Bluetooth-Lautsprecher im Test: Das Passende für die eigenen Ansprüche

Michael Schäfer 118 Kommentare
Bluetooth-Lautsprecher im Test: Das Passende für die eigenen Ansprüche

Bluetooth-Lautsprecher im Test: Vorwort

Mobile Lautsprecher gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, und einen kompletten Überblick zu erhalten, ist schier unmöglich geworden. Wie kann aber der für die eigenen Anforderungen optimale Lautsprecher gefunden werden? ComputerBase nimmt mit dieser Übersicht eine Auswahl der Suchergebnisse aus Vergleichsportalen und von Online-Händlern unter die Lupe, um zu zeigen, was für welche Preiskategorie erwartet werden kann und wo sich Fallstricke verstecken.

Spezifikationen

Modell August MS425 August SE50 Anker SoundCore Jam Classic HX-P230 Jam Heavy Metal HX-P920 Creative MUVO 2C Creative MUVO 2
Bluetooth-Version 4.0 4.1 4.0 kA 4.0 LE 4.2
Reichweite (m) 10
NFC Nein Ja Nein
Anschluss Audio-In
Akku (mAh) 600 Keiner 4.400 kA 4.000 650 2.200
Laufzeit (Std.) 5 Kein Akku 24 4 8 6 10
Ladezeit (Std.) 3,5 Kein Akku 5 3 3 kA
Bedientasten Ja
Größe (mm) 60 × 60 × 57 300 × 95 × 100 165 × 45 × 54 70 × 70 × 65 201 × 63 × 60 93 × 67 × 38 190 × 67 × 38
Gewicht (g) 236 1.238 365 217 765 165 340
Zusatzfunktion Freisprechfunktion FM-Radio Freisprechfunktion Cardreader, FLAC, WAV, WMA, MP3
Freisprechfunktion
Spritzwassergeschützt (IP 66)
Preisvergleich 12 Euro 55 Euro 42 Euro 21 Euro 70 Euro 49 Euro 50 Euro

Gemeinsamkeiten im Test

In diesem Test kommen mit Nexus 5, Galaxy Nexus, Galaxy S, Nexus 7, Note 10.1 2014 und iPad Air verschiedene Mobilgeräte als Quellen zum Einsatz, auch um ausschließen zu können, dass Probleme nur auf eine bestimmten Konstellation zurückzuführen sind.

Bei den oftmals verschiedenen Ansätzen verbinden die einzelnen Testkandidaten dennoch viele Gemeinsamkeiten: So beinhaltet bis auf den SE50 von August kein Lautsprecher ein Netzteil, in den meisten Fällen beschränkt sich das Zubehör auf das benötigte USB- und ein Klinkekabel sowie eine Bedienungsanleitung.

Bluetooth-Lautsprecher im Test – Sieben Vertreter für jeden Geldbeutel
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Grundrauschen und Störgeräusche

Daneben weisen alle Lautsprecher ein deutlich hörbares Grundrauschen, die Systeme abgesehen von den beiden Creative-Vertretern und dem Jam HX-P 920 zudem noch deutliche Störgeräusche bei einer Bluetooth-Verbindung auf. Dies könnte unter anderem an der verwendeten Frequenz von 2,4 Gigahertz liegen, welche auch von WLAN-Netzwerken und DECT-Funktelefonen genutzt wird. Es lassen sich deutliche Unterschiede in der Störintensität bei Tests in der Wohnung und im Freien feststellen.

Alle Hersteller geben die maximal mögliche Entfernung zwischen Sender und Lautsprecher mit zehn Metern an. In freier Umgebung können diese Werte im Großen und Ganzen bestätigt werden – von einem Meter mehr oder weniger je nach Quellgerät abgesehen. Innerhalb geschlossener Räume bricht dieser Wert jedoch auf störungsfreie zwei bis vier Meter inklusive Wänden ein. Auch die Verwendung anderer Funknetze hat, wie bereits beschrieben, Einfluss auf die Signalqualität. Da sich aber auch Wände durch verschiedene Beschaffenheiten unterschiedlich auf das Signal auswirken und auch die Sendeleistung des Quellgerätes einen wichtigen Teil dazu beiträgt, kann keine allgemein verlässliche Aussage bezüglich der Distanz der Bluetooth-Verbindungen getroffen werden.

