Foxconn/Sharp: Display-Werk für 7 Milliarden US-Dollar in den USA geplant

Volker Rißka 79 Kommentare
Foxconn/Sharp: Display-Werk für 7 Milliarden US-Dollar in den USA geplant
Bild: Foxconn

Nach US-Präsident Trumps „America First“-Antrittsrede am Freitag hat Gründer, Chairman und CEO Terry Gou der Foxconn Group am Sonntag erklärt, dass der Bau eines Display-Werkes in den USA 30.000 bis 50.000 neue Arbeitsplätze im Rahmen eines 7-Milliarden-US-Dollar-Investments bringen soll.

Wenngleich auch Gou die Antrittsrede von Donald Trump kritisch sah und auf die Gefahren des Protektionismus und die Einmischung der Politik in die Wirtschaft und deren Wachstum ansprach, verwies er auf den „Wunsch einer Display-Fabrik in den USA“, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Die USA seien der zweitgrößte Markt für Fernseher, dort gebe es aber keine einzige Fertigungsstrecke, erläuterte Gou seine Bestrebungen. Demnach gibt es die Pläne schon länger, aber erst im Rahmen der wirtschaftlichen Absichten des neuen US-Präsidenten sind diese unter anderem im Zusammenhang mit Zusagen der japanischen SoftBank Group von bis zu 50 Milliarden US-Dollar an Investitionen in den USA ans Tageslicht gekommen. Ein Teil davon seien bereits die 7 Milliarden von Foxconn. Denn auch Foxconn ist ein sehr enger Geschäftspartner der SoftBank Group, die im Rahmen des Deals mit der Trump-Regierung bereits Informationen des geplanten Investment durchsickern ließ.

Die Marke Sharp bleibt am Leben

Die mögliche Fabrik würde unter der Marke Sharp geführt – diese hatte Foxconn erst im März 2016 übernommen – und vermutlich in Pennsylvania entstehen. Zuvor gäbe es aber noch nahezu alle relevanten Punkte vom Land, der Wasser- und Stromversorgung bis hin zur Infrastruktur und anderen Konditionen zu klären. Faktisch sei deshalb noch nichts entschieden. Je nachdem, wie die Verhandlungen mit den lokalen Behörden aber auch der Regierung ausfallen, könnte die Investitionssumme von 7 Milliarden US-Dollar sogar noch übertroffen werden.

Gleichzeitig erklärte Gou aber – um die Regierung in China zu beruhigen – auch im eigenen Heimatland weiterhin aktiv zu bleiben. Dort ist Foxconn mit diversen Standorten vertreten, die wie kleine, autarke Städte agieren, aktiv und dort unter anderem nahezu alle Produkte von Apple sowie unzähliger weiterer IT-Firmen fertigen.