Ryzen Threadripper 2000: AMD kontert Intels 28-Kerner mit 32 Kernen

Volker Rißka 494 Kommentare
Ryzen Threadripper 2000: AMD kontert Intels 28-Kerner mit 32 Kernen
Bild: Hardware.info

Intel hatte am Dienstag überraschend mit 28 Kernen für das HEDT-Segment vorgelegt, heute ist AMD am Zug. Und nachdem es zuletzt bereits Gerüchte über 32 Kerne in Form der neuen Threadripper 2000 gab, hat AMD diese nun auch offiziell bestätigt. Der Vorteil: Sie laufen auf den bisherigen Mainboards mit Sockel SP3/TR4.

32 Kerne und 64 Threads auf bisheriger TR4-Plattform

Auch zeitlich hat AMD einen Vorteil auf der Seite, denn bereits im dritten Quartal sollen die Prozessoren verfügbar werden. Die zugrunde liegende Technik entspricht denen der bisherigen Ryzen-2000-CPUs: Zen+ in 12 nm. Die neue Generation wird auf das bereits bekannte technische Design der Epyc-Prozessoren umgesetzt. Bisher waren bei den Threadripper zwei der vier Dies des Multi-Chip-Packages nicht aktiv, der Schritt heute deshalb kein völlig überraschender.

Neben einer Variante mit 32 (4 × 8) Kernen soll es auch ein Modell mit 24 (4 × 6) Kernen geben, so AMD. Ob es Threadripper 2000 auch weiterhin in Varianten mit 8, 12 und 16 Kernen geben wird, dazu hat sich AMD noch nicht geäußert. Laut den Fußnoten im Presse-PDF liefen bei der Live-Demo sowohl der 24- als auch der 32-Kerner mit 3,0 GHz Basistakt und 3,4 GHz im Turbo. Dies sind jedoch noch nicht die finalen Taktraten der Prozessoren mit dem internen Codenamen „Colfax“. Dabei bestätigte AMD auch die Erhöhung der TDP auf 250 Watt, die Modelle waren aber luftgekühlt – entgegen Intels Vorführung mit dem 28-Kerner und einem Water Chiller. Interessanterweise lief der 32-Kerner bei AMD zusammen mit DDR4-3200-Speicher. Ob dies Standard wird, ist noch nicht geklärt, der 24-Kerner arbeitete nur mit DDR4-2666.

Die bisherige Infrastruktur bleibt identisch, da AMD gleich von Beginn an mit ihren neuen HEDT-Prozessoren auf den Server-Sockel gesetzt hat. Mit 4.096 Kontaktflächen wird der Sockel weiter genutzt, es dürfte (optional) jedoch auch aktualisierte Mainboards geben, wie beispielsweise bereits von MSI zur Computex gezeigt.

Kein Acht-Kanal-Speicherinterface

Es bleiben jedoch Detailfragen am heutigen Tage, die AMD nicht beantwortet hat. Zum Beispiel müsste aus einem Quad-Channel-Speicher-Interface, das durch zwei aktive Dies bereitgestellt wird, durch vier Dies eigentlich auch ein Acht-Kanal-Speicherinterface werden. Doch dem entgegen steht die X399-Plattform, die auch in Form von neuen Modellen dies nicht bieten wird. Da AMD diesen Punkt nicht explizit ansprach und sich Mainboards nicht von Quad-Channel auf Octa-Channel umrüsten lassen, dürften die CPUs gegenüber Epyc in dem Punkt beschnitten sein.

Preislich dürften die neuen Modelle wieder in ihrer ganz eigenen Liga spielen. Ryzen 2000 überraschte mit niedrigen Einstiegspreisen, bei Threadripper dürfte dies ähnlich sein. Hier spielt das Multi-Chip-Package klar in AMDs Karten, denn während Intel einen knapp 700 Quadratmillimeter großen Die für 28 Kerne fertigen und dafür am Ende den Server-Sockel erst noch in das Desktop-Umfeld stellen muss, nutzt AMD vier viel günstigere 12-nm-Chips mit jeweils 213 mm² Fläche und verbindet diese auf einem riesigen Package, welches bereits seit einem Jahr genutzt wird.