Neben Bluetooth können alle Lautsprecher auch aus Quellen über den Line-Eingang gespeist werden.

Anker SoundCore

Der SoundCore von Anker, dem Spezialisten für externe Akkupacks, verfügt über ein vollständig gummiertes Äußeres, womit sich dieser für den Außeneinsatz gut geschützt zeigt. Zuoberst befinden sich die Bedienelemente zum Ein- und Ausschalten, zur Lautstärkesteuerung sowie für das Starten und Pausieren der Wiedergabe und ein Taster für den Verbindungsprozess. Da sich diese unter der gummierten Oberfläche befinden, muss für eine Bedienung etwas mehr Kraft aufgewendet werden. Über Schaltflächen zur Titelwahl verfügt der SoundCore nicht, durch ein doppeltes Drücken der Play-Taste kann zumindest zum nächsten Stück gesprungen werden. Für weitere Aktionen muss jedoch das Smartphone oder Tablet bemüht werden. Die Verarbeitung ist für einen Straßenpreis von knapp über 40 Euro sehr gut, der Lautsprecher erweist sich als äußerst stabil. Trotz des großen Akkus ist dieser mit 365 Gramm relativ leicht.

Das Pairing per Bluetooth 4.0 erfolgt ohne Probleme und wird über eine LED in Front angezeigt. Über das seitlich angebrachte Mikrofon kann der SoundCore zudem als Freisprechanlage bei eingehenden Anrufen genutzt werden.

Längste Akkulaufzeit im Testfeld

Der Klang ist bei 2 × 3 Watt Leistung ausgeglichen, der SoundCore ist dennoch keine Bassmaschine. Zwar kann über Klangeinstellungen am Smartphone etwas nachgeholfen werden, hier sind durch entstehende Verzerrungen jedoch enge Grenzen gesetzt. Etwas anderes kann aber bei der kompakten Bauweise von 165 × 45 × 54 Millimetern nicht erwartet werden. Die Lautstärke reicht aus, um einen Raum zu füllen, hätte bei einer Party jedoch deutliche Probleme gegen die damit verbundene Geräuschkulisse anzukommen. Ein kleiner Stereo-Effekt stellt sich aufgrund der Baugröße nur im Abstand von einem bis zwei Metern ein, und dann auch nur, wenn der Hörer direkt vor dem Gerät sitzt.

Anker gibt die Laufzeit des SoundCore mit 24 Stunden an, welche der über 4.400 mAh verfügende Akku sicherstellen soll. Im Test konnte der angegebene Wert mit 22 Stunden zwar nicht erreicht werden, ist für einen Lautsprecher dieser Klasse dennoch enorm. Zudem gibt es bei dieser langen Laufzeit genügend Einflüsse wie Verbindungsqualität oder Lautstärke, welche Auswirkungen auf die Laufzeit besitzen. Laut Hersteller soll der Akku in fünf Stunden wieder vollständig aufgeladen sein, eine ebenfalls seitlich angebrachte LED informiert über den Ladestand.

Creative MUVO 2C

Die MUVO-2C-Serie soll laut Creative Labs einen satten Klang auf kleinem Raum bieten, denn mit gerade einmal 93 × 67 × 38 Millimetern und einen Gewicht von 165 Gramm ist diese äußerst kompakt. Dafür stattet der Hersteller den Mono-Lautsprecher mit einem passiven Strahler für den Bassbereich aus. Die Verarbeitung ist gut und stabil, der MUVO 2C ist zudem nach IP 66 vor Spritzwasser geschützt. Damit kann dieser auch im heimischen Bad, im Garten oder im Freibad Verwendung finden – ins Wasser fallen sollte er dennoch nicht. Über die oben angebrachten Gummitasten lässt sich der MUVO 2C gut und komfortabel bedienen.

Audio-Inhalte nimmt der kleine Lautsprecher dabei neben Bluetooth 4.2 und Klinkestecker auch über eine SD-Karte in den Formaten FLAC, WAV, WMA oder MP3 sowie per direkter USB-Verbindung zu einem PC entgegen. Für Letzteres muss jedoch das „Sound Blaster Control Panel“ installiert sein, welches im Test allerdings an drei Rechnern mit der Meldung, dass das System kein unterstütztes Produkt finden konnte, scheiterte. Über die Software soll sich der Lautsprecher steuern lassen, und es können zudem Klangeinstellungen vorgenommen werden.

