Star Wars Battlefront 2: Echtgeld-Käufe vorübergehend deaktiviert

Max Doll 273 Kommentare
Star Wars Battlefront 2: Echtgeld-Käufe vorübergehend deaktiviert

Nach anhaltender und deutlicher Kritik an der Monetarisierung von Star Wars Battlefront 2, die auch kosmetische Änderungen nicht abschwächen konnten, reagiert EA überraschend und schaltet Echtgeld-Käufe am Tag der Veröffentlichung vorübergehend ab.

Die aggressive Monetarisierung, die zahlenden Spielern spielerische Vorteile versprach, war seit dem Beta-Test bei Spielern eines der Top-Gesprächsthemen – und das nicht im positivem Sinn. Durch den Kauf von Beuteboxen konnten zahlende Spieler schneller an mehr und bessere Fertigkeitskarten kommen, die unter anderem den Waffenschaden erhöhen. Nutzer, die neben dem Kaufpreis keine zusätzlichen Euros investieren wollen, landen nach dem Stand gestern in einer Grindschleife; sie müssen übermäßig viel Zeit investieren, um auf das gleiche Niveau zu kommen. Das Konzept wird normalerweise in Free-to-Play- und Handyspielen eingesetzt.

But as we approach the worldwide launch, it's clear that many of you feel there are still challenges in the design. We’ve heard the concerns about potentially giving players unfair advantages. And we’ve heard that this is overshadowing an otherwise great game. This was never our intention. Sorry we didn’t get this right.

EA

Im letzten Moment zieht EA die Reißleine. Aktuell können im Spiel keine Kristalle, die Premium-Währung, mehr gekauft werden, Spielfortschritt lässt sich nur durch Credits und Gameplay verdienen. Sie soll erst „zu einem späteren Zeitpunkt“ zurückkehren, nachdem „wir Veränderungen am Spiel vorgenommen haben“. Details dazu gibt es noch nicht, womit unklar ist, wie stark das System tatsächlich umgebaut wird. Bislang hatten Änderungen den Kern der Progression und damit die Kritik nicht angetastet.

Zunächst profitiert EA

Dennoch profitiert von dieser Lösung vor allem EA: Berichte über das Spiel zur Veröffentlichung enthalten den neuen Status Quo, ein künftiges Mikrotransaktionssystem wird nicht berücksichtigt. Darüber hinaus werden Nutzer aufgrund der positiven Nachrichten erneut zum Vorbestellen beziehungsweise Kauf des Shooters animiert, obwohl eigentlich völlig unklar ist, in welche Richtung sich der Titel bewegen und ob EA ein für Spieler besseres System entwerfen wird.

Bis dahin bleibt zudem der Grind im Spiel: Echtgeld-Käufe zu deaktivieren bedeutet lediglich, dass das Pay-to-Win-Element entfällt, der Grind und der gesamte Unterbau, der zum Kauf der Beuteboxen animieren soll, ist hingegen immer noch Bestandteil des Spiels. Dass EA darüber hinaus davon spricht, dass es „Bedenken hinsichtlich potentiell unfairer Vorteile“ für zahlungskräftige Spieler gegeben habe, zeugt von wenig Einsicht – die Vorteile waren nicht nur potentiell vorhanden.

Update 18.11.2017 20:39 Uhr

Wie das Wall Street Journal berichtet, soll auch der Disney-Konzern maßgeblich an der Deaktivierung der Echtgeld-Käufe in Star Wars Battlefront 2 beteiligt gewesen sein. Als Inhaber der Marke und Lizenzgeber an EA hätte das Unternehmen kurz vor Freigabe des Spiels für alle Kunden darauf gedrungen, um weiteren Schaden von der Marke abzuwenden. Wie VentureBeat meldet, hat Jimmy Pitaro, bei Disney verantwortlich für Comsumer Products und Interactive Media, persönlich per Telefon bei EA-CEO Andrew Wilson vorgesprochen und die Änderung bewirkt.