Micron & Western Digital: Spezial-Speicherkarten für die Videoüberwachung

Michael Günsch 9 Kommentare
Micron & Western Digital: Spezial-Speicherkarten für die Videoüberwachung
Bild: PhotoMIX-Company

Micron und Western Digital wollen den wachsenden Markt der Videoüberwachungssysteme mit passenden Speicherkarten bedienen. Beide Hersteller werben mit einer speziellen Eignung für dieses Segment und Vorteilen gegenüber herkömmlichen Karten.

Wie abgesprochen wirken die Produktankündigungen, die von Micron und von Western Digital am Mittwoch veröffentlicht wurden. Ganz überraschend ist dies nicht, denn Anlass ist die derzeit in Las Vegas stattfindende Messe für Sicherheitssysteme ISC West.

Immer mehr Überwachungskameras mit integriertem Speicher

Beide Hersteller sind sich einig, dass die Zahl der verkauften Überwachungskameras in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Die Basis für diese Annahme bildet eine Marktstudie von IHS, die besagt, dass der Absatz von 106 Millionen im Jahr 2016 auf 160 Millionen im Jahr 2021 ansteigen wird. Im gleichen Zeitraum soll der Anteil von Netzwerk-Kameras mit integriertem Speicher von 39 auf 63 Prozent anwachsen.

Für Dauerlast geeignete SD-Karten sind gefragt

Der Trend lässt eine wachsende Nachfrage nach passendem Speicher erwarten. Diese sollen spezielle SD-Speicherkarten der beiden Hersteller befriedigen. Im Gegensatz zu herkömmlichen SD-Karten sollen die Surveillance-Pendants auf den Dauerbetrieb mit Speicherzugriffen rund um die Uhr abgestimmt sein. Aus Sicht der Unternehmen fehle es daran derzeit: Micron beruft sich erneut auf die IHS-Studie, die besagt, dass im Jahr 2017 98 Prozent und somit fast alle verkauften microSD-Karten für klassische Verbraucheranwendungen verwendet wurden. „Diese Consumer-Speicherkarten sind nicht für den kommerziellen Einsatz in Videoüberwachungsanwendungen konzipiert und validiert“, schreibt Micron.

Aufgrund fehlender Überwachungslösungen haben sich Organisationen auf die Verwendung von microSD-Karten für den Einzelhandel verlassen, die nicht für die 24x7-Aufzeichnung optimiert sind. Infolgedessen können diese Karten früher ausfallen und auch Videobildverluste von bis zu 30 Prozent erleben.

Amit Gattani, Senior Director für Embedded Segment Marketing bei Micron
Laut Micron sind die Surveillance-microSD-Karten deutlich haltbarer als Consumer-Modelle
Laut Micron sind die Surveillance-microSD-Karten deutlich haltbarer als Consumer-Modelle (Bild: Micron)

Die Spezial-Karten sollen dagegen auch unter Dauerlast möglichst wenige Video-Frames verlieren. Micron garantiert eine kontinuierliche Videoaufzeichnung über drei Jahre hinweg und verweist auf interne Labortests mit einer Video-Transferrate von 8 Mbit/s auf einer 256-GB-Karte. Nicht ganz so optimistisch ist Western Digital und bewirbt die WD Purple microSD-Karten mit bis zu zwei Jahren Daueraufzeichnung bei gleicher Transferrate mit einem 64-GB-Modell.

Unabhängige Studien als Beleg für die angeblich deutlich höhere Haltbarkeit der neuen Speicherkarten gibt es bisher nicht.

Bis 256 GB bei Micron, bis 64 GB bei Western Digital

Micron bringt die speziellen microSD-Karten mit 128 GB und 256 GB zu Preisen von 59 und 119 US-Dollar zuzüglich Steuern auf den Markt. Die technische Basis bildet 3D-NAND der 64-Layer-Generation mit 3 Bit pro Speicherzelle (TLC).

256 GB Industrial microSD von Micron
256 GB Industrial microSD von Micron (Bild: Micron)
Western Digital Purple microSD 64GB
Western Digital Purple microSD 64GB (Bild: Western Digital)

Western Digital liefert mit 32 GB und 64 GB nur ein Viertel des Speicherplatzes zu Preisen von rund 19 und 32 US-Dollar. Unter der Produktmarke WD Purple führt Western Digital auch Festplatten für Überwachungsanlagen, die bis zu 10 TB Speicherplatz bieten.

Nähere technische Details liefern die Produktseiten bei Micron und bei Western Digital.