Arbeitsspeicher: DRAM-Chips werden im 4. Quartal noch teurer

Jan-Frederik Timm 125 Kommentare
Arbeitsspeicher: DRAM-Chips werden im 4. Quartal noch teurer
Bild: G.Skill

Speicher wird immer teurer und der Trend hält an. Im Durchschnitt fünf Prozent mehr mussten Abnehmer laut TrendForce im 3. Quartal 2017 zahlen und das 4. Quartal soll einen noch deutlicheren Anstieg zeigen. Der Industrie bescheren volle Auftragsbücher bei steigenden Preisen derweil Rekordumsätze.

95 Prozent des Marktes entfallen auf drei Produzenten

Die drei größten Anbieter von DRAM-Chips Samsung, SK Hynix und Micron hätten ihren Umsatz im abgelaufenen dritten Quartal gegenüber dem zweiten um 15, 22 respektive 13 Prozent anheben können, sie verfügen zusammen über 95 Prozent Marktanteil. Gemittelt über die Branche hätte das Umsatzwachstum bei 16,2 Prozent gelegen.

Hauptgrund für den Anstieg der Preise sei wieder einmal der Bedarf an Chips in Smartphones, deren Produktionsvolumen ist in Vorbereitung auf das Weihnachtsgeschäft und in Anbetracht der neu vorgestellten Topmodelle vieler Hersteller zuletzt deutlich gestiegen. Und für das 4. Quartal 2017 erwarten die Marktforscher keine Trendwende, sondern erneut einen Preisanstieg für DRAM. Mit circa zehn Prozent soll er nochmals deutlicher ausfallen.

Entwicklung Einzelhandelspreis 4 GB DDR4 Kingston ValueRAM
Entwicklung Einzelhandelspreis 4 GB DDR4 Kingston ValueRAM (Bild: Preisvergleich)

Arbeitsspeicher ist so teuer wie schon lange nicht mehr

Die Auswirkungen der seit Mitte 2016 stark angestiegen Speicherpreise sind für Endkunden deutlich spürbar: Beispielsweise kostet ein Riegel DDR4-2133 mit 4 GB vom Typ Kingston ValueRAM aktuell 40 Euro, im Sommer 2016 waren es nur gut 12 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 233 Prozent. DDR3 hat eine vergleichbare Entwicklung hinter sich, wenn nicht ganz so extrem. Auch hier liegen die Preise aber um annähernd 200 Prozent über dem Niveau von vor einem Jahr.

Die hohe Nachfrage nach DRAM-Bausteinen für Server und Mobiltelefone wirkt sich schon länger auch auf andere Produktgruppen aus. So sind auch die Preise für Speicher für Grafikkarten gestiegen, weil deren Produktionskapazitäten zugunsten der Herstellung von DRAM zurückgefahren wurde, hieß es bereits im August.