Synology DS1618+ im Test: 6 × HDD, 4 × LAN, 1 × PCIe, 1 × C3538, aber 0 × ECC & 10GbE

Frank Hüber 57 Kommentare
Synology DS1618+ im Test: 6 × HDD, 4 × LAN, 1 × PCIe, 1 × C3538, aber 0 × ECC & 10GbE

tl;dr: Die Synology DS1618+ bietet für 850 Euro viel: Das 6-HDD-NAS setzt auf Intels neuen Atom-C3538-Prozessor und bietet vier LAN-Anschlüsse und einen PCIe-8x-Steckplatz. Geschwindigkeit und Software überzeugen. Auf 10-Gigabit-Ethernet und ECC-RAM verzichtet Synology jedoch ab Werk, was den positiven Gesamteindruck schmälert.

6-HDD-NAS mit Intel Atom C3538

Mit der DS1618+ veröffentlicht Synology das erste NAS der +-Serie mit Intels Denverton-Prozessor aus der Intel-Atom-C3000-Serie, die die C2000-Serie aus der Rangeley-Generation beerbt. In der Synology DS1618+ steckt der Intel Atom C3538.

Technische Details

Erste 6-Bay-Denverton-DiskStation der +-Serie

Vor der DS1618+ hatte Synology kein 6-Bay-NAS in der +-Serie im Angebot. Mit der DS1517+ ist ein Modell mit fünf Einschüben vertreten, das noch auf den Intel Atom C2538 aus der Vorgängergeneration setzt. Die DS1817+ bietet hingegen acht Einschübe, als Prozessor kommt aber auch der Intel Atom C2538 zum Einsatz. Erst die DS3018xs verfügt über sechs Einschübe, setzt allerdings auf einen Intel Pentium D1508 und DDR4-ECC-SO-DIMM. Die DS1618+ ist somit nicht nur das einzig aktuelle 6-Bay-NAS der +-Serie, sondern auch das erste DS-Modell mit einem Intel Atom C3000. Je nach Anwendungsszenario verspricht sich Synology deutliche Leistungsgewinne durch den Wechsel der CPU-Generation. Ein Denverton-Prozessor kommt bereits in der RackStation RS2818(RP)+ und in der neuen RS2418(RP)+ zum Einsatz, die beide ebenfalls den Intel Atom C3538 nutzen. Mit rund 850 Euro ist die DS1618+ deutlich günstiger als die DS3018xs, die bei über 1.300 Euro liegt.

Synology DS1618+ im Test
Synology DS1618+ im Test

DS1618+ unterstützt ECC-RAM optional

Darüber hinaus setzt die DS1618+ wie die DS3018xs, von der die DS1618+ auch das Gehäuse übernommen hat, auf DDR4-RAM. Allerdings verbaut Synology, obwohl möglich, keinen ECC-Speicher, sondern NON-ECC-DDR4-2133-SO-DIMM. Offiziell unterstützt das NAS bis zu 32 Gigabyte ECC-RAM. Im Test ist das Modell mit 4 Gigabyte DDR4-2133-SO-DIMM ausgerüstet. Der Befehl „dmidecode -t memory“ gibt im Terminal jedoch eine Unterstützung von bis zu 128 Gigabyte aus und meldet auch das Fehlen von ECC mit „Error Correction Type: None“. Bisherige NAS-Systeme von Synology, deren Hardware theoretisch ECC unterstützt, booteten nach dem Einsatz entsprechender Module mit Fehlerkorrektur nicht mehr. Dies soll bei der DS1618+ anders sein und Synology bestätigt gegenüber ComputerBase, dass bei der DS1618+ lediglich zwei gleiche ECC-Module eingesetzt werden müssen, damit die DS1618+ ECC auch nutzt. Mangels DDR4-ECC-SO-DIMM konnte ComputerBase dies noch nicht testen.

Synology DS1618+ im Test – DDR4-SO-DIMM ohne ECC
Synology DS1618+ im Test – DDR4-SO-DIMM ohne ECC

Der Intel Atom C3538 bietet vier Kerne und vier Threads bei konstanter Taktfrequenz von 2,1 GHz, die minimal niedriger als die 2,4 GHz des C2538 ausfällt. Anders als der C2538, der noch in 22 nm gefertigt wurde, wird der C3538 aber in 14 nm produziert und bietet statt 2 nun 8 MB Cache. Auch die Anzahl der möglichen USB-Anschlüsse – 8 statt 4 – sowie die Unterstützung von 10GbE, die Synology von Haus aus jedoch nicht nutzt, sprechen für den neueren Prozessor.

