2/4 Icarus Illumina XL im Test : E-Book-Reader mit offenem Android und 8 Zoll

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Große Formatunterstützung durch offenes System

Der Reader ist wie seine Vorgänger schnell einsatzbereit, eine Registrierung wie bei anderen Lesegeräten ist nicht nötig. Dafür gehört ein Shop zum direkten Erwerb von Inhalten nicht zur Systemausstattung. Eine Einrichtungsabfrage findet ebenfalls nicht statt, das Gerät begrüßt den Nutzer auch beim neuen Reader zunächst mit einer englischsprachigen Oberfläche. Für eigene Inhalte stehen dem Anwender auf dem internen Speicher des Readers von den angegebenen 8 Gigabyte lediglich rund 5,5 Gigabyte zur Verfügung. Der hohe Anteil des Systems am Verbrauch des Speicherplatzes hängt mit der Installation eigener Android-Apps zusammen, für die Speicher reserviert wird.

Die Übertragung der Inhalte kann per USB-Verbindung, Speicherkarte oder drahtlos erfolgen. Über den integrierten Datei-Manager können Bücher von der Speicherkarte in den internen Speicher transferiert, über nachträglich installierte Applikationen aber auch von einem entfernten Server oder einem Cloud-Dienst geladen werden. Eine weitere Möglichkeit besteht in dem einfachen Übertragen mit der E-Book-Organisations-Software Calibre, die den Reader ebenfalls erkennt. Über den integrierten Webbrowser wäre ein Einkaufen über einen Onlineshop und das direkte Laden auf den Reader prinzipiell ebenfalls möglich, dies gestaltet sich aufgrund der elektronischen Tinte des Displays jedoch als recht zäh.

Die unterstützten Formate werden von Icarus neben E-Pub und PDF mit Mobi, FB2, RTF, TXT und HTM angegeben. Dies betrifft jedoch nur die beiden vorinstallierten Reader-Apps, durch das offene Android-System können durch entsprechende Applikationen auch andere Formate verwendet werden. Gleiches gilt für mit einem Rechtemanagement versehene Bücher, von denen zunächst lediglich Adobes DRM Verwendung findet. Über die entsprechende Software lassen sich aber auch andere DRM-Formate betrachten wie zum Beispiel über die Kindle-App von Amazon geschützte Dateien. Bei der Anzahl der Lese-Applikationen mit Adobe-DRM sollte aber Sorgfalt walten, denn jedes Programm kann als eigenständiger Reader geführt werden, so dass die mögliche Anzahl von sechs aktivierten „Geräten“ schnell erreicht werden kann.

Bei den Möglichkeiten zur Texteinstellung bietet der Illumina XL von Hause aus wieder nur gewohnte Kost. Diese beschränken sich auf die Wahl der verwendeten Schriftart und Schriftgröße sowie Zeilenhöhe und den Seitenabstand. Einen kleinen Trumpf spielt der Reader bei der Darstellung von PDF-Dokumenten aus: Durch das Beschneiden der Ränder kann die Darstellung der Dokumente bei Bedarf vergrößert werden, was die bessere Lesbarkeit unterstützt. Hier zahlt sich das größere Display zumindest teilweise aus. Auch das PDF-Reflow funktioniert im Gegensatz zu manchen Lösungen der Konkurrenz recht gut, auch wenn der Technik geschuldet die Übersicht ein wenig leidet. Das Reflow setzt natürlich aus Textvorlagen gewandelte Dateien voraus, bei lediglich aus Bildern erstellten PDF-Dateien funktioniert die Wandlung nicht.

Umständliche Installation von Wörterbüchern

Wörterbücher werden vom neuen Icarus-Vertreter genau wie von seinen Vorgängern unterstützt und durch das Markieren der Wörter während des Lesens aufgerufen – so weit die Theorie. Im Auslieferungszustand enthält der Reader jedoch kein Nachschlagewerk und das Aufspielen gestaltet sich alles andere als einfach. Während bei anderen Herstellern diese oftmals komfortabel über den Reader geladen werden können, muss der Anwender beim Illumina XL den Umweg über die Hersteller-Homepage oder eine andere Quelle gehen, welche Wörterbücher im StarDict-Format anbietet. Anschließend müssen die geladenen Nachschlagewerke von Hand in das Verzeichnis „Dict“ auf den Reader kopiert werden. Dennoch funktioniert das Nachschlagen nur über den FB2-Reader, der Adobe-Reader wählt immer ein Leerzeichen zwischen den Wörtern und quittiert diese Auswahl mit einem Absturz.

Probleme mit Wortauswahl beim Adobe-Reader
Probleme mit Wortauswahl beim Adobe-Reader

Die Blättergeschwindigkeit des Illumina XL, so viel sei bereits verraten, liegt auf dem Niveau der Konkurrenz, auch wenn das System bei anderen Aktionen die eine oder andere Gedenksekunde einlegt. Dies schließt sowohl die E-Book- als auch die PDF-Betrachtung ein.

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