Sniper Elite 4 Benchmark : Schneller mit DirectX 12 – immer!

Sniper Elite 4 ist ein solides, aber kein überwältigendes Spiel. Genau dasselbe lässt sich auch über die Grafik sagen, die zwar keine neuen Maßstäbe setzt, aber mit ein paar Ausnahmen zufriedenstellend ist. Zudem weist die PC-Version keine großen Baustellen auf – Grafikfehler und Abstürze sind nicht zu verzeichnen.

Eine durchschnittliche Grafik mit DirectX 12

Dafür verantwortlich ist die vom Entwickler Rebellion stammende Asura-Engine, die gegenüber dem Vorgänger keinen großen, aber schon einen sichtbaren Schritt nach vorne gemacht hat. Auffällig ist, dass das Spiel die Low-Level-API DirectX 12 unterstützt – Sniper Elite 3 konnte mit AMDs Mantle-API umgehen.

Entsprechend stellt sich die Frage, wie sinnvoll Rebellion DirectX 12 technisch integrieren konnte. Denn diesbezüglich kranken die meisten Spiele zur Zeit noch. Darüber hinaus lässt sich das DX12-Feature Asynchronous Compute im Optionsmenü an- und ausschalten, was Seltenheitswert hat. Neben der generellen Performance wird sich der Test entsprechend auch der Umsetzung der neuen API inklusive einem Vergleich mit DirectX 11 annehmen.

Presets, Anti-Aliasing und Co.

Die Grafikoptionen lassen sich in Sniper Elite 4 entweder vor dem Spielstart in einem Launcher oder während des Spiels klassisch im Optionsmenü einstellen. Manche Optionen benötigen bei Änderungen im Spiel jedoch einen Neustart der Software.

Sniper Elite 4 – Options-Launcher
Sniper Elite 4 – Options-Launcher

Als Grafik-Preset stehen in dem Actionspiel die Stufen Niedrig, Normal, Hoch und Ultra zur Verfügung. Ultra setzt zugleich die maximalen Grafikeinstellungen. Wer mehr Leistung aus dem eigenen Rechner holen möchte, sollte direkt zur Stufe Mittel gehen – denn Hoch bringt selbst messbar kaum Vorteile. Auf Mittel fällt die Grafikqualität jedoch sichtbar schlechter aus. Vor allem die Kantenglättung und die Sichtweite leiden.

Es gibt keine gute Kantenglättung in Sniper Elite 4

Bezüglich der Kantenglättung ist Sniper Elite 4 einfach gestrickt – es gibt an und aus. An bedeutet dabei den Post-Processing-Effekt FXAA. Die Bildschärfe leidet vor allem in niedrigen Auflösungen wie Full HD sichtbar, darüber hinaus flimmert das Bild noch ordentlich, denn eine temporale Komponente gibt es nicht. Beide Probleme werden bei höheren Auflösungen besser, jedoch ist die Kantenglättung selbst in Ultra HD nicht gut. Dann fällt die Unschärfe zwar nicht mehr ins Gewicht, allerdings flimmert die Vegetation immer noch.

Sniper Elite 4 bietet keine auffälligen Grafikoptionen. Zudem nimmt das Spiel weder an AMDs Gaming-Evolved-, noch an Nvidias GameWorks-Programm teil.

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Sämtliche Testreihen wurden auf dem aktuellen Grafikkarten-Testsystem durchgeführt. Einzig der Core i7-6700K wurde mit den Standard-Taktraten betrieben. Als Treiber waren der Crimson 17.2.1 beziehungsweise der GeForce 378.66 installiert. Beide Treiber sind für Sniper Elite 4 optimiert.

Unabhängig von der Auflösung wird in Sniper Elite 4 das Ultra-Preset und damit die maximale Detailstufe genutzt. Darüber hinaus ist immer DirectX 12 aktiviert und zusätzlich Async Compute – letzteres aber nur auf AMD- und Pascal-GPUs.

Auflösung Grafik-Details
1.920 × 1.080 Ultra-Preset, DirectX 12
2.560 × 1.440 Ultra-Preset, DirectX 12
3.840 × 2.160 Ultra-Preset, DirectX 12

DirectX 11 vs. DirectX 12 mit Async Compute

Im Optionsmenü von Sniper Elite 4 lässt sich nicht nur DirectX 12 anstatt DirectX 11 auswählen, sondern darüber hinaus auch Asynchronous Compute an- beziehungsweise abwählen. In den bisherigen Spielen war es oft – aber nicht immer – so, dass Radeon-Grafikkarten von Async Compute profitieren und GeForce-Grafikkarten teils langsamer laufen.

Sniper Elite 4 – DirectX11 vs. DirectX12
    • RX 480 @ DX12 + Async
      74,0
    • RX 480 @ DX12
      71,9
    • GTX 1060 @ DX12 + Async
      70,4
    • GTX 1060 @ DX12
      69,0
    • GTX 1060 @ DX11
      66,8
    • RX 480 @ DX11
      61,9

Sniper Elite 4 schafft es jedoch zu überraschen. Denn das Spiel läuft mit der DirectX-12-API durchweg schneller als mit DirectX 11. Sowohl auf Grafikkarten mit einer AMD- als auch einer Nvidia-GPU. Und nicht nur das: Auch können beide Hersteller von Async Compute profitieren.

