2/3 Samsung SSD 950 Pro : Temperatur und Leistung im Schlagabtausch

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Temperaturtests

SM951 NVMe 256 GB

Die ersten Messungen mit der SM951 NVMe zeigen, dass die Gehäuselüfter alleine nicht ausreichen, um die Temperaturen unter der Schwelle zu halten, ab der die Leistung gedrosselt wird.

Ob nur der Hecklüfter oder alle vier Lüfter aktiv sind, macht keinen Unterschied. Erst der Einsatz einer Grafikkarte in dem Slot direkt über dem M.2-Steckplatz mit der SSD macht einen Unterschied – und zwar einen enormen: Erst durch die Zuluft vom Windforce-Kühler der Radeon HD 7870 wird die zwischen den Steckplätzen eingebettete SM951 aktiv gekühlt. Die Temperaturen sinkt um 27 °C auf nur noch 55 °C in der Spitze. Da die Temperaturschwelle des Überhitzungsschutzes somit nicht annähernd erreicht wird, arbeitet die SSD durchweg, lesend wie schreibend, bei maximaler Leistung.

Samsung SM951 NVMe 256 GB
Bedingungen max. Temperatur Leistung (Schreiben)
offenes System, ohne Lüfter, ohne Grafikkarte 82 °C gedrosselt
im Gehäuse, Hecklüfter, ohne Grafikkarte 82 °C gedrosselt
im Gehäuse, Hecklüfter, mit Grafikkarte 55 °C nicht gedrosselt
im Gehäuse, 4 Lüfter, ohne Grafikkarte 82 °C gedrosselt
im Gehäuse, 4 Lüfter, mit Grafikkarte 55 °C nicht gedrosselt

Die nachfolgenden Test mit den beiden 950-Pro-Modellen werden auf die Bedingungen „4 Lüfter, ohne Grafikkarte“ und „Hecklüfter, mit Grafikkarte“ beschränkt, da sich hier die größten Unterschiede zeigen. Zusätzlich wird die Leistung beim Lesen und beim Schreiben separat geprüft.

950 Pro NVMe 256 GB

In beiden Szenarien wird die Schreibleistung im 5-minütigen Schreibtest nicht gedrosselt. Mit Grafikkarte sinkt die Temperatur erwartungsgemäß drastisch. Ohne Grafikkarte aber mit voller Lüfterbestückung bewegt sich die Temperatur gerade so unterhalb der Schwelle zur Drosselung. Die Temperaturverbesserung gegenüber dem offenen Testsystem ist minimal.

Samsung 950 Pro 256 GB
Bedingungen max. Temperatur Leistung (Schreiben)
offenes System, ohne Lüfter, ohne Grafikkarte 73 °C nicht gedrosselt
im Gehäuse, Hecklüfter, mit Grafikkarte 43 °C nicht gedrosselt
im Gehäuse, 4 Lüfter, ohne Grafikkarte 71 °C nicht gedrosselt
Samsung 950 Pro 256 GB – Seq. Schreiben im offenen System
Samsung 950 Pro 256 GB – Seq. Schreiben im offenen System

Beim Lesen entwickelt die 950 Pro mit 256 GB eine höhere Abwärme als beim Schreiben. Der Luftstrom der Gehäuselüfter reicht nicht aus, um einen Leistungseinbruch zu verhindern, kann aber den Zeitpunkt bis zur Drosselung etwas hinauszögern, sodass sich sämtliche auf der 256-GB-SSD befindenden Daten zumindest einmal mit maximaler Geschwindigkeit auslesen lassen. Mit Grafikkarte liegt die Temperatur erneut im grünen Bereich.

