4/5 Lenovo Yoga 900 im Test : Wieder mehr Notebook auf Kosten des Tablets

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USB 3.1 Typ C, WLAN-ac und zu viel Software

Bei den Anschlüssen setzt Lenovo voll auf USB. Das bedeutet in diesem Fall einerseits den Verzicht auf HDMI, DisplayPort, VGA oder Ethernet in voller Größe. Dafür gibt es zwei Mal USB 3.0 (Typ A), einen kombinierten USB-2.0-Lade-Anschluss (Typ A) und USB 3.1 nach Typ C. Die moderne Buchse kann in Verbindung mit Adapterkabeln auch als Monitor-Ausgang genutzt werden.

Schon beim Yoga 3 Pro hatte Lenovo auf einen proprietären Ladeadapter verzichtet und nutzt stattdessen einen DC-in-USB-2.0-Kombo-Port. Auch das Netzteil erkennt, ob es nun das Notebook mit höherer Spannung auflädt oder aber ein USB-Gerät mit der 5V-Schiene speisen muss. Eine clevere Idee von Lenovo, die die Frage aufkommen lässt, warum man das Netzteil leistungsmäßig nicht noch ein wenig überdimensioniert und ein bis zwei weitere USB-Ladeports integriert.

Aufladen oder USB? Der Kombi-Port lässt die Wahl
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Das Yoga 900 kommt mit UBS 3.1-Type C
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Die Rotationssperre ist sinnvoll bei dem flexiblen Gerät
Die Rotationssperre ist sinnvoll bei dem flexiblen Gerät

Mit Intels Dual-Band-Modul Wireless AC-8260 konnte das Yoga im Test ohne Probleme Verbindungen mit Bandbreiten zwischen 650 und 780 Mbit/s aufbauen. Auch die Bluetooth- und Wireless-Display-Verbindungen lieferten keinen Anlass für Kritik.

Lenovo verzichtet nicht auf einen SD-Kartenleser; hin und wieder meinen Unternehmen, sich diesen für viele Nutzer essenziellen Slot sparen zu können. Die 720p-Webkamera liefert nur durchschnittliche Bildqualität und kann mit den Mikrofonen nicht ganz mithalten. In der Gesamtschau kann man von einer zeitgemäßen Hardware-Ausstattung sprechen.

Softwareseitig frachtet Lenovo Windows 10 Home ordentlich voll. Wirklich praktisch ist OneKey Recovery, die Hardware-Taste für diese hauseigene Systemwiederherstellung findet sich direkt neben der ebenfalls sehr sinnvollen Rotationssperre für das Display auf der rechten Seite. Nicht alle Nutzer sind begeistert von den zusätzlichen Anwendungen Lenovo Companion sowie Settings für die Wartung und Einstellungen des Systems. Programme wie ShareIt, ReachIt, Photomaster und weitere Apps hat der Hersteller dem Betriebssystem hinzugefügt. Das ist sinnvoll für Anwender, die ihren Browser-Cache anders nicht löschen können oder wenig Ansprüche an die Verwaltung und Bearbeitung ihrer Fotos stellen – für versierte Nutzer ist die Zusatz-Software mitunter ein Ballast.

Wo sind 66 Wattstunden Akkukapazität?

Die von Lenovo versprochene Verbesserung auf 9 Stunden Nutzungsdauer erreicht das Yoga 900 im Laufzeittest mit dem 66-Wattstunden-Akku nur bei leichter Belastung und niedrigster Display-Helligkeit. Ohne Last liegt der Gesamtverbrauch bei etwas mehr als 11 Watt und die Laufzeit beträgt maximal 14 Stunden. Allein die volle Display-Helligkeit fordert 2,7 Watt zusätzliche Leistung, beansprucht man das WLAN-Modul und surft, steigert sich der Verbrauch auf 20 Watt. Reines HD-Video-Streaming liegt in etwa bei 18 Watt, Power-User ziehen bis zu 30 Watt aus dem Netzteil.

Mehr Bauhöhe für mehr Akku im Yoga 900
Mehr Bauhöhe für mehr Akku im Yoga 900

Je nach Nutzungsverhältnis ergibt das unterschiedliche Laufzeiten: Ein konstanter Full-HD-Videostream (YouTube über WLAN) läuft auf dem Yoga 900 bei 200 cd/m² Display-Helligkeit für knappe 6,5 Stunden. So lange kann in etwa auch gesurft werden. PCMark 8 (Work accelerated) mit Textverarbeitung und Videochat-Simulation läuft für etwas mehr als 5 Stunden. Mittels Prime und Furmark an seine Grenzen gebracht, liefert der Akku nur noch 2 Stunden Energie. Im Vergleich zu anderen aktuellen Ultrabooks kann das Yoga 900 seinen Power-Akku nicht effizient ausnutzen. Trotz deutlich höherer Kapazität liegt die Laufzeit auf dem gleichen oder sogar leicht niedrigeren Niveau. Es fehlen die Mittel, die Verbraucher genauer einzugrenzen, aber auffällig ist ein sehr hoher Stromverbrauch im Leerlauf. Nach 2,5 Stunden am Netzstrom ist der Akku wieder voll.

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