4/6 Radeon Crimson im Test : AMDs karminroter Treiber kann mehr und ist schneller

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Weniger Ladezeiten und Ruckler durch Shader Cache

Mit Shader Cache führt AMD über Crimson eine Funktion ein, die Nvidia schon länger bietet. Sie sorgt dafür, dass bereits kompilierte Shader nach einem Spielstart auf der Festplatte abgelegt werden. Diese müssen dann beim nächsten Aufruf nicht wieder neu kompiliert werden, sondern können von der Festplatte direkt abgerufen werden. Dies bringt in Spielen unter anderem kürzere Ladezeiten mit sich.

Darüber hinaus wird die Streaming-Engine beim Spielen entlastet, wenn durchweg neue Shader angefordert werden, was vor allem bei großräumigen Spielen der Fall ist. Bisher können unangenehme kleine Ruckler beim Nachladen entstehen, die durch den Shader Cache reduziert oder gänzlich behoben werden können.

Das Spielprofil muss Shader Cache unterstützen

Bei jedem Spiel funktioniert der Shader Cache jedoch nicht. Er ist nur aktiv, wenn AMD einen entsprechenden Eintrag im Spieleprofil des Crimson-Treibers hinterlegt hat. Ist dies nicht der Fall, lässt sich das Feature durch eine Modifizierung des spielespezifischen Profils im Treibermenü Radeon Settings erzwingen – global und damit für sämtliche Spiele ist dies nicht möglich.

Call of Duty: Black Ops 3 und Star Wars: Battlefront sind neben Bioshock: Infinite derzeit die einzigen Spiele, von denen bekannt ist, dass AMD Profile für die Shader-Cache-Funktion hinterlegt hat. ComputerBase steht derzeit mit AMD in Kontakt und versucht herauszufinden, welche Spiele es ansonsten noch gibt. Ein Versuch, Shader Cache in Assassin's Creed Syndicate zu erzwingen, war nicht von Erfolg gekrönt. Das Erzwingen scheint zurzeit also nicht durchweg zu funktionieren.

Shader Cache – Ladezeiten
Angaben in Sekunden
  • Ladezeit Hauptmenü – Battlefront:
    • Shader Cache aktiviert
      23,0
    • Shader Cache deaktiviert
      26,0
  • Ladezeit Level– Battlefront:
    • Shader Cache aktiviert
      14,0
    • Shader Cache deaktiviert
      17,0
  • Ladezeit Hauptmenü – Black Ops 3:
    • Shader Cache aktiviert
      29,0
    • Shader Cache deaktiviert
      29,0
  • Ladezeit Level – Black Ops 3:
    • Shader Cache aktiviert
      14,0
    • Shader Cache deaktiviert
      14,0

In Star Wars: Battlefront zeigen sich tatsächlich Vorteile bei den Ladezeiten. Mit aktiviertem Shader Cache ist das Hauptmenü in 23 Sekunden geladen und das Spiellevel in 14 Sekunden. Ohne Shader Cache sind es dagegen jeweils drei Sekunden mehr. Anders dagegen Call of Duty: Black Ops 3. Auf die Ladezeiten hat die Shader-Cache-Funktion in dem Spiel keinerlei Auswirkungen, obwohl die Caches auf der Festplatte vorliegen.

In Star Wars: Battlefront sind die per FCAT gemessenen Frametimes mit aktiviertem Shader Cache nicht nur deutlich besser, sondern das Spiel läuft auch fühlbar runder als mit abgeschaltetem Feature. Dabei muss erwähnt werden, dass das Phänomen dann auftritt, wenn der Spieler neue Bereiche einer Map betritt. Ist er einmal durch das Level gelaufen, gibt es kaum noch Unterschiede. Perfekt sind die Frametimes zudem auch mit Shader Cache nicht. So ist der größte und spürbare Ausschlag mit beiden Variante vorhanden und zu Beginn der Sequenz gibt es weiterhin Schwankungen.

Auch in Call of Duty: Black Ops 3 lassen sich Unterschiede bei den Frametimes messen, jedoch fallen diese deutlich geringer aus. Wenn man drauf achtet, spürt man dennoch einen Unterschied, wobei auch der bisherige Zustand nicht störend ist.

AMD Crimson 15.11 – Shader Cache

Weniger Stromverbrauch bei Videos

Grafikkarte von AMD konnten beim Betrachten von Videos bei der Leistungsaufnahme noch nie punkten. Der Crimson 15.11 soll diesbezüglich nun eine Besserung bereithalten. In Full HD soll die Radeon R9 Fury X nicht mehr 37 Watt sondern nur noch zwölf Watt benötigen, weitere Angaben macht der Hersteller nicht.

Neben der Leistungsaufnahme will AMD auch die Bildqualität verbessert haben. So soll beim Hochskalieren von 1080p-Videomaterial auf einem Ultra-HD-Monitor aufgrund von „Adaptive Directional Filtering“ weniger Flimmern auftreten. Dieses Feature muss jedoch nicht nur von der Abspielsoftware unterstützt werden, sondern auch eine Grafikkarte mit der Fiji-GPU ist Voraussetzung.

Der Algorithmus für den dynamischen Kontrast soll darüber hinaus überarbeitet worden sein, der sich nun auf jedes Video einzeln anpassen kann. Das funktioniert bei Grafikkarten mit der Tonga- und der Fiji-GPU.

Star Wars auf YouTube – die Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
  • Radeon R9 Fury X – 1.080p:
    • AMD Crimson 15.11
      94
    • AMD Catalyst 15.11.1
      113
  • Radeon R9 Fury X – 2.160p:
    • AMD Crimson 15.11
      126
    • AMD Catalyst 15.11.1
      149
  • Radeon R9 390 – 1.080p:
    • AMD Crimson 15.11
      148
    • AMD Catalyst 15.11.1
      149
  • Radeon R9 390 – 2.160p:
    • AMD Crimson 15.11
      180
    • AMD Catalyst 15.11.1
      182

Und in der Tat, die Radeon R9 Fury X zeigt beim Star-Wars-Trailer mit dem FireFox-Browser eine reduzierte Leistungsaufnahme – und zwar unabhängig von der Auflösung. In 1.920 × 1.080 benötigt das Testsystem mit dem Catalyst 15.11.1 noch 113 Watt und mit dem Crimson 15.11 sind es noch 94 Watt. In 3.840 × 2.160 liegen die Werte bei 149 Watt beziehungsweise 126 Watt. Grafikkarten mit älteren GPUs wie Hawaii können von den Verbesserungen nicht profitieren. Entsprechend gibt es auf der Radeon R9 390 keine Verbesserung.

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