Guter Klang, Kartenspieler und Spritzwasserschutz

Der Klang kann sich für diese Größe sehen beziehungsweise hören lassen, ist aufgrund der geringen Gehäusegröße jedoch verständlicherweise limitiert, sodass eine „Rumpelkiste“ nicht erwartet werden darf. Dennoch präsentiert sich der MUVO 2C kraftvoll, auch wenn die Höhen ein wenig zu dominant erscheinen.

Die Lautstärke ist, sofern man direkt neben dem Lautsprecher sitzt, ausreichend, beginnt jedoch schon deutlich vor der maximalen Lautstärke zu verzerren. Das Ausfüllen eines ganzen Raums wird für den handtellergroßen Tonwiedergeber dann schon schwieriger, bei einer Party wird der MUVO 2C zudem schnell von seiner Umgebung übertönt. Eine feinere Unterteilung der einzelnen Lautstärke-Abschnitte wäre von Vorteil, denn oft erweist sich die eine Einstellung als zu leise, die nächste jedoch als deutlich zu laut. Ein Nachjustieren am Quellgerät ist die Folge.

Durch Kopplung zum Stereo-Set

Creative Labs verfolgt beim Neuling darüber hinaus ein interessantes Konzept: Durch Kopplung können zwei einzelne Mono-Lautsprecher zu einem Stereo-Set zusammengefügt werden. Die Vorgehensweise ist dabei recht einfach: Zuerst wird der linke Lautsprecher eingeschaltet, anschließend die Kopplungstaste für den rechten Lautsprecher gedrückt und dieser eingeschaltet. Nach knapp zehn Sekunden erfolgt mit „Right Speaker Linked“ die Bestätigung über die erfolgreiche Kopplung. Dann können die Lautsprecher per Bluetooth mit einem Wiedergabegerät verbunden werden. Ein Entkoppeln der Lautsprecher ist nicht nötig – wird der linke ausgeschaltet, schaltet der rechte Sprecher ebenfalls ab. Die Kopplung hat jedoch einen Wermutstropfen: Sie funktioniert nur bei einer Speisung über Bluetooth, Musik über die Speicherkarte oder per externer Kabelquelle kann nur auf einem Lautsprecher ausgegeben werden. Eine Verwendung als Freisprechanlage ist auch hier möglich.

Creative Labs gibt für den verbauten Akku mit einer Leistung von 650 mAh eine Laufzeit von sechs Stunden bei einer Lautstärke von 80 Prozent an. Bei einer etwas geringeren Lautstärke kann dieser Wert im Test problemlos überschritten werden – selbst nach acht Stunden dudelte der MUVO 2C noch vor sich hin.

Creative MUVO 2

Beim MUVO 2 hat Creative Labs viele Merkmale des kleinen Bruders MUVO 2C übernommen. So greift der Hersteller auf das gleiche Designkonzept zurück, wobei der größere Bruder mit 190 × 67 × 38 Millimeter doppelt so groß und mit 340 Gramm auch doppelt so schwer ist. Ebenfalls vorhanden sind die IP-66-Zertifizierung und die Kopplungsmöglichkeit mit einem zweiten Lautsprecher. Ein Zusammenfügen mit der C-Variante ist in beiden Richtungen jedoch nicht vorgesehen.

Im Gegensatz zum kleineren Vertreter handelt es sich beim MUVO 2 um einen Stereo-Lautsprecher. Doch wie bereits beim Anker SoundCore hält sich der Stereo-Effekt aufgrund der geringen Baugröße in Grenzen – für mehr ist eine Koppelung mit einem weiteren Lautsprecher nötig. Daneben weist der Bluetooth-Lautsprecher einen hörbar stärkeren Bass sowie eine größere Dynamik als sein kleinerer Bruder auf. Dies resultiert in einer deutlich höheren Lautstärke, die jedoch nur bedingt nutzbar ist – denn schon bei knapp über deren Hälfte neigt der Lautsprecher bei normal ausgesteuerter Musik zu hörbaren Verzerrungen. So taugt auch der MUVO 2 nicht dazu, einen Raum komplett zu füllen.