Synology DS1618+ (4 GB) Synology DS1517+ Synology DS3018xs Synology DS1817+
SoC: Intel Atom C3538
x86
2,10 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
Intel Atom C2538
x86
2,40 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
Intel Pentium D1508
x86
2,20 GHz, 2 Kern(e), 4 Thread(s)
Intel Atom C2538
x86
2,40 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
RAM: 4.096 MB
2.048 MB
Variante
8.192 MB
Variante
16.384 MB
8.192 MB
2.048 MB
Variante
8.192 MB
Variante
16.384 MB
Festplatteneinschübe: 6 5 6 8
S-ATA-Standard: I/II/III
HDD-Format: 2,5" & 3,5"
RAID-Level: Einzellaufwerk, JBOD, RAID 0, RAID 1
RAID 5, RAID 5 + Hot Spare, RAID 6, RAID 10
I/O-Ports: 4 × LAN
3 × USB 3.0, 2 × eSATA
PCIe-Slot
4 × LAN
4 × USB 3.0, 2 × eSATA
PCIe-Slot
4 × LAN
3 × USB 3.0
PCIe-Slot
4 × LAN
4 × USB 3.0, 2 × eSATA
PCIe-Slot
Wake on LAN: Ja
Verschlüsselung: AES-256 (ordner- und laufwerksbasiert)
Lüfter: 2 × 92 × 92 × 25 mm
(nicht entkoppelt)
2 × 80 × 80 × 25 mm
(nicht entkoppelt)
2 × 92 × 92 × 25 mm 2 × 120 × 120 × 25 mm
(nicht entkoppelt)
Netzteil: 250 Watt (intern) 200 Watt (intern) 250 Watt (intern)
Maße (H×B×T): 166,0 × 282,0 × 243,0 mm 166,0 × 250,0 × 243,0 mm 166,0 × 282,0 × 243,0 mm 166,0 × 343,0 × 243,0 mm
Leergewicht: 5,05 kg 4,46 kg 5,20 kg 6,00 kg
Preis: ab 804 € ab 749 € / ab 819 € / ab 889 € ab 1.352 € ab 889 € / ab 957 € / ab 1.032 €

Auch für NVMe- und SATA-SSDs im M.2-Format

Zusammen mit dem neuen, noch nicht verfügbaren M2D18-Adapter für M.2-Laufwerke unterstützt die DS1618+ auch den Einsatz von NVMe- und SATA-SSDs über den PCIe-Steckplatz. Über den M2D17-Adapter können bereits jetzt M.2-SATA-SSDs eingesetzt werden. Alternativ kann der PCIe-Steckplatz genutzt werden, um 10-Gigabit-Ethernet per Steckkarte nachzurüsten. Synology setzt bei der DS1618+ nämlich weiterhin auf normale Gigabit-Netzwerkanschlüsse, allerdings gleich vier Stück, die per Link Aggregation gebündelt werden können.

Synology DS1618+

Wie bereits angemerkt übernimmt die DS1618+ das Gehäuse der DS3018xs und setzt auf die bewährten schrauben- und werkzeuglosen Festplatteneinschübe an der Vorderseite. Bis zu sechs 3,5-Zoll-Festplatten lassen sich so innerhalb weniger Minuten mit den seitlichen Halteleisten auf den Rahmen befestigen und ins NAS einsetzen. Wer auf 2,5-Zoll-Laufwerke setzen möchte, kann diese wie üblich auf den Rahmen verschrauben.

