Partnerschaft : Microsoft gibt Teil des Werbegeschäfts an AOL ab

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Partnerschaft: Microsoft gibt Teil des Werbegeschäfts an AOL ab
Bild: ToddABishop (CC BY 2.0)

Microsoft hat ein langfristige Partnerschaft mit dem Internet-Dienstleister AOL geschlossen. Der Dienst setzt im Zuge dessen künftig auf die Suchmaschine Bing, im Gegenzug übernimmt AOL die Vermarktung von Werbung in einigen Ländern.

Mitte April wurde bekannt, dass Microsoft und Yahoo ihre Partnerschaft lockern und Yahoo die Vermarktung von Werbung selbst organisiert. Nun dünnt Microsoft den Werbebereich noch weiter aus und übergibt einen Teil davon an AOL. Das Abkommen sieht vor, dass AOL die Vermarktung von Banner- und Video-Werbung, inklusive Mobil-Werbung, in den neun Ländern Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Spanien und den USA organisiert. Dafür wechseln laut Informationen des Wall Street Journals rund 1.200 Mitarbeiter den Konzern. Mit einer Laufzeit von zehn Jahren ist die Partnerschaft langfristig ausgelegt.

Im Gegenzug zu den Vermarktungsrechten ändert AOL die Suche und nutzt statt Google künftig weltweit Bing. Für Microsoft ist dies ein wichtiger Schritt, um sich Marktanteile vom Branchenprimus zu sichern. Google steht vor allem in den USA stark unter Druck und hat hier in der Vergangenheit deutlich Marktanteile verloren. Die jüngste Erhebung von comScore zeigt, dass Microsoft im Bereich der Desktop-Suche mittlerweile auf einen Marktanteil von über 20 Prozent in den USA blicken kann. Mit AOL als neuer Partner steigt der Anteil noch einmal um rund ein Prozent, das zudem direkt beim Kontrahenten Google verloren geht.

Im Bereich der Werbung ist die Partnerschaft zu AOL nicht der einzige Einschnitt, den Microsoft macht. So hat das Unternehmen gleichzeitig eine Partnerschaft mit dem Dienstleister AppNexus bekannt gegeben. AppNexus mit Sitz in New York ist auf die Vermarktung von Online-Werbeplätzen spezialisiert. Das Unternehmen übernimmt künftig exklusiv die Vermarktung von Werbeplätzen für Microsoft in den zehn Ländern Belgien, Dänemark, Finnland, Irland, Niederlanden, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und der Schweiz. Zuvor hatten die beiden Unternehmen ihre Partnerschaft bereits in den Nordischen Ländern getestet.