2/3 Galaxy TabPro S im Test : Samsungs Alternative zum Surface Pro 4 ist ganz anders

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Kleine SSD und kein microSD, aber USB Typ C

Überraschenderweise setzt Samsung im Galaxy TabPro S nicht auf eine SSD aus eigener Produktion, sondern auf das Modell LiteOn CV1-8B128 im Format M.2. Die genutzte Variante mit 128 GB liest sequenziell mit 520 MB/s, geschrieben wird dem Datenblatt zufolge aber nur mit 160 MB/s. Benchmarks bestätigen das Leistungsniveau. Die ebenfalls 128 GB große Samsung PM951 im Surface Pro 4 mit Core M liest schneller, beim Schreiben nehmen sich beide Laufwerke hingegen nichts.

Speichererweiterung nur über USB Typ C

Wer mehr Speicher nutzen will, dem bleibt beim TabPro S nur der USB-Typ-C-Anschluss mit echtem USB 3.1 (Gen2) – einen microSD-Slot wie beim Surface Pro 4 gibt es nicht. Im Test mit der externen 8-TB-HDD Seagate innov8 erreichte das TabPro S 190 MB/s lesend und 140 MB/s schreibend, die im Betrieb 15 Watt benötigende HDD lief ohne Probleme an.

Wer Daten überträgt, kann nicht laden

Ein Problem gibt es bei dieser Methode allerdings: Der USB-Typ-C-Anschluss wird gleichzeitig zum Laden genutzt und steht beim Einsatz einer externen Festplatte ohne Adapter nicht zur Verfügung. Dasselbe gilt für den Einsatz anderer Peripherie. Auch der von Samsung zum Preis von 80 Euro angebotene Adapter ändert daran nichts: Er bietet zwar USB Typ C, USB Typ A und HDMI parallel an, über USB Typ C muss aber weiterhin geladen werden.

Windows 10 trifft Super AMOLED

Mit einer Diagonalen von 12 Zoll und einer Auflösung von 2.160 × 1.440 (B × H) im Format 3:2 teilt sich das Tablet viele Eigenschaften mit der Konkurrenz in Form von Huawei MateBook, ThinkPad X1 Tablet oder HP Elite x2. Was Samsungs Anwärter allerdings abhebt, ist die zugrundeliegende Technik: Im Galaxy TabPro S setzt Samsung auf ein Super-AMOLED-Display. Laut Hersteller handelt es sich hierbei um das erste Tablet, das diese Technik mit Windows vereint.

Samsung Galaxy TabPro S
Samsung Galaxy TabPro S

Starkes Display mit ungleichmäßiger Ausleuchtung

Mit einem guten Weißpunkt von rund 6.700 Kelvin und einer hohen Helligkeit zeigt das TabPro S ein klares und helles Bild; Schriften sind dank der hohen Auflösung scharf. Weniger überzeugend ist die ungleichmäßige Ausleuchtung, die teilweise bis zu 70 cd/m schwankt. Die Farbwiedergabe ist satt, aber nicht unnatürlich. Dank der OLED-Technologie ergibt sich ein echtes Schwarz und somit ein hervorragender Kontrast. Trotzdem ist AMOLED auf 12 Zoll nicht jedermanns Sache. In Zusammenarbeit mit Samsungs optionalem C-Pen erkennt das Display 1.024 Druckstufen.

Display-Homogenität des Samsung TabPro S
Display-Homogenität des Samsung TabPro S

Wie von Samsungs AMOLED-Smartphones bekannt, können Anwender auf die Farbwiedergabe Einfluss nehmen. Die „Galaxy Settings“ finden sich als separater Punkt in den Einstellungen von Windows 10. Drei der vier Modi ändern an maximaler Helligkeit und Weißpunkt nichts, wer jedoch die „Anpassungsfähige Anzeige“ wählt, erhält bei starkem Sonnenlicht maximal 10 cd/m² und einen deutlich kühleren Weißpunkt.

Maximale Display-Helligkeit und Weißpunkt
Display-Modus Samsung Galaxy TabPro S
cd/m² Kelvin
Manuell Anpassungsfähige Anzeige 377 7.700*
AMOLED Kino 367 6.700
AMOLED Foto
Grundlegend
Automatisch Anpassungsfähige Anzeige 377 7.700*
AMOLED Kino 367 6.700
AMOLED Foto
Grundlegend
*Gemessen in der Redaktion unter Leuchtstoffröhren

Gute Verarbeitung, mäßige Tastatur

Die Verarbeitung des Galaxy TabPro S überzeugt. Die Spaltmaße und Übergänge sind sauber und minimal ausgearbeitet. Alle Knöpfe (Windows-Taste, Einschalter, Lautstärkewippe) haben einen satten und präzisen Druckpunkt. Trotz seiner schmalen Bauform wirkt das Tablet stabil, was vor allem an dem Rahmen aus Metall liegt.

Mehr Winkel wären besser

Die Kunststoffrückseite kann wiederum nicht mit dem Eindruck vom Huawei MateBook oder dem Surface Pro 4 mithalten, zeigt sich aber griffig und funktional: Zur Fixierung des Tablets im Tastaturbetrieb heftet sich das Cover an die Rückseite und hält das TabPro S in zwei verschiedenen Positionen. In vielen Anwendungsszenarien wäre allerdings ein Winkel zwischen den beiden Gebotenen hilfreich.

Die Nutzung als Notebook auf dem Schoß gestaltet sich so weniger gut als mit dem Standfuß des Surface Pro 4. Zudem neigt das Tablet dazu, nach hinten zu lehnen und nicht vollständig eingerastet zu bleiben.

Die Tastatur überzeugt nicht

Der Tastenhub des flachen Covers ist sehr kurz und die Tasten liegen eng beieinander, wodurch der Komfort eingeschränkt wird. Zudem fehlt die Möglichkeit, die Tastatur leicht anzustellen – beim Surface Pro 4 ist das die angenehmste Art der Nutzung. Auch eine Beleuchtung bietet das Modell von Samsung nicht. Nicht überzeugen kann auch die Haptik der Rückseite, die das Galaxy TabPro S umschließt. Ihre Struktur verspricht mehr, als das Material beim Berühren halten kann – es wirkt billig.

Die beigelegte Tastatur kann damit in Summe nicht mit der des Surface Pro 4 mithalten, die wiederum für 150 Euro separat erworben werden muss. Bereits beim ersten Ausprobieren auf der CES 2016 resümierte die Redaktion: „Microsofts Tastatur kostet aus gutem Grund Geld“. Nach intensiverer Nutzung des Testexemplars bestätigt sich dieser Eindruck.

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