2/2 Forza Motorsport 6: Apex im Test : Ein gelungener Einstand

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Genug Inhalt für Spaß

Funktional ist Forza 6: Apex tatsächlich nicht mehr als eine Demoversion von Forza Motorsport 6 auf der Xbox One, allerdings eine eindeutig empfehlenswerte: Fünf klassische Strecken sowie eine Phantasiepiste sind eine solide Basis für einige Stunden Unterhaltung. Gleiches lässt sich der Fahrzeugauswahl attestieren. Vom Kompaktsportler bis hin zu gängigen Supersportwagen und echten GT-Rennern deckt der Fuhrpark den Bedarf an schnellem Vortrieb ab – 63 Fahrzeuge sind ohnehin eine Anzahl, die anderswo zum Vollpreis offeriert werden. Dass Klassiker oder Formel-Rennfahrzeuge fehlen vermag so nicht zu stören, nicht zuletzt, weil Fuhrpark und Streckenangebot quantitativ gut austariert sind.

Streckenauswahl

  • Brands Hatch
  • Circuit de Spa-Francorchamps
  • Rio de Janeiro
  • Sebring International Raceway
  • Top Gear Test Track
  • Yas Marina Circuit

Herz von Forza Apex ist eine zwölf Rennen lange „Showcase Tour“, die in verschiedenen Rennklassen vor verschiedene Herausforderungen stellt. Diese werden jeweils eingeführt durch eine kurze Präsentation der Fahrzeugtypen, vorgetragen von bekannten Journalisten aus dem englischsprachigen Raum, deren Texte nur mit Untertiteln versehen wurden – Spielern wird selbst in der „Forza-Demo“ kein Fahrzeug vor die Nase gestellt, sondern die Faszination Motorsport verkauft. Mit deutscher Sprachausgabe sind dankenswerterweise nur die Menüs und Tutorials unterlegt. Wie auf Konsolen besteht jedoch nicht die Möglichkeit, die Sprachausgabe ohne Weiteres umzustellen – hier sollte Microsoft dringend nachbessern; der Zwang zur Landessprache balanciert auf dem schmalen Grat der Qualität seiner Lokalisierung.

Harmlose Mikrotransaktionen

In diesen Veranstaltungen zählen nicht um Platzierungen. Je nach Veranstaltung wird unter anderem gefordert, eine Rundenzeit zu unterbieten, auf unterschiedliche Fahrhilfen zu verzichten oder besonders gekonnt zu überholen. Das Erfüllen von Zielen resultiert in „Rennpunkten“, deren Höhe die Anzahl der gewonnen Medaillen bestimmt, die wiederum neue Fahrzeuge freischalten.

Besonders schwierig ist das Erreichen der geforderten Punktzahlen nicht. Wer die auch auf dem PC überzeugende, aber auf unteren Schwierigkeitsgraden zahnlose Drivatar-KI ein wenig schärfer schaltet und auf die ein oder andere Fahrhilfe verzichtet, erhält genug Punkte-Boni, um Medaillen mühelos freizuschalten. Dass Apex auch Mikrotransaktionen enthält, geht daher völlig unter. Wer unbedingt mag, kann Fahrzeuge gegen Zahlung von einem Euro zwar auch sofort freischalten, nötig ist das aber nicht.

Anzumerken ist jedoch, dass sich gegenwärtig lediglich insgesamt 42 Medaillen verdienen lassen, mit denen 53 Fahrzeuge freigeschaltet werden: Turn 10 reicht je zwei Veranstaltungen pro Woche für die Rampenlicht-Kategorie nach. Hierbei handelt es sich um weitere Rennen nach gleichem Muster, die auf die gut gemachten, einführenden Videos verzichten müssen. Das Beta-Label bezieht sich insofern lediglich auf noch ausstehende Inhalte, zu denen auch die Unterstützung von Lenkrädern zählt.

Qualitativ wie auf der Konsole

Spielerisch bleibt Forza 6 Apex auf dem Stand von Forza Motorport 6. Neben der menschelnden KI zählt so auch die Fahrsimulation sowie der fein justierbare Mix aus Realismus und Arcade-Spaß zu den Stärken von Apex. Wie auf der Konsole darf zudem auch bei Nacht und, mit Ausnahme des Yas Marina Circuit, auch bei Regen und mit physikalisch simulierten Pfützen gefahren werden. Empfehlenswert ist hierbei die Verwendung des Xbox-One-Gamepads, dessen erweitertes und feineres Force-Feedback auch der erste PC-Ableger der Reihe effektiv zu nutzen weiß. So betrachtet ist Apex tatsächlich ein „Best of“ von Forza 6 – aber was für eines!

Dieser alltagstaugliche, abwechslungsreiche Mix und die hochwertige Präsentation der Fahrzeuge mit zahlreichen Setup-Optionen entwickeln wie gehabt einen erstaunlichen Sogfaktor: Fahren macht in Forza 6 auch auf dem PC Spaß, die visuelle Präsentation von Pistenbeschaffenheit und Geschwindigkeit, das „Fahrgefühl im Kopf“ kommt wie gewohnt überzeugend daher. Die bessere Grafik wird da nur zu einem willkommenen Bonus. Das unterhält so gut, dass nach Abschluss der 14 bislang verfügbaren Veranstaltungen der Schritt ins Freie Spiel für die ein oder andere weitere Runde lockt. Der Umfang wäre sogar ausreichend für weit mehr als die gegenwärtig rund vier bis sechs Stunden Unterhaltung, wenn ein Mehrspieler-Modus zur Verfügung stehen würde.

Fazit

Forza 6: Apex ist klar mehr als nur eine einfache Demo: Mit einem Unterhaltungswert von mindestens vier bis sechs Stunden erreicht der kostenlose Titel das Niveau mancher zum Vollpreis verkauften Einzelspieler-Produkte – der Unterhaltungswert entspricht qualitativ ohne Abstriche demjenigen von Forza 6 auf der Xbox. Dabei zeigt Turn 10 trotz des „Versuchsträger“-Status, wie ein sauberer Verkaufsstart und ein vernünftiges UWP-Spiel auszusehen haben.

Weil Forza 6: Apex aber trotz des beachtlichen Gratis-Umfangs im Vergleich mit einem richtigen Forza Motorsport beschnitten ist, wirkt der Titel ebenso erfolgreich als Appetizer; er demonstriert in sich geschlossen die Stärken der Serie, den eleganten Spagat zwischen echter Simulation und Arcade, zwischen Fahren und ansprechender Präsentation. Das weckt erfolgreich Lust auf mehr, gerade in Anbetracht der besseren technischen Möglichkeiten der Plattform PC. Insofern erscheint Apex als ein in jeder Hinsicht gelungenes Unterfangen.

Vier bis sechs Stunden Spaß für Lau: Apex lohnt sich
Vier bis sechs Stunden Spaß für Lau: Apex lohnt sich

Damit stellt sich schwerlich die Frage, ob Forza 6: Apex ein empfehlenswertes Spiel ist: Wer mit dem Genre etwas anfangen kann, sollte sich das Demo-Spiel spätestens nach der Integration der Lenkrad-Unterstützung unbedingt anschauen. Den etablierten PC-Platzhirschen wie Project CARS steht künftig ernsthafte Konkurrenz ins Haus.

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