AMD-Quartalszahlen: Ryzen und Radeon bringen höchsten Umsatz nach 2011

Michael Günsch 172 Kommentare
AMD-Quartalszahlen: Ryzen und Radeon bringen höchsten Umsatz nach 2011

Am Abend hiesiger Zeit hat AMD die Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2017 vorgelegt. Mit 1,64 Milliarden US-Dollar Umsatz und 71 Millionen US-Dollar Gewinn wurden die Erwartungen von Analysten aus dem Vorfeld leicht übertroffen. Während die Enterprise-Sparte stagnierte, gab es im Client-Sektor einen Umsatzsprung.

Umsatz fast so hoch wie zuletzt Ende 2011

Mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar Quartalsumsatz hat AMD seit mehr als fünf Jahren nicht mehr erwirtschaftet. Im vierten Quartal 2011 waren es 1,691 Milliarden US-Dollar. Danach konnte die Marke nicht mehr erreicht werden – bis heute.

Mit 819 Millionen US-Dollar in der Sparte Computing and Graphics (Client-CPU/APU/GPU) sowie 824 Millionen US-Dollar für das Segment Enterprise, Embedded and Semi-Custom (inklusive Server-CPU und Konsolen-Chips) teilte sich der Umsatz nahezu gleichmäßig auf die Geschäftsfelder auf. Insgesamt stieg der Umsatz gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 26 Prozent. Vor einem Jahr hatte AMD nur 1,3 Milliarden US-Dollar eingenommen und musste einen Verlust von 406 Millionen US-Dollar beklagen, was allerdings primär an einem neuen Wafer-Abkommen mit Globalfoundries lag, das eine Sonderbelastung von 340 Millionen US-Dollar bedeutete.

74 Prozent mehr Umsatz mit CPUs und GPUs für PCs

Einen riesigen Umsatzsprung von 74 Prozent im Jahresvergleich machte die Sparte Computing and Graphics mit Prozessoren und Grafikchips für PCs. Dafür sind laut AMD vor allem die „starken Verkäufe“ von Radeon-Grafiklösungen und Ryzen-CPUs für den Desktop verantwortlich. Durch Ryzen seien die durchschnittlichen Verkaufspreise deutlich gestiegen und auch die GPUs hätten hier zugelegt. Der operative Gewinn beträgt 70 Millionen US-Dollar, statt des Minus von 66 Millionen US-Dollar im dritten Quartal 2016.

Das erste Quartal mit Epyc

Während AMDs Epyc-Prozessoren für Server erst gegen Ende des zweiten Quartals erschienen und daher noch wenig Einfluss auf jenes Quartalsergebnis nahmen, sind nun die ersten drei Monate mit Epyc am Markt passé. Von einem Umsatzsprung im entsprechenden Segment fehlt allerdings jede Spur. Die Sparte Enterprise, Embedded and Semi-Custom erwirtschaftete etwa so viel wie vor einem Jahr. Dies sei allerdings durch sinkende Verkäufe von Semi-Custom-SoCs für Spielekonsolen bedingt. Somit hat Epyc zumindest doch für etwas mehr Umsatz gesorgt und den Umsatzrückgang ausgeglichen. Künftig soll unter anderem Tencent als Abnehmer von Epyc-7000-CPUs für mehr Umsatz sorgen. Der operative Gewinn der Sparte sank von 136 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf nur noch 84 Millionen US-Dollar.

Der Ausblick auf Quartal 4

Für das laufende vierte Quartal 2017 erwartet AMD gegenüber dem dritten Quartal einen Umsatzrückgang um 15 Prozent (+/- 3 %), was aber immer noch eine Steigerung um 26 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum bedeuten würde. Für das Gesamtjahr 2017 hat AMD die Prognose verbessert und rechnet nun mit 20 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr, was etwa 5,1 Milliarden US-Dollar entspräche.

Trotz des Aufwärtstrends verlor die AMD-Aktie im nachbörslichen Handel zwischenzeitlich um 10 Prozent an Wert.