Im Gegensatz zum kleinen Bruder verfügt der getestete Lautsprecher über eine separate Start-Stop-Taste, welche gerade die Bedienung des internen Kartenplayers erleichtert. Dank eines größeren Akkumulators mit einer Kapazität von 2.200 mAh erhöht sich die Akkulaufzeit laut Creative Labs auf bis zu zehn Stunden, welche im Test ebenfalls überschritten wurde.

JAM Heavy Metal HX-P920

Der Name ist beim Heavy Metal HX-P920 von JAM Programm: Der massiv wirkende Lautsprecher ist aus gebürstetem Aluminium gefertigt und wiegt 765 Gramm, was jedoch weniger am über eine Kapazität von 4.000 mAh verfügenden Akku liegt. Der HX-P920 ruht auf einem knapp fünf Millimeter dicken Gummiboden, wodurch Vibrationen nicht übertragen werden. Die Verarbeitung ist tadellos, etwas anderes kann man aber vom teuersten Lautsprecher im Testfeld auch nicht erwarten. Zudem weist das Gehäuse einen Spritzwasserschutz auf.

Über die sechs sich oberhalb des Gehäuses befindlichen Tasten kann neben der Lautstärke zusätzlich die Wiedergabe gesteuert werden. Durch das eingebaute Mikrofon kann das Gerät bei eingehenden Anrufen ebenfalls als Freisprechanlage verwendet werden. Eine LED in Front zeigt an, ob eine Verbindung besteht und ob der Akku geladen werden muss.

JAM gibt die Laufzeit des HX-P920 mit bis zu acht Stunden an – und stapelt damit sehr tief. Bei normaler Zimmerlautstärke ging dem Lautsprecher bei optimaler Verbindung auch nach über elf Stunden noch nicht die Puste aus. Laut dem Hersteller soll ein leerer Akku in rund drei Stunden wieder aufgeladen sein. Um Strom zu sparen, schaltet sich der Lautsprecher im unverbundenen Zustand nach 2 Minuten ohne Audiosignal aus, mit einer Quelle gekoppelt verlängert sich diese Zeit auf 15 Minuten.

Verzerrungen bei leiser Ausgabe im Bassbereich

Mit einer Leistung von 2 × 10 Watt reicht der Stereo-Lautsprecher aus, um ein Zimmer mit guten Höhen und Mitten sowie einem auf die Größe bezogen kräftigen Bass zu beschallen, wobei nicht erwähnt werden muss, dass auch der HX-P920 nur bedingt über einen Stereo-Effekt verfügt. Zudem neigt dieser bei rund drei Viertel der möglichen Lautstärke zu deutlich hörbaren Verzerrungen. Diese sind jedoch auch bei geringer Lautstärke ein Thema, welche dann im Bassbereich deutlich hörbar sind. Damit wird ein leises Hören von Musik spätestens dann unmöglich, wenn tiefe Frequenzen auftreten.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Sprachausgabe, welche die Bedienung eigentlich vereinfachen soll. Die Lautstärke der Meldungen ist jedoch so hoch angesetzt, dass man beim abendlichen Musikhören spätestens nach der automatischen Abschaltung wieder aufgeweckt wird.

JAM Classic HX-P230

JAM bewirbt den HX-P230 als den am meisten verkauften Bluetooth-Lautsprecher in den USA. Mit diesem verfolgt der Hersteller einen komplett anderen Weg als die meisten Konkurrenten im Test: Durch die Abstrahlung nach oben erhält der Lautsprecher eine Ausgabe von 360° und ist durch die daraus resultierende kompakte Bauweise mit der kleinste Lautsprecher im Test. Der Klang ist dabei erstaunlich ausgeglichen und gut: Mitten und Höhen sind betont, und auch der Bass ist vorhanden, wenn dieser auch der Bauart geschuldet die tiefen Frequenzen vermissen lässt. Ein kompletter Raum lässt sich mit dem HX-P230 nicht ausfüllen, denn bei diesem handelt es sich eher um einen Lautsprecher, welcher immer in der Nähe des Hörers stehen sollte.

