Google Daydream 2.0: Grafikqualität über Desktop-Niveau mit Seurat-Rendering

Nicolas La Rocco 28 Kommentare
Google Daydream 2.0: Grafikqualität über Desktop-Niveau mit Seurat-Rendering
Bild: ILMxLAB

Google hat im Rahmen seiner Daydream-Keynote zur I/O 2017 Version 2.0 der VR-Lösung angekündigt. Daydream 2.0 richtet sich an bestehende Headsets und die neuen autark funktionierenden HMDs. Eine neue geheimnisumwoben Renderingtechnik soll eine Grafikqualität besser als auf Desktop-PCs ermöglichen, wie eine ILM-Demo zeigt.

Zur Eröffnungs-Keynote der I/O hatte Google den Fokus noch auf die Ankündigung der ersten Standalone-Headsets für Daydream gelegt. Von HTC Vive und Lenovo sind noch im Laufe dieses Jahres VR-Brillen zu erwarten, die ohne Smartphone und externe Sensorik lauffähig sind. Die benötigte Hardware wie System-on-a-Chip, Displays und Inside-Out-Tracking – WorldSense von Google genannt – sind im HMD verbaut.

Standalone-Headsets für Daydream ab 500 Euro

Das wird die neuen VR-Brillen aber vermutlich nicht besonders günstig machen. Während Daydream View (Test) für Smartphones gerade einmal 69 Euro kostet, sind für die autarken HMDs Preise im Bereich einer HTC Vive (Test) oder Oculus Rift (Test) zu erwarten, wie Golem anhand eines Gespräches mit Daydream-Chef Clay Bavor berichtet. Demnach muss mit Preisen ab 500 Euro gerechnet werden.

Googles Update auf Daydream 2.0 – intern Euphrates genannt – richtet sich jedoch an Nutzer beider Kategorien von VR-Brillen, sodass auch Anwender der ersten Stunden davon profitieren werden. Nach dem zum Sommer geplanten Update wird es möglich sein, Aufnahmen der Virtual Reality aus Sicht des VR-Brillenträgers anzufertigen. Außerdem will Google das Streaming aus der Brille an einen externen Bildschirm ermöglichen. Dafür ist der Einsatz der Cast-Technologie von Google vorgesehen. YouTube-VR-Videos sollen zudem mit mehreren Personen gemeinsam in derselben virtuellen Umgebung betrachtet werden können.

Diesen Sommer soll laut Google auch Chrome in einer VR-Version für Daydream veröffentlicht werden. Entwickler können sich mit WebVR und WebAR für Chromium mit der Materie beschäftigen und entsprechende Konzepte entwickeln.

Seurat soll Grafikqualität immens steigern

Spannend klingt Googles neue Renderingtechnik Seurat, die in VR eine Grafikqualität auf oder sogar über dem Niveau eines Desktop-PCs erzielen soll. Seurat hat seinen Namen von dem französischen Maler Georges Seurat erhalten, der für seine Stilrichtung des Pointillismus bekannt ist. Google spricht von „cleveren Tricks“ bei der Berechnung der Bilder, will sich aber erst später dieses Jahr in die Karten schauen lassen. Laut The Verge nutzt Seurat vorgerenderte Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln und überträgt diese auf ein VR-Modell mit niedriger Anzahl an Polygonen.

Das ILMxLAB von Industrial Light & Magic gibt mit einer kurzen VR-Szene aus der Welt des letzten Star-Wars-Films Rogue One eine Vorschau auf die Fähigkeiten von Seurat und die zu erwartende Renderingqualität. Unbekannt ist noch, ob sich Seurat an Spiele richtet oder primär für virtuelle Touren wie in der gezeigten Sequenz ausgelegt ist.