So kann die GeForce GTX 1060 mit DirectX 12 gegenüber der DirectX-11-Fassung um immerhin drei Prozent zulegen. Und mit Async Compute sind es weitere zwei Prozent, sodass die DX12-Variante insgesamt fünf Prozent schneller läuft. Die Pascal-Architektur kann also von Async Compute profitieren. Die Maxwell-Vorgängerkarten legen hingegen nicht zu, sondern verlieren einige Prozent an Performance. Bei GeForce-Grafikkarten der vorherigen oder älteren Generationen ist es also ratsam, DirectX 12 zu aktivieren, Async Compute aber nicht.

AMD legt um 20 Prozent durch DirectX 12 zu

Auf der Radeon RX 480 fallen die Sprünge größer aus. Beim Wechsel von DirectX 11 auf DirectX 12 gewinnt die Polaris-Grafikkarte gute 16 Prozent an Bildern pro Sekunde hinzu. Mit aktiviertem Asynchronous Compute gibt es einen weiteren Schub von drei Prozent. DirectX 12 läuft auf der Radeon also um insgesamt 20 Prozent zügiger.

Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

Eine moderne Mittelklassegrafikkarte wie die Radeon RX 480 oder die GeForce GTX 1060 hat kein Problem damit, in Sniper Elite 4 die 60-FPS-Marke zu knacken. Die Nvidia-Grafikkarte kommt auf 70 FPS und das Radeon-Modell ist noch weitere fünf Prozent schneller. Die direkten Konkurrenten liegen also nahe beieinander. Auch die GeForce GTX 960 kommt noch – wenn auch nur sehr knapp – auf 60 FPS. In dem Fall ist die konkurrierende Radeon R9 390 jedoch 18 Prozent schneller. Mit Abstand am meisten Leistung bietet in dem Testfeld die GeForce GTX 1080. Die Grafikkarte ist 73 Prozent schneller als die Radeon RX 480 und 39 Prozent schneller als die Radeon R9 Fury X.

In 2.560 × 1.440 schaffen es dann noch die Radeon R9 Fury X, die GeForce GTX 1070 sowie die GeForce GTX 1080 mehr als 60 Bilder pro Sekunde abzuliefern. Die anderen Grafikkarten kommen zwar auch noch auf spielbare Werte, doch liegen die Frameraten bei um die 50 FPS. Auch in der Auflösung hat die Radeon RX 480 die Nase um fünf Prozent vor der GeForce GTX 1060. Die Radeon R9 390 ist sieben Prozent langsamer als die Polaris-Grafikkarte. Die GeForce GTX 970 liegt ein wenig weiter zurück, erreicht aber noch 44 FPS. Die Radeon R9 Fury X schafft es, den neunprozentigen Rückstand zur GeForce GTX 1070 auf drei Prozent zu verkürzen.

Für Ultra HD liefern dann nur noch drei Grafikkarten genügend Bilder pro Sekunde. Die GeForce GTX 1070 kommt noch auf spielbare, wenn auch nicht optimale 43 FPS. Die Radeon R9 Fury X erlebt ihren zweiten Frühling und arbeitet acht Prozent schneller als das Pascal-Modell. Am schnellsten arbeitet die GeForce GTX 1080. Der Abstand zur Radeon R9 Fury X beträgt 16 Prozent.

Speicherverbrach

Wer eine Grafikkarte mit einem vier Gigabyte großen Speicher hat, kann die maximale Texturauflösung auch in 3.840 × 2.160 ohne Probleme wählen. Für einen optimalen Betrieb sind auch in 2.560 × 1.440 4.096 MB zu empfehlen, in 1.920 × 1.080 reichen auch 3.072 MB aus. Bei den letzten beiden Auflösungen ist Sniper Elite 4 auch mit jeweils einem Gigabyte weniger spielbar, allerdings sind dann von Zeit zu Zeit immer mal wieder kleinere Hänger zu spüren.

Frametimes

Sniper Elite 4 fühlt sich bei einer ausreichenden Framerate sehr gut an und und das zeigen auch die per FCAT gemessenen Frametimes. Das gilt nicht nur für DirectX 11 und für DirectX 12, sondern auch für AMD und Nvidia. Zwar gibt es Unterschiede zwischen den zwei GPU-Entwicklern und den beiden APIs, doch sind diese so gering, dass die Schwankungen zwar (gerade so) messbar sind, nicht jedoch fühlbar. So sind die Frametimes auf der GeForce GTX 1060 zum Beispiel bei beiden APIs minimal gleichmäßiger als die auf der Radeon RX 480. Dennoch sind beide Ergebnisse überraschend gut.

Fazit

Loben muss man Rebellion für die Implementierung von DirectX 12 in Sniper Elite 4, die sehr gut gelungen ist. Egal ob eine AMD- oder eine Nvidia-Grafikkarte verbaut ist, die Leistung legt mit der Low-Level-API zu. Und auch die PC-Umsetzung an sich ist gelungen. Denn Probleme gibt es nicht, allerdings fehlen auch echte Highlights wie spezielle Grafik-Features.

Die Grafikqualität an sich ist deshalb auch nur solide. Das Spiel sieht an manchen Stellen recht hübsch aus, andere sind hingegen eher zweckmäßig gehalten. Die gebotene Performance geht für die Optik in Ordnung. In dem Spiel haben die AMD-Grafikkarten die Nase etwas vor der direkten Nvidia-Konkurrenz, was jedoch nur unter Windows 10 mitsamt DirectX 12 gilt. Unter DirectX 11 dreht sich das Bild um. Ab einer GeForce GTX 1070 oder Radeon R9 Fury X kann Sniper Elite 4 bei maximalen Details auch in Ultra HD gespielt werden, wirklich flüssig ist dies aber nur mit einer GeForce GTX 1080 oder einer Titan X möglich.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.