Bei der Laufleistung des nicht näher beschriebenen Akkus scheint der Hersteller selbst nicht sicher zu sein: Mal wird von diesem eine Dauer von bis zu vier Stunden angegeben, mal sind es derer fünf. Dies spielt auch nur bedingt eine Rolle, da der Classic im Test die Fünf-Stunden-Marke fast um eine Stunde überschreitet. Nähert sich der Akku dem Leerstand, wird der Nutzer über eine blinkende LED informiert. Die Aufladedauer soll laut JAM abhängig vom verwendeten Netzteil drei Stunden betragen. Aufgrund des mechanischen Ein- und Ausschalters deaktiviert sich der Lautsprecher nach einer gewissen Zeit nicht selbst, um Strom zu sparen. Über die am Gerät angebrachten Bedientasten kann die Wiedergabe gestartet und gestoppt sowie die Lautstärke eingestellt werden.

Ein wenig mehr Sorgfalt hätte JAM jedoch bei der Herstellung walten lassen sollen: So sind alle nötigen Angaben wie Typenbezeichnung oder CE-Kennzeichnung auf der Geräteunterseite in weißer Farbe auf schwarzem Hintergrund aufgebracht – lediglich die Stellung des Ein- und Ausschalters („On“, „Off“) ist in dunkelgrauer Farbe vorhanden und dabei schon bei guten Lichtverhältnissen schwer zu erkennen. Hier kann schnell das Rätselraten eintreten.

Hörbare Störgeräusche bei Bluetooth-Verbindung

Der Lautsprecher könnte eine gute Alternative für Nutzer sein, denen wenig Platz zur Verfügung steht und die daher auf ein kleines Gerät mit guter Wiedergabe angewiesen sind. Doch leider macht JAM alle guten Argumente für den Classic durch sehr deutliche Störgeräusche bei der Wiedergabe per Bluetooth-Quelle zunichte, welche auch in Kundenrezensionen unter anderem auf Amazon genannt werden. Über das Klinkenkabel verbunden, fällt der Lautsprecher lediglich mit einem erhöhten Rauschen auf, mit dem aber, wie anfangs erwähnt, alle Testaspiranten zu kämpfen haben.

August MS425

Der MS425 von August stellt mit einem Durchmesser von sechs Zentimetern bei fast identischer Höhe sowohl den kleinsten als auch mit einem Straßenpreis von rund 12 Euro den günstigsten Kandidaten im Test dar. Für den Preis erhält der Nutzer einen sehr gut verarbeiteten und vor allem stabilen Lautsprecher, was sich auch im Gewicht von 236 Gram widerspiegelt. Zum Vergleich: Der JAM Classic bringt trotz größerer Maße gerade einmal 217 Gramm auf die Waage. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ein Großteil des MS425 aus Aluminium gefertigt ist. Darüber hinaus sorgt die gummierte Unterseite für einen guten Stand.

Günstigster Lautsprecher im Test

Die Bedienelemente unterscheiden sich ebenfalls von vielen Kontrahenten in der Preisklasse, denn der MS425 besitzt neben dem Start-/Stop-Button auch Schaltflächen für den Sprung zum nächsten Stück oder zurück – ein Spulen ist jedoch nicht möglich. Dafür muss der Nutzer bei der Lautstärkeeinstellung mit einem ordinären Drehregler vorliebnehmen, womit die Ausgabe des Lautsprechers jedoch im Gegensatz zu den anderen Testaspiranten stufenlos einstellbar ist.

Wie der JAM Classic arbeitet auch der August nach dem 360°-Prinzip, die geringe Abmessung des eher an ein Kameraobjektiv erinnernden Lautsprechers spiegelt sich jedoch auch im Klang wider: Dieser besteht vornehmlich aus Höhen und Mitten. Der Bass ist zwar vorhanden, doch fehlen ihm aufgrund der geringen Größe die tiefen Frequenzen und somit auch der Druck. Daher sind vom Winzling keine Klangwunder zu erwarten, zudem neigt der MS425 bei voller Lautstärke der Quelle schon bei geringer Lautstärke zu Verzerrungen. Wird diese ab der Quelle ein wenig reduziert, weist das Modell jedoch über den gesamten Bereich keine Verzerrungen mehr auf.

Die Laufzeit wird vom Hersteller mit fünf Stunden angegeben, was jedoch stark untertrieben ist: In den Laufzeittests brachte es der August bei angenehmer Lautstärke auf über acht Stunden Spielzeit, womit sich wieder zeigt, dass die Laufzeit nicht zuletzt von der gewählten Lautstärke, Funkverbindung und vielleicht sogar Musik abhängt. Geht die Akkuversorgung einmal zur Neige, wird der Nutzer darüber mit einem sich ständig wiederholenden Ton sowie durch die verbaute LED informiert. Über den integrierten USB-Anschluss soll der Akku des MS425 je nach verwendetem Netzteil in knapp vier Stunden wieder aufgeladen sein.

