2/3 Kingston HyperX Savage im Test : USB-Stick mit 128 GB liebt Filme, aber scheut Spiele

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Leistung

Bei der Leistung zeigt Kingstons USB-Stick zwei völlig unterschiedliche Gesichter. Sequenzielle Transfers mit großen Dateien erfolgen lesend wie schreibend sehr zügig. Die vom Hersteller versprochenen Transferraten von 350 MB/s lesend und 250 MB/s schreibend werden spielend überboten, und auch der USB-Stick von SanDisk wird im Benchmark deutlich auf Abstand gehalten. Die Samsung Portable SSD T1 mit echter SSD-Technik spielt aber noch eine Leistungsklasse höher und bewegt sich am Limit von USB 3.0.

Das andere Gesicht zeigt sich beim wahlfreien Zugriff auf kleine Dateien. Schon bei einer Dateigröße von 512 KByte kann der HyperX Savage nur noch beim Lesen mit dem SanDisk Extreme Pro mithalten, fällt beim Schreiben aber bereits deutlich zurück. Extrem ist der Rückstand beim Schreiben von 4-KB-Dateien: Dort erreicht das Kingston-Laufwerk Werte im Bereich von KB/s, statt MB/s. Die Darstellung im Diagramm musste auf zwei Nachkommastellen angepasst werden, um überhaupt sichtbar zu machen, dass auf dem Kingston-Stick Daten geschrieben werden.

Der Test mit dem AS-SSD-Benchmark wurde abgebrochen, denn beim 4K-Test rührte sich auch nach 20 Minuten nichts und die Anzeige prognostizierte, dass der Test noch über einen halben Tag dauern wird.

Die Ergebnisse der synthetischen Benchmarks spiegeln sich auch im Praxiseinsatz wider. Das Kopieren des Spieleordners mit sehr vielen kleinen Dateien von der SSD auf den Stick dauerte stolze dreizehn Minuten; der SanDisk-Stick war in dreieinhalb Minuten fertig. Nicht ganz so drastisch, aber ähnlich fiel das Resultat beim Transfer gemischter Dateien aus. Beim Lesen hatte wiederum der Kingston-Stick mit einer Leistung auf dem Niveau der T1-SSD die Nase vorn und benötigte etwa 30 Prozent weniger Zeit, als das Laufwerk von SanDisk.

Die Stärke bei der sequenziellen Dateiübertragung kann der HyperX Savage beim Transfer von Filmen sowie des Windows-Abbilds ausspielen. Hier kommt aufgrund der wenigen großen Dateien die Schwäche mit kleinen Dateien nicht zum Tragen. Der Kingston-Stick ist in dieser Disziplin deutlich schneller als der SanDisk-Stick.

Temperatur

Temperaturen sind offensichtlich kein Problem des USB-Sticks. Nach dem Schreiben der 109 GB Steam-Dateien erwärmt sich der Stick an der wärmsten Stelle auf 43 °C, ein Einbruch der Transferraten ist nicht festzustellen. Das Schreiben von 10 × 10 GB Videodateien führt zu demselben Ergebnis.

Die Temperatur wurde mit Hilfe eines Infrarotthermometers an der Außenseite ermittelt, eine Messung der Temperaturen im Inneren war aus genannten Gründen nicht möglich. Software-Tools wie CrystalDiskInfo oder Hard Disk Sentinel lieferten wie bei den meisten normalen USB-Sticks keine S.M.A.R.T.-Werte und somit auch keine Temperaturen. Die USB-Sticks der Reihe SanDisk Extreme Pro mit SSD-Controller machen diesbezüglich eine Ausnahme; bei diesen lassen sich Daten wie Temperatur und Betriebsdauer auslesen. Zudem wird auch der TRIM-Befehl unterstützt, der beim Kingston-Modell nicht möglich ist.

Das gänzliche Fehlen der Betriebsparameter bei den meisten USB-Sticks ist in puncto Datenbeständigkeit eine große Schwachstelle. Im Prinzip haben Nutzer keinerlei Möglichkeit, den Zustand des Laufwerks zu kontrollieren, und werden entsprechend auch nicht durch Vorzeichen wie schlechte S.M.A.R.T.-Werte vor einem bevorstehenden Ausfall gewarnt. Dieser Makel wird auch in Kreisen der Entwickler von Monitoring-Tools zu Recht kritisiert.

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