Mozilla : Roadmap für Add-on-Entwickler bis Firefox 57

Mozilla: Roadmap für Add-on-Entwickler bis Firefox 57
Bild: Mozilla

Eine Firefox-Roadmap für Add-on-Entwickler enthüllt die Pläne Mozillas für die Versionen bis Firefox 57 am 28. November 2017. Diese Version stellt den Punkt dar, ab dem nur noch Add-ons laufen werden, die kompatibel zu der neuen Cross-Browser-Entwicklungsplattform WebExtensions sind.

Im November 2016 wurden im Mozilla-Blog die Pläne für die kommenden Änderungen an der Architektur für Firefox Add-ons bekanntgegeben. Dort wurde auch Firefox 57 als die Version festgelegt, ab der nur noch mit der neuen Entwicklungsplattform WebExtensions kompatible Add-ons in Firefox laufen werden.

Roadmap bis Firefox 57

Jetzt veröffentlicht Mozilla eine Roadmap für Add-on-Entwickler, die detailliert, was bis zur Veröffentlichung von Firefox 57 in den dazwischen liegenden Versionen zu erwarten ist. Das betrifft nicht nur die veränderte Add-ons-Architektur, sondern auch die damit verwobene Multiprozess-Architektur Electrolysis (E10s), die seit Firefox 48 in verschiedenen Stufen ausgerollt wird.

Electrolysis für (fast) alle

Für Firefox 53, der am 18. April veröffentlicht werden soll, ist geplant, dass E10s mit wenigen Ausnahmen für alle Anwender freigeschaltet werden soll. Die Ausnahmen betreffen Add-ons, die als zu E10s inkompatibel gekennzeichnet sind. Wird ein solches Add-on aktiviert, zwingt das den Browser in den Single-Process-Mode. Add-ons, die inkompatibel mit E10s sind, dies aber nicht als Flag setzen, werden als inkompatibel markiert und gesperrt.

Binäre Komponenten können von Add-ons oder Software von Dritten nur noch über das Native Messaging API geladen werden. Zudem werden keine neuen Legacy-Add-ons mehr für die neu gestaltete Seite für Add-ons (AMO) akzeptiert, lediglich Updates werden noch akzeptiert. Unter Legacy-Add-ons versteht Mozilla alle Erweiterungen, die nicht nativ auf WebExtensions bauen.

Keine neuen Legacy-Add-ons mehr

Legacy-Add-ons, die in Firefox 53 mit eingeschaltetem E10s laufen, könnten mit den folgenden Versionen trotzdem noch einmal Kompatibilitätsprobleme bekommen. So soll Firefox 54, dessen Veröffentlichung für den 13. Juni geplant ist, die allgemeine Sicherheit durch Sandboxing erhöhen. Diese Technik soll verhindern, dass Schadcode vom Browser Zugriff auf das Betriebssystem nehmen kann. Dadurch könnten Add-ons beim Dateizugriff eingeschränkt werden.

Sandboxing für mehr Sicherheit

Mit Firefox 55, der am 8. August zur Veröffentlichung ansteht, soll auf der Basis von E10s die Zahl der Content-Prozesse (e10s-multi) erhöht werden. Zunächst soll es zwei zusätzliche Prozesse für Content geben, die dann sukzessive erhöht werden. Auch hier können, wenn auch in geringerem Maße als bei der Einführung des Sandboxing, Add-ons in Mitleidenschaft gezogen werden.

Bei der Aufteilung in mehrere Content-Prozesse müssen JavaScript Module (JSM) für jeden Prozess einzeln geladen werden. Wird das von einem Add-on nicht befolgt, kann dieses abstürzen. SDK-basierte Add-ons könnten wegen ihres erheblichen Overheads, der sich anstatt auf einen nun auf alle Prozesse auswirkt, erhebliche Probleme mit der Ausführungsgeschwindigkeit bekommen.

Die Veröffentlichung von Firefox 57 stellt dann das Ende der Fahnenstange für Add-ons dar, die nicht auf WebExtensions als Erweiterungs-Architektur basieren. Die Veröffentlichung wurde vom 28. auf den 14. November vorgezogen, um nicht mit dem US-amerikanischen Thanks-Giving-Wochenende zu kollidieren. Die Add-on-Webseite AMO wird weiterhin Legacy-Add-ons auflisten und aktualisieren. Wann auch dieser Strang gekappt wird, ist noch nicht festgelegt.

Nicht nur Zustimmung

Mozilla macht sich mit der Art und Weise, wie WebExtensions eingeführt werden, bei den Entwicklern nicht nur Freunde. So hat etwa Luís Miguel angekündigt, in Zukunft keine Add-ons mehr zu schreiben und bestehende, zu denen unter anderem FindBar, TabGroups, Tweak, OmniSidebar und Beyond Australis gehören, nicht mit WebExtensions kompatibel zu machen. Sie werden ab Firefox 57 nicht mehr funktionieren. Miguel hatte versucht, Mozilla zu überzeugen, neben WebExtensions auch das bestehende System für Add-ons aufrecht zu erhalten. Mozilla besteht jedoch auf einem relativ harten Schnitt.

Miguel bemängelt an WebExtensions, dass es die Freiheiten, die ein Entwickler bisher hatte, zu stark einschränkt. Dies treffe besonders auf die Manipulation des Aussehens und der Funktionalität des Browser-Interface zu. Auch weitere Entwickler haben ihre Abkehr von Firefox-Add-ons angekündigt.