Auch kabelgebunden Störgeräusche

Neben den bereits genannten Übertragungsmöglichkeiten lässt sich auch der MS425 bei Verbindung zu einem Mobiltelefon als Freisprechanlage nutzen. Doch leider ist dieser trotz aller positiven Eigenschaften ebenfalls deutlich anfällig für Störgeräusche, welche sich im Gegensatz zum JAM Classic auch in der kabelgebundenen Übertragung deutlich bemerkbar machen. Leise Musik oder das Hören von Hörbüchern wird auf dem MS425 hierdurch stark gestört.

August SE50

Der August SE50 stellt den Außenseiter im Test dar, denn im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern ist dieser aufgrund des fehlenden Akkus nur für den stationären Betrieb vorgesehen. Dies zeigen zudem sowohl die Größe als auch das Gewicht von über einem Kilogramm. Dafür besitzt er als einziger Vertreter des Testfeldes ein UKW-Radio.

Das Äußere des SE50 gestaltet sich durch die Holzoptik zunächst ansprechend, bei genauerem Hinsehen entgehen dem Betrachter jedoch gerade beim oben eingelassenen Bedien-Panel die unterschiedlichen Spaltmaße nicht. Am Boden ist durch einen Strich zudem genau zu erkennen, wo das Furnier für die Holzoptik zusammengeklebt wurde.

Das Bedien-Panel besitzt Elemente zur Steuerung der Lautstärke und des UKW-Radios sowie für die Quellenwahl und Bluetooth-Verbindung. Diese sitzen fest, und es ist ein wenig Kraft nötig, um sie zu drücken. Der Ein-/Ausschalter wurde seltsamerweise auf der Rückseite des Gerätes angebracht und ist daher nur umständlich zu erreichen.

Die Bluetooth-Verbindung soll laut Hersteller per NFC besonders einfach von der Hand gehen. Im Test kam darüber lediglich eine Verbindung zu einem Nexus 5 zustande, ein älteres Galaxy Nexus hingegen wurde nicht erkannt. Die Bluetooth-Verbindung per Hand klappte dagegen auf allen Quellgeräten, dabei wies jedoch auch der August die bekannten Störgeräusche im Hintergrund auf – unabhängig davon, welches Quellgerät verwendet wurde.

Boombox ohne Boom

August veräußert den SE50 auch als „Boombox with FM Radio“ – doch vom „Boom“ ist bei der Wiedergabe nur wenig zu hören. Zwar weist der Lautsprecher einen hörbaren Bassbereich auf, dieser ist jedoch eher neutral zu vernehmen, als dass es hier eine zusätzliche Bassverstärkung gibt, wie es die Bezeichnung suggeriert. Dennoch kann der Klang als ordentlich bezeichnet werden, Höhen und Mitten erscheinen ohne Dominanz – und doch wirkt der SE50 auf langer Strecke klanglich etwas „lustlos“. Der Lautsprecher kann laut werden, doch bei normal ausgesteuerter Quelle treten bereits bei knapp halber Lautstärke erste Verzerrungen auf, bei rund zwei Drittel ist dann endgültig Schluss. Somit kann der Bereich nur dem Ausgleich für leisere Quellen – zum Beispiel beim UKW-Radio – zugerechnet werden.

Bei den Verbindungsmöglichkeiten teilt der SE50 die Verhaltensweise einiger anderer Testkandidaten, indem auch dieser Störgeräusche bei Funkverbindung aufweist. Das UKW-Radio kann nur als Dreingabe gewertet werden, denn dieses schafft es nicht, auch nur einen Radiosender ohne deutliches Grundrauschen wiederzugeben. Eine Wahlmöglichkeit zwischen Mono und Stereo hätte diesen Umstand beseitigen können. Daneben bietet das Modul zehn Speicherplätze für die eigenen Senderfavoriten.

