Umstrukturierung : Microsoft vor weiterem großangelegten Stellenabbau

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Umstrukturierung: Microsoft vor weiterem großangelegten Stellenabbau
Bild: Microsoft

Microsoft will weiter Kosten sparen und plant dazu erneut Stellenkürzungen vorzunehmen, berichtet die New York Times. Betroffen sein soll insbesondere das Hardware-Geschäft. Das genaue Ausmaß des Vorhabens ist bisher allerdings nicht bekannt.

Die Kürzungen sind demnach als Zusatz zu dem ohnehin vor einem Jahr angekündigten Abbau von 18.000 Stellen gedacht. Dass es weitere Streichungen geben könnte, hatte CEO Satya Nadella zuvor bereits angedeutet, als er in einer E-Mail an Mitarbeiter schrieb, Microsoft werde auch in Zukunft harte Entscheidungen treffen müssen. Ein Sprecher des Konzerns wollte sich zu dem NYT-Bericht nicht äußern.

Dass es vor allem das Hardware-Geschäft und hier wohl insbesondere den Smartphone-Bereich treffen soll, ist keine Überraschung. Schließlich hat Nadella gleich nach seinem Antritt einen Kurswechsel vollzogen: Microsoft soll sich wieder stärker um Software-Lösungen und neue Geschäftsfelder wie Cloud-Dienste und dafür weniger um das schwierige Hardware-Geschäft und weitere Schauplätze wie etwa das an AOL abgestoßene Werbegeschäft kümmern.

Eine solche Transformation ist grundsätzlich nicht einfach. Im Falle von Microsoft wird sie dadurch erschwert, dass Nadellas Vorgänger Steve Ballmer zuletzt ein komplett anderes Paradigma verfolgt hat: Mit der Einverleibung von Nokia für 7,2 Milliarden US-Dollar stärkte Ballmer gerade den Geschäftsbereich, den Nadella nun zurückbauen möchte.

Dabei gilt das Augenmerk des CEOs explizit nicht dem Mobile-Geschäft als solchem, sondern dem eigentlichen Geschäft mit der Hardware. Denn auch wenn Windows Phone weiter mit einer mäßigen Verbreitung zu kämpfen hat: Dass es sich hierbei um Microsofts Steckenpferd in einem der wichtigsten digitalen Segmente überhaupt handelt, ist eine von Nadella vielfach betonte Grundfeste im Konzern.

Ausdruck der neuen Abneigung gegen Hardware dürfte auch der Abgang von Stephen Elop sein. Der ehemalige Nokia-CEO war im Zuge der Einverleibung des Smartphone-Herstellers Chef der Hardware-Sparte von Microsoft geworden. Er galt als entscheidender Kopf hinter der Übernahme und dem Versuch, Microsoft als großen Smartphone-Produzenten am Markt zu positionieren.