene Paketstationen.

Inwieweit sich Amazons Pläne bei der Auslieferung von Paketen auf die Zusammenarbeit mit der Deutschen Post und deren Arbeitsaufkommen sowie Umsatz im Bereich der Paketzustellung auswirken, bleibt abzuwarten. Dass das Geschäft mit Amazon für das Tochterunternehmen DHL sehr wichtig ist, zeigte sich zuletzt während des Streiks der Post, als laut ARD die Pakete von Amazon priorisiert behandelt wurden.

Abseits der sich abzeichnenden Verselbstständigung seitens Amazon arbeiten die beiden Unternehmen allerdings auch weiterhin im Logistikbereich zusammen, wie etwa an der testweisen Zustellung von Paketen in die Kofferräume von Autos in Kooperation mit Audi.

Nichtsdestotrotz sucht der weltweit größte Online-Händler stetig nach neuen logistischen Möglichkeiten, um unabhängig von etablierten Lieferdiensten agieren zu können, etwa durch die im Erprobungsstadium befindliche Nutzung von Paketdrohnen oder die Paketzustellung durch Privatpersonen, wie das Wall Street Journal berichtete.