Studie: Zuspruch von E-Books verliert an Schwung

Daniel Kurbjuhn
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Studie: Zuspruch von E-Books verliert an Schwung
Bild: Windell Oskay | CC BY 2.0

Laut einer repräsentativen Umfrage des Branchendienstes Bitkom nutzen 25 Prozent der Bundesbürger mittlerweile Bücher in digitaler Form. Gegenüber der letzten Erhebung steigt die Zahl nur um gerade einmal 1 Prozent. Neue Vertriebsmodelle lassen jedoch auf frischen Wind hoffen.

Positiv bewertet der Branchendienst die Tatsache, dass die Zahl der E-Book-Nutzer auf 33 Prozent steigt, wenn lediglich die Anwender betrachtet werden, die angeben regelmäßig zu lesen. Die Umfrage von Bitkom zeigt auch, dass die Zahl der Anwender digitaler Bücher mit sinkendem Alter stetig zunimmt, sich aber im Wesentlichen gleichmäßig verteilt. So liegt die Zahl der Nutzer bei den 14- bis 29-Jährigen bei 32 Prozent, in der Altersklasse von 30 bis 49 Jahren bei 30 Prozent und in der Gruppe von 50 bis 64 Jahren noch bei 28 Prozent. Lediglich bei der Altersgruppe über 65 Jahren fällt der Wert mit 11 Prozent deutlich ab.

Jedoch bleibt mit Blick auf die Zahlen der große Wachstum aus, der bislang dem Markt seinen Schwung verliehen hat. Dies zeigt sich auch beim Absatz der E-Reader, die für dieses Jahr auf 600.000 Stück geschätzt werden und damit sogar rückläufig sind. Die E-Reader nehmen allerdings auch bei Erhebung der beliebtesten Geräte mit 33 Prozent lediglich den dritten Platz ein. Noch häufiger werden von den Befragten Notebooks (41 Prozent) und Smartphones (38 Prozent) zum Lesen eingesetzt. Desktop-PC folgen auf dem vierten Platz mit 21 Prozent und Tablets kommen auf 20 Prozent. Dabei trägt vor allem das Smartphone dazu bei, dass die E-Reader nicht mehr den großen Zuspruch erhalten: Die Bildschirme der mobilen Begleiter werden immer größer und schärfer.

Frischer Wind auf dem Markt kommt vor allem durch die alternativen Vertriebswege, wobei klassische Online-Buchshops wie Amazon, ebook.de oder Thalia weiterhin mit 70 Prozent am häufigsten frequentiert werden. Dabei gehen immerhin 24 Prozent der Käufer den bequemen Weg über die vorinstallierten Apps. Eher selten werden mit 13 Prozent die Autoren direkt angesteuert, die Verlage mit 7 Prozent sogar noch seltener. Zu den alternativen Modellen gehört vor allem das Leihen in öffentlichen Bibliotheken, was von 32 Prozent der Befragten bereits genutzt wurde und damit ein Plus von 7 Prozent aufweist. 19 Prozent greifen darüber hinaus auf kommerzielle Anbieter beim Ausleihen zurück, bei denen eine monatliche Pauschale zur Nutzung des kompletten Katalogs berechtigt. Von 27 Prozent der Befragten werden auch freie E-Books genutzt, wobei es sich hierbei nicht selten um Klassiker handelt, deren Urheberschutz abgelaufen ist.

Der größte Erfolg der E-Books ist allerdings die Förderung des sogenannten Self-Publishings, denn mittlerweile sind gut die Hälfte der 100 am meisten verkauften E-Books von den Autoren selbst veröffentlicht worden. Den Schriftstellern wird so der Zugang in die Autoren-Welt erleichtert, die sich nicht mehr einen Verlag suchen müssen, sondern ihre Werke mit einfachsten Mitteln selber veröffentlichen können. Verlage werden in aller Regel erst bei Erfolg auf solche Autoren aufmerksam.