HTC Vive (final) im Test : Virtual Reality mit Händen und Köpfchen

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HTC Vive (final) im Test: Virtual Reality mit Händen und Köpfchen

Das Warten hat auch für Vorbesteller der VR-Brille HTC Vive ein Ende: Seit heute werden die ersten Produkte ausgeliefert. Nach fünf Wochen mit der seriennahen Vorabversion HTC Vive Pre hat ComputerBase die letzte Woche mit der finalen Variante verbracht.

Das abschließende Fazit ist der vorläufige Schlussstrich unter die Erfahrungen, die die Redaktion seit Ende Februar mit der HTC Vive (Pre) – in einem Fall sogar gemeinsam mit Lesern - gesammelt hat.

Die vergangenen Berichte im Überblick:

Die Unterschiede zur HTC Vive Pre

Im Gegensatz zur HTC Vive Pre erreicht die HTC Vive ihren Besitzer in einem einzigen, farblich gestalteten Karton, dessen großer Beipackzettel über den Lieferumfang und die Montage informiert. Auch ungeduldigen Anwendern sei dabei abermals geraten, die ausführliche Installationsanleitung Schritt für Schritt zu verfolgen, um Probleme zu vermeiden. Sie liegt mittlerweile nicht mehr online sondern als ausführbare EXE-Datei vor. Auch ComputerBase hat bereits Hinweise zur Installation und Montage gegeben.

Überarbeitet hat Valve bis zuletzt auch die Einrichtung der Vive über SteamVR: Nach dem Vermessen der Spielfläche startet ab sofort ein Soundcheck und ist auch der abgeschlossen, wird automatisch das humorvolle Tutorial geladen – bei den ersten Schritten in VR nimmt Valve den Käufer mustergültig an die Hand.

Alle Komponenten sind aktuell

Interessant ist: Keine der Komponenten verlangte nach dem Auspacken nach einem Firmware-Update, alle sind auf dem aktuellsten, nur wenig Tage alten Stand. Die beiden Basisstationen sind damit schon ab Werk zum Update über Bluetooth bereit und können sofort auf Stativen oder an der Wand montiert werden – früher mussten sie zum Update noch per USB an den PC angeschlossen werden.

HTC Vive im Zeitraffer-Unboxing

Anpassungen an Optik und Haptik

Viele der Veränderungen betreffen Optik und Haptik. Beim finalen Headset hat die Kabeldurchführung jetzt die Form des offiziellen Logos der Vive angenommen und die Kabel verdecken nicht mehr dessen aufgedruckte Variante. Darüber hinaus ist der Spalt zwischen den beiden Gehäusehälften an der Vorderseite beim finalen Muster kleiner als bei der Vorabversion – ob das für die gesamte Serie gilt, bleibt allerdings offen.

Eine weitere Anpassung betrifft den Drehknopf zum Justieren des Augenabstandes, der jetzt geriffelt und damit griffiger ist. In Sachen Display, Linsen und Tragekompfort hat sich hingegen nichts geändert – auch die Kabellänge bleibt auf dem Stand von vor ein paar Wochen.

Gewicht und Kabellängen im Vergleich
HTC Vive Pre HTC Vive
Gewicht
Headset exkl. Kabel 555 g 561 g
Headset inkl. Kabel 871 g 883 g
Controller (1×) 202 g 204 g
Basisstation (1×) 315 g 315 g
Link Box 66 g 67 g
Kabellänge
PC zu Link Box (HDMI (DP) / USB) 1,00 m 1,00 m
Steckdose zu Link Box 1,20 m 1,20 m
Link Box zu Headset (HDMI / USB / Strom)* 4,50 m 4,50 m
Steckdose zu Basisstation 2,50 m 2,50 m
* bis Anfang Gurtsystem im Nacken

Kleine Anpassungen haben auch die Controller erfahren, auch hier prangt das Logo der Vive jetzt prominent an der Oberseite und die Kennung des Herstellers HTC ist auf die Rückseite verlegt worden. Die wiederum ist jetzt nicht mehr glatt sondern mit einer Struktur aus Gummi versehen. Das fühlt sich anders an, gut in der Hand halten ließen sich aber auch schon die Controller der Vorabversion.

Die sichtbaren Veränderungen an den beiden Basisstationen („Lighthouses“) betreffen die Status-LEDs: Sie leuchten jetzt grün anstatt weiß – allerdings sowohl im Standby als auch im Betrieb, was Verwirrung stiftet. Die Anschlüsse der Link Box, die das Headset mit dem PC verbindet, sind jetzt beschriftet.

Eine weitere Anpassung betrifft die Halterungen zur Befestigung der Basisstationen. Die von der Pre bekannten Varianten aus dem Baumarkt sind durch eigene Lösungen ersetzt worden. Deren Kugelgelenk lässt sich über eine Mutter feststellen.

Weniger Stromverbrauch durch Standby

Im Gegensatz zur HTC Vive Pre ist die finale HTC Vive in der Lage, die beiden Basisstationen in den Standby zu schicken, wenn SteamVR geschlossen ist. Aus zwei Mal 4,9 Watt Leistungsaufnahme im Leerlauf werden so zwei Mal 1,0 Watt. Positiver Nebeneffekt: Das im Betrieb hochfrequente Zirpen der beiden Boxen verschwindet ebenfalls.

Komponente Standby Bereitschaft / Spiel
Basisstation (eine) 1,0 Watt 4,9 Watt
VR-Brille (inkl. Link Box) 3,5 Watt 11,5 Watt

Allerdings dauert es lange, die Basisstationen nach dem Starten von SteamVR aus dem Schlaf zu wecken: Rund 25 Sekunden benötigen sie zum Anspringen, weitere 35 Sekunden zur Synchronisation. Nach dem Beenden von SteamVR verfallen sie erst rund 30 Sekunden später wieder in den Schlaf – wer SteamVR also versehentlich schließt und sofort wieder öffnet, der bleibt einsatzbereit.

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