Fazit

Der Test hinterlässt einen gespaltenen Eindruck: Auf der einen Seite ist die gebotene Klangqualität vor allem bei den günstigeren Testkandidaten gemessen am Preis erstaunlich. Hier wird dem Kunden ein solider Klang sowie eine kompakte Bauweise geliefert. Dies verdeutlicht zum Beispiel der August MS425, der mit einem Straßenpreis von 12 Euro der günstigste Lautsprecher im Test ist und dennoch klanglich überzeugen kann – solange die Musik nicht zu laut gehört wird. Gleiches gilt für den JAM Classic, der jedoch durch deutliche Störgeräusche auffällt. Dennoch zeigen diese Vertreter auch die Kompromisse, die in den unteren Preisklassen eingegangen werden müssen: An eine gute Stereo-Wiedergabe ist in diesem Segment kaum zu denken und der kompakten Baugröße geschuldet fallen auch die tiefen Frequenzbereiche mager aus. Sie eignen sich vor allem, wenn Musik in nicht zu hoher Lautstärke im Hintergrund wiedergegeben werden soll. Durch ihr 360°-Konzept besitzt der Nutzer zudem eine große Freiheit bei der Standortwahl.

Die Qual der Wahl

Wird jedoch ein ausgeprägterer Bassbereich gewünscht, muss etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden. Dann gelangen Interessenten in den Bereich des Anker SoundCore sowie der beiden Lautsprecher von Creative Labs. Aber auch hier muss sich der Nutzer entscheiden: Legt er mehr Wert auf Laufzeit muss er wie beim SoundCore klangliche Abstriche hinnehmen. Möchte er einen besseren Frequenzgang vorfinden, dann fällt die Laufzeit geringer aus. Der MUVO 2 und MUVO 2C von Creative Labs bieten darüber hinaus das interessante Konzept, jeweils zwei Lautsprecher zu einem Stereo-Set zu verbinden, die auch in einer größeren Entfernung zueinander aufgestellt werden können. Der Spritzwasserschutz ist hingegen auch bei anderen Lautsprechern dieser Preisklasse zu finden.

Bluetooth-Lautsprecher im Test
Bluetooth-Lautsprecher im Test

Wer günstig kauft, kauft oft zwei Mal

Der August SE50 suggeriert einen Lautsprecher mit guter Basswiedergabe und das Äußere einen edlen Klang – beides kann im Test nicht bestätigt werden. Zwar bietet der Lautsprecher der Baugröße geschuldet ein etwas größeres Stereo-Spektrum, dafür kann mit dem UKW-Radio kein Sender rauschfrei empfangen werden. Es gilt also erneut: Alles hat seinen Preis und das, was versprochen wird, ist zu diesem Preis ohne Kompromisse nur schwer zu bekommen. Zudem muss der Nutzer beim SE50 aufgrund des fehlenden Akkus auf die Mobilität verzichten – ein Kompromiss eben.

Ist der Kunde hingegen bereit, noch etwas mehr zu investieren, ändert sich das Bild: Für 70 Euro, also rund 20 Euro mehr als der MUVO 2, wechselt der HX-P920 von JAM den Besitzer. Dieser weist nicht nur eine gute Akkulaufzeit sowie ein komplettes Metallgehäuse gepaart mit einer exzellenten Verarbeitung auf, sondern liefert auch eine gute Basswiedergabe. Aber auch hier steht die kompakte Bauweise einem ausfüllendem Stereo-Bild im Weg – dafür ist er laut.

Reicht dies dem Hörer immer noch nicht, gelangt er in Preisgefilde, die nach oben offen sind und dadurch ganz andere Vorstellungen erfüllen können. Doch dazu vielleicht in einem späteren Test mehr.

Preisunabhängige Probleme und Versäumnisse der Hersteller

Auf der anderen Seite sind manche Problem nicht an Preisklassen gebunden: So weisen alle Teilnehmer im Test in unterschiedlicher Intensität Rauschen und Störgeräusche auf – im Falle des JAM Classic sogar sehr deutlich. Äußere Einflüsse wie die Anzahl von drahtlosen Netzwerken in der Umgebung spielen dabei eine nicht unwichtige Rolle. Aber auch hausgemachte Probleme befinden sich darunter: So weist der HX-P920 deutliche Verzerrungen im Tiefenbereich bei geringer Lautstärke auf und auch die zu lauten Funktionssignale hätten dem Hersteller auffallen müssen.

In den meisten Fällen bleibt dem zukünftigen Besitzern bei der Suche nach einem mobilen Lautsprecher nur eines: Genau zu wissen, was man sucht – und vor allem ausprobieren!

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