Synology DS1618+ im Test
Synology DS1618+ im Test
Synology DS1618+ im Test
Synology DS1618+ im Test

Der oben in der Mitte der Vorderseite platzierte Ein- bzw. Ausschalter wird rechts und links von Status-LEDs eingerahmt. Während links die Status-LED für das System und eine Warnanzeige verbaut sind, befinden sich rechts die vier LEDs für die LAN-Anschlüsse. Den Status der Laufwerke kann der Nutzer über die LEDs an den Festplattenrahmen ablesen. Wie die LEDs für die LAN-Anschlüsse blinken diese bei Zugriff auf die entsprechenden Festplatten.

eSATA- statt Expansionsanschlüsse

Einer der insgesamt drei USB-3.0-Anschlüsse ist an der Vorderseite platziert – etwas nach hinten versetzt in der rechten unteren Ecke. Alle anderen Anschlüsse befinden sich an der Rückseite. Hier bietet die DS1618+ neben den beiden anderen USB-3.0-Typ-A-Ports auch zwei eSATA-Anschlüsse, die vier LAN-Schnittstellen, ein Kensington-Lock und die Buchse für das Kaltgerätekabel. Im Unterschied zur DS3018xs verfügt die DS1618+ somit über zwei eSATA-Anschlüsse, verzichtet dafür aber auf die beiden Expansionsanschlüsse, die die DS3018xs an diesen Stellen bietet.

Btrfs oder Ext4-Dateisystem

Auch die DS1618+ unterstützt sowohl das Btrfs als auch das Ext4-Dateisystem. Btrfs bietet eine automatische Datei-Selbstreparatur, die ohne Eingriff durch den Benutzer beschädigte Dateien erkennen und wiederherstellen kann. Der Nutzer hat bei Synology dabei auf Ordnerebene die Wahl, Daten-Prüfsummen für die Datei-Selbstreparatur und Dateisystembereinigung zu aktivieren oder deaktiviert zu lassen. Beim Erstellen des Volumes muss der Nutzer zwischen Btrfs und Ext4 wählen, ein nachträglicher Wechsel zwischen den Dateisystemen ist – wie üblich – nicht ohne Umweg über eine Datenauslagerung und Neuinstallation möglich.

RAM-Upgrade sehr einfach

Eine Erweiterung der 4.096 MB Arbeitsspeicher ist bei der DS1618+ sehr einfach möglich. Das NAS verfügt über eine geschraubte Abdeckung an der Unterseite, unter der sich die beiden DDR4-SO-DIMM-Steckplätze verbergen. Synology bestückt dabei lediglich einen Steckplatz, so dass der zweite ohne Austausch des ersten Moduls zusätzlich belegt und so der Arbeitsspeicher erweitert werden kann. Offiziell unterstützt die DS1618+ so bis zu 32 Gigabyte (ECC-)RAM, mehr ist in der Regel jedoch kein Problem.

Synology DS1618+ im Test – RAM-Zugang an der Unterseite
Synology DS1618+ im Test – RAM-Zugang an der Unterseite
Synology DS1618+ im Test – RAM-Zugang an der Unterseite
Synology DS1618+ im Test – RAM-Zugang an der Unterseite
Synology DS1618+ im Test – DDR4-SO-DIMM ohne ECC
Synology DS1618+ im Test – DDR4-SO-DIMM ohne ECC

PCIe-Steckplatz und einfaches Öffnen des Gehäuses

Die DS1618+ lässt sich einfach durch das Lösen der Schrauben des Gehäusedeckels öffnen. Auch die beiden 92-mm-Lüfter an der Rückseite lassen sich leicht tauschen, da sie an einem separat verschraubten Rahmen befestigt sind, der sich ausbauen lässt, ohne die DS1618+ zu öffnen. Auf diese Weise können ein oder beide Lüfter problemlos gewechselt werden, sollten sie einmal den Dienst quittieren. Auch das 250-Watt-Netzteil, das intern von einem 40-mm-Lüfter gekühlt wird, kann bei Bedarf einfach ausgetauscht werden.

Die DS1618+ muss, da der RAM über die Unterseite zugänglich ist, somit nur für den Einbau einer Steckkarte in den PCIe-Steckplatz geöffnet werden.

Die Inbetriebnahme der DS1618+ unterscheidet sich nicht von anderen Modellen und ist mit dem DiskStation Manager (DSM) wie üblich ein Kinderspiel. Neben QNAP bietet Synology weiterhin das intuitivste und einfachste System für Endkunden. Im Test kam das aktuelle Update 1 des DiskStation Managers 6.1.6 zum Einsatz (DSM 6.1.6-15266 Update 1).

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