Linux: Ubuntu 18.04 LTS Beta setzt wieder auf X.Org

Ferdinand Thommes 75 Kommentare
Linux: Ubuntu 18.04 LTS Beta setzt wieder auf X.Org

Mit Ubuntu 18.04 LTS Beta ist die einzige Vorabversion der nächsten LTS-Version von Canonicals Betriebssystem erschienen. Die mit fünf Jahren Unterstützung versehene Version 18.04 setzt wieder auf X.Org als Standard für den Anzeigen-Server anstatt auf Wayland, das beim Vorgänger Ubuntu 17.10 zum Einsatz kam.

Die Mehrzahl der Anwender, die im April auf Ubuntu 18.04 LTS Bionic Beaver aktualisieren, tun dies von Ubuntu 16.04 LTS Xenial Xerus. Damit steht für diese Anwender eine Umstellung bei der Desktop-Umgebung an, denn sie steigen von Unity 7 auf einen leicht angepassten GNOME-Desktop in Version 3.28 um. Das Grundgerüst für die Beta-Version bilden der Distributionskernel 4.15.0-13, Xorg-Core 1.19.6 sowie Systemd 237-3. Die stabile Veröffentlichung ist für den 19. April geplant.

X.Org oder Wayland?

Eine Zeitlang sah es so aus, als ob mit Ubuntu 18.04 noch eine zweite große Umstellung auf die LTS-Anwender zukommen würde. Allerdings entschied sich Canonical im Endeffekt dazu, statt Wayland wie in Ubuntu 17.10 für die langzeitunterstützte Ausgabe 18.04 wieder auf das bewährte X.Org zurückzugreifen. Eine Wayland-Session steht aber auf Wunsch als Alternative jederzeit im Anmeldemanager bereit.

Icons auf dem Desktop

Eine weitere Änderung bleibt den Ubuntu-Anwendern mit 18.04 für die nächsten fünf Jahre erspart, denn so lange wird Ubuntu 18.04 von Canonical unterstützt. Mit GNOME 3.28 haben die Entwickler die Möglichkeit entfernt, Icons und Verknüpfungen auf dem Desktop abzulegen. Begründung für die Entfernung der im Dateimanager Nautilus verankerten Funktionalität ist, dass der überalterte Code kaum noch wartbar sei. Ubuntu liefert mit 18.04 deshalb Nautilus in der Version 3.26 aus, dass diese Funktionalität noch bietet.

GNOME 3.28 bringt eine weitere Einstellung mit, die für Ubuntu-Anwender nicht gilt. Notebooks gehen bei GNOME 3.28 nach 20 Minuten ohne Vorwarnung in den Schlafmodus, auch wenn sie an das Stromnetz angeschlossen sind. Dieses Verhalten hat Ubuntu für 18.04 abgestellt und geht nur in den Suspend, wenn das Gerät den Akku nutzt.

Minimale Installation

Eine neue Option in Ubuntu 18.04 findet sich in Ubiquity, dem Ubuntu-Installer. Hier kann anstelle der bisher bekannten normalen Installation mit vollem Umfang eine neue, wesentlich kleinere „Minimal Installation“ ausgewählt werden. Dabei werden lediglich der Browser und Core-Applikationen installiert. Rund 80 Pakete aus dem Umfang der normalen Ubuntu-Version werden dabei nicht installiert, was etwa 500 MByte einspart.

Gemischter Paketbestand

Snap bildet erstmals die Grundlage für installierte Pakete in einer Ubuntu-Veröffentlichung. Zunächst sind das lediglich einige GNOME-Helfer-Applikationen wie GNOME-Calculator und einige andere. In Ubuntu Software lassen sich nun zudem verschiedene Kanäle mit unterschiedlich aktuellen Versionen für Snaps auswählen.

Neben Libinput als Standard können Anwender auch Synaptic als Treiber für Eingabegeräte auswählen. Bei Touchpads ist nun für den Rechtsklick ein Zwei-Finger-Klick voreingestellt.

Außer Ubuntu selbst nehmen an dieser Beta auch Kubuntu, Xubuntu, Lubuntu, Ubuntu MATE, Ubuntu Budgie, Ubuntu Kylin, Ubuntu Studio und Ubuntu Server teil. Die meisten Varianten haben bereits vor rund einem Monat an einer ersten Beta teilgenommen. Ubuntu selbst hat dieses Vorgehen vor einiger Zeit aufgegeben und bietet stattdessen Daily Builds an.