Samsung 950 Pro 256 GB
Bedingungen max. Temperatur Leistung (Lesen) Zeit/Daten
bis Drosselung
offenes System, ohne Lüfter, ohne Grafikkarte 74 °C gedrosselt
~ 100 sek./~ 225 GB
im Gehäuse, Hecklüfter, mit Grafikkarte 49 °C nicht gedrosselt
im Gehäuse, 4 Lüfter, ohne Grafikkarte 74 °C gedrosselt
~ 120 sek./~ 270 GB
Samsung 950 Pro 256 GB – Seq. Lesen im offenen System
Samsung 950 Pro 256 GB – Seq. Lesen im offenen System
Samsung 950 Pro 256 GB – Seq. Lesen im Gehäuse mit Grafikkarte
Samsung 950 Pro 256 GB – Seq. Lesen im Gehäuse mit Grafikkarte

950 Pro NVMe 512 GB

Die große 950 Pro mit 512 GB ist schreibend deutlich schneller unterwegs. Dies macht sich auch bei den Temperaturen bemerkbar. Reicht die Gehäusekühlung ohne Grafikkarte gerade noch aus, um beim 256-GB-Modell eine Drosselung zu verhindern, ist dies beim 512-GB-Modell nicht mehr der Fall: Ab 74 °C sinkt die Schreibrate deutlich – die Temperatur erreicht in der Spitze 75 °C. Im offenen System werden bis zur Leistungsdrosselung etwa 120 GB Daten übertragen, im Gehäuse mit Belüftung sind es mit 135 GB etwas mehr. Erst der Einsatz der Grafikkarte senkt die Maximaltemperatur um 24 Grad und verhindert die Drosselung.

Samsung 950 Pro 512 GB
Bedingungen max. Temperatur Leistung (Schreiben) Zeit/Daten
bis Drosselung
offenes System, ohne Lüfter, ohne Grafikkarte 75 °C gedrosselt ~ 80 sek./~ 120 GB
im Gehäuse, Hecklüfter, mit Grafikkarte 51 °C nicht gedrosselt
im Gehäuse, 4 Lüfter, ohne Grafikkarte 75 °C gedrosselt ~ 90 sek./~ 135 GB
Samsung 950 Pro 512 GB – Seq. Schreiben im offenen System
Samsung 950 Pro 512 GB – Seq. Schreiben im offenen System

Das gleiche Bild zeigt sich beim sequenziellen Lesen, das die große 950 Pro mit bis zu 2.500 MB/s erledigt. Nach 80 Sekunden fällt die Leistung im offenen System ab, im Gehäuse ohne Grafikkarte erst nach 90 Sekunden oder rund 225 GB gelesene Daten. Mit Grafikkarte gibt es erneut kein Temperaturproblem.

Samsung 950 Pro 512 GB
Bedingungen max. Temperatur Leistung (Lesen) Zeit/Daten
bis Drosselung
offenes System, ohne Lüfter, ohne Grafikkarte 75 °C gedrosselt ~ 80 sek./~ 200 GB
im Gehäuse, Hecklüfter, mit Grafikkarte 52 °C nicht gedrosselt
im Gehäuse, 4 Lüfter, ohne Grafikkarte 75 °C gedrosselt ~ 90 sek./~ 225 GB
Samsung 950 Pro 512 GB – Seq. Lesen im offenen System
Samsung 950 Pro 512 GB – Seq. Lesen im offenen System
Samsung 950 Pro 512 GB – Seq. Lesen im Gehäuse mit Grafikkarte
Samsung 950 Pro 512 GB – Seq. Lesen im Gehäuse mit Grafikkarte

Samsung regelt den Temperaturschutz bei der 950 Pro anders als bei der SM951. Statt die Leistung bei Erreichen der Temperaturschwelle kurzzeitig drastisch zu verringern – die SM951 fällt für wenige Sekunden auf 40 MB/s zurück, um kurz darauf wieder die volle Leistung zu liefern –, setzt Samsung bei der 950 Pro auf eine gemächlichere Drosselung. So fällt das 512-GB-Modell beim Schreiben von 1.500 MB/s auf rund 900 MB/s zurück, liefert damit zwar eine konstant niedrigere Leistung, die jedoch immer noch weit über dem Niveau herkömmlicher SATA-SSDs liegt. Zu regelrechten Aussetzern wie bei der SM951 kommt es dadurch nicht.

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