2/7 AMD Radeon RX 470 im Test : Von Asus, PowerColor und Sapphire mit 4 und 8 GByte

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Die Modelle der Radeon RX 470

Ab dem heutigen Tag soll es die ersten Modelle der Radeon RX 470 im Handel zu kaufen geben. Varianten mit unterschiedlichen Kühlern, Taktraten sowie Speicherbestückungen sollen das Bild bestimmen, ein Referenzdesign muss in dem Fall kein Hersteller auflegen. Der Start erfolgt wie üblich aber in mehreren Wellen, einige Karten (wie zum Beispiel die PowerColor Red Devil), folgen im Laufe der nächsten Woche.

Zu diesem Test haben sich die Asus Radeon RX 470 Strix, die PowerColor Radeon RX 470 Red Devil sowie die Sapphire Radeon RX 470 Nitro+ eingefunden. Asus nennt für die Radeon RX 470 Strix eine unverbindliche Preisempfehlung von 229 Euro. PowerColor wird die Radeon RX 470 Red Devil für 215 Euro anbieten. Für die Sapphire-Karte gibt es dagegen derzeit noch keine finalen Preise.

Details zur Strix, Red Devil und Nitro+

Die Asus Radeon RX 470 Strix und die PowerColor Radeon RX 470 Red Devil fallen deutlich kleiner und simpler als die größeren Brüder der Radeon-RX-480-Reihe aus. Beide Grafikkarten sind mit 25 Zentimeter deutlich kürzer, sowohl was das PCB als auch die Dual-Slot-Kühlsysteme angeht. Die Länge ist beim Einbau in ein Gehäuse deshalb kein Problem, wenngleich beide Grafikkarten ein wenig breiter als der Standard sind. Anders verhält sich die Sapphire Radeon RX 470 Nitro+, dieses Modell ist identisch zur Umsetzung der Radeon RX 480 Nitro+.

Bezüglich der Stromversorgung hat sich Asus für einen Sechs-Pin-Anschluss entschieden und folgt damit der Referenzvorgabe von AMD. PowerColor sowie Sapphire verbauen stattdessen einen Acht-Pin-Stromstecker. Was die Monitoranschlüsse betrifft hält sich die Radeon RX 470 Red Devil mit ein Mal DVI, ein Mal HDMI und drei Mal DisplayPort an den Standard. Auf der Radeon RX 470 Strix fällt die Bestückung mit zwei Mal DVI, ein Mal HDMI und ein Mal DisplayPort dagegen etwas ungewöhnlich aus – das ist eher bei älteren Grafikkarten der Standard. Die Radeon RX 470 Nitro+ setzt dagegen auf ein Mal DVI und doppelt HDMI sowie DisplayPort. Die doppelten HDMI-Anschlüsse sollen bei VR-Headsets von Vorteil sein.

Bekannte aber modifizierte Kühlsysteme

Sowohl Asus als auch PowerColor setzen auf kleinere, leicht modifizierte Kühler-Varianten der Radeon-RX-480-Karten. Auf beiden Modellen gibt es nur noch zwei statt drei Lüfter. Während Asus auf zwei 95 Millimeter breite Exemplare setzt, sind es bei PowerColor zwei 85-Millimeter-Lüfter, letztere sind damit zehn Millimeter breiter als auf der Radeon RX 480 Red Devil. Bei niedrigen Temperaturen halten auf beiden Grafikkarten die Lüfter an. Die Sapphire Radeon RX 470 Nitro+ setzt dagegen auf das Pendant der Radeon RX 480 Nitro+ und erbt damit zum den Kupfer-Kern, die Heatpipes und die zwei 95 Millimeter breiten Axial-Lüfter.

Die Taktraten: Unterschiede je nach Modus und BIOS

Die Asus Radeon RX 470 Strix geht im standardmäßig aktivem Gaming-Modus mit einem GPU-Takt von 1.250 MHz an den Start. Damit ist die Grafikkarte um 44 MHz übertaktet. Der vier Gigabyte große GDDR5-Speicher arbeitet mit dem Referenzwert von 3.300 MHz. Wer im Asus-eigenen GPU-Tweak-II-Tool den OC-Modus aktiviert, erhält zusätzliche 20 MHz GPU-Takt, weitere Änderungen gibt es nicht.

Bei beiden Einstellungen dürfen die Lüfter maximal mit 1.700 Umdrehungen in der Minute arbeiten. Im WattMan-Tool von AMD lässt sich dieser Wert manuell erhöhen oder verringern. Dasselbe gilt für das Temperature Target, dass in der Default-Einstellung bei niedrigen 60 Grad Celsius liegt.

PowerColor mit mehr Takt und Temperaturspielraum

PowerColor setzt bei der Radeon RX 470 Red Devil wieder auf zwei BIOS-Versionen. Ab Werk ist das OC-BIOS aktiv, das die GPU mit 1.270 MHz arbeiten lässt und den vier Gigabyte großen Speicher mit 3.500 MHz. Das Temperature Target beträgt hier 80 Grad und die Lüfter dürfen maximal mit 2.400 Umdrehungen arbeiten.

Monitoranschlüsse von Sapphire, Asus und PowerColor (von oben)
Monitoranschlüsse von Sapphire, Asus und PowerColor (von oben)

Das Silent-BIOS (manuell aktivierbar per Schalter auf der Karte) verzichtet dagegen auf ein wenig Takt und lässt nicht mehr als 1.220 MHz zu. Der Speicher wird dagegen weiterhin mit 3.500 MHz angesteuert. Die Lüfter dürfen nur noch mit maximal 2.100 Umdrehungen arbeiten. PowerColor hat bei jedem Power State zudem nicht nur den Takt, sondern ebenso die Spannung gesenkt. So liegt beim höchsten Power State mit dem OC-BIOS noch 1,093 Volt an, sind es im Silent-BIOS nur noch 1,031 Volt. Beides sind gerinere Werte als bei der Radeon RX 480 – und auch weniger als bei der Asus Radeon RX 470 Strix.

Die 8GB-Karte von Sapphire taktet den Speicher deutlich schneller

Sapphire setzt für die Radeon RX 470 Nitro+ einen GPU-Takt von 1.260 MHz an. Die Spannung im höchsten Power-State ist mit 1,168 Volt angesetzt. Der Speicher ist mit acht Gigabyte nicht nur doppelt so groß wie bei den anderen Modellen ist, sondern mit 4.000 MHz auch zugleich deutlich schneller. Der hohe Speichertakt ist dabei eine Entscheidung Sapphires und nicht zwangsläufig gültig für Acht-Gigabyte-Karten anderer Hersteller. Das Temperature Target ist auf 75 Grad Celsius festgelegt und die Lüfter dürfen mit maximal 2.200 Umdrehungen in der Minute rotieren.

Vergleich der Radeon-RX-470-Modelle von Asus und PowerColor
Merkmal Asus Radeon RX 470 Strix PowerColor Radeon RX 470 Red Devil Sapphire Radeon RX 470 Nitro+ OC
Karte PCB-Design Asus PowerColor Sapphire
Länge, Breite 24,0 cm, 13,0 cm 24,0 cm, 12,5 cm 24,0 cm, 12,5 cm
Stromversorgung 1 × 6 Pin 1 × 8 Pin 1 × 8 Pin
Kühler Design Asus, 2 Slot PowerColor, 2 Slot Sapphire, 2 Slot
Kühlkörper 2 Heatpipes, Alu-Radiator 3 Heatpipes, Alu-Radiator 3 Heatpipes, Kupfer-Kern, Alu-Radiator
Lüfter 2 × 95 mm (axial) 2 × 85 mm (axial) 2 × 95 mm (axial)
Lüfter abgeschaltet (2D) Ja Ja Ja
Takt GPU-Maximum 1.250 MHz (Gaming-Modus, Standard)
1.270 MHz (OC-Modus)
1.270 MHz (OC-BIOS, Standard)
1.220 MHz (Silent-BIOS)
1.260 MHz
Speicher 3.300 MHz MHz 3.500 MHz 4.000 MHz
Speichergröße 4.096 MB GDDR5 4.096 MB GDDR5 8.192 MB GDDR5
Anschlüsse 2 × Dual-Link-DVI
1 × HDMI 2.0b
1 × DisplayPort 1.4
1 × Dual-Link-DVI
1 × HDMI 2.0b
3 × DisplayPort 1.4
1 × Dual-Link-DVI
2 × HDMI 2.0b
2 × DisplayPort 1.4

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