3/5 Lenovo Yoga 900 im Test : Wieder mehr Notebook auf Kosten des Tablets

, 48 Kommentare

Zwei Lüfter kühlen den Core i7-6500U

Während der Vorgänger Yoga 3 Pro einen Intel Core m-5Y71 der Broadwell-Generation mit 4,5 Watt TDP in sich trug, setzt das Yoga 900 wie das Yoga 2 Pro wieder auf einen Core-Prozessor der Leistungsklasse „U“ mit 15 Watt TDP. Der taktet bei isolierter Last auf der CPU schnell deutlich unterhalb des maximalen Mehrkern-Turbos von 3,1 GHz und ist in vielen Benchmarks deshalb langsamer als der Core i5-6300U im Surface Pro 4, dessen Kühlung effizienter arbeitet.

In Verbindung mit der SSD und 16 GB DDR3-Speicher erleben Nutzer in vielen Anwendungsfällen trotzdem eine hohe Systemgeschwindigkeit. Die M.2-SSD mit SATA-Schnittstelle (Samsung MZNLN256HCHP-000L2) liest mit 550 MB/s knapp am Interface-Limit. Von der sequenziellen Schreibgeschwindigkeit (300 MB/s) lässt sich das nicht sagen.

Lenovos Rückkehr zur U-Serie im Ultrabook deckt ein spürbar breiteres Anwendungsspektrum ab, dass nur Modelle mit Core i7 und 256-GB-SSD ab 1.500 Euro angeboten werden, schießt aber über das Ziel hinaus. Der Mehrpreis wäre in einer 512-GB-SSD besser aufgehoben, und ein Core i5-6300U rechnet im selben Gehäuse nicht wesentlich langsamer. Die Grafikeinheit Intel HD 520 wurde von Lenovo mit Treibern vom August bestückt und setzte öfter mal mit einer Fehlermeldung aus. Ein Update verschaffte Abhilfe. Die Leistungsfähigkeit der integrierten Grafikeinheit reicht für Casual-Gaming oder Online-Titel wie CS:GO mit reduzierten Details und weniger Auflösung, aktuelle Blockbuster sind hingegen nicht sinnvoll darstellbar.

Die Samsung SSD hängt noch an einem SATA Interface
Die Samsung SSD hängt noch an einem SATA Interface

Obwohl Lenovo der Core-m-CPU, deren passive Kühloption Asus im ZenBook UX305FA erfolgreich vorführte, im Yoga 3 Pro sogar einen aktiven Lüfter spendierte, enttäuschte die Leistung viele Anwender. Ein Grund könnte das thermische Korsett gewesen sein (ein Tablet darf weniger warm werden), ein anderer die schlechte Wärmeleitung. Auch im Yoga 900 demonstrieren die Ingenieure eine suboptimale Lösung, verbauen sie doch gleich zwei Lüfter.

Die zwei Lüfter wechseln ständig ihre Drehzahl

Ihr Betrieb wird erst nach einer halben Minute Last hörbar, wechselt dann aber häufig die Lüfterstufen, wodurch die Kühlung deutlich wahrgenommen wird. Dafür bleibt das Yoga 900 auch unter Dauerlast bei den Oberflächentemperaturen deutlich unter 40 Grad Celsius. Bei gleichzeitiger Belastung von CPU und GPU wird der CPU-Takt teils sehr weit unter den Basistakt von 2,5 GHz auf 1,6 GHz gedrosselt. Ein Durchlauf Cinebench R15 (64-Bit-Multicore), welcher in etwa 2 Minuten und 15 Sekunden dauert, zeigt hingegen die meiste Zeit einen Multiplikator von 29 oder 30 und erfolgt damit nahe am Turbotakt von 3,0 GHz für beide Kerne.

Auf der nächsten Seite: USB 3.1 Typ C, WLAN-